Filiale gegen Zentrale: „Die müssen, wir dürfen!“

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SALMROHR. „Seit wir wussten, dass der Titel in der Oberliga weg ist, wir dann aber den zweiten Platz gesichert hatten, ist dieses Spiel zum absoluten Saison-Highlight geworden.“ So ordnet Salmrohrs Trainer Patrick Klyk das Finale um den Bitburger Rheinland-Pokal zwischen seinem FSV und der Trierer Eintracht (heute, 19 Uhr Salmtalstadion) ein.

„Normale Spiele“ waren die Duelle zwischen den beiden Erzrivalen nie. Dagegen „echte Derbys“ bei denen es oft hoch herging. Das wird nicht nur wegen der Bedeutung der Begegnung, bei der es sowohl um den Pokalsieg, als auch um die Teilnahme an der 1. DFB-Pokalhauptrunde geht, genau so sein. Für zusätzliche Brisanz sorgt schon allein die Konstellation, dass das Gerüst des Salmrohrer Teams aus ehemaligen Trierer Spielern besteht. Das gibt dem „der beiden besten Mannschaften der Region eine besondere Note“, sagt Alexander Adrian, der schon in der Jugend für den FSV spielte und 2006 von der Eintracht zu den Salmtalern zurückkehrte. Mit ihm kam seinerzeit Daniel Schraps, der drei Jahre lang an den Folgen eines doppelten Scheinbeinbruchs laborierte, seit dieser Saison aber endlich schmerzfrei und zum Kapitän aufgestiegen ist. Wie alle seine Mitspieler hat er sich das Motto ihres Trainers zu eigen gemacht: „Die müssen gewinnen, wir dürfen.“ Bei beiden ist die Bindung zum Ex-Club aus der Moselmetropole nicht mehr ausgeprägt.

Mit Michael Dingels und David Thieser treffen sie sich „ab und zu“ noch. Auch Johannes Kühne, der erst vor zwei Jahren an die Salm wechselte, wohnt zwar wie die beiden anderen Akteure auch, nach wie vor in Trier, „wirklichen Kontakt“ hat er aber nur zu Torge Hollmann. „Der Druck lastet auf der Eintracht“, sagt Kühne, und trifft mit dieser Aussage auf andere Art auch das Credo seines Coachs. Bereits zum zweiten Mal spielt Gustav Schulz für die Klyk-Elf, hat dazwischen etliche Stationen in seiner sportlichen Vita, darunter eben auch Eintracht Trier. Vor allem die Rückrunde von Schulz war exzellent – insgesamt spielt er die wohl stärkste Saison, seit er bei den Rothemden aktiv ist. Seine Erklärung: „Ich spiele endlich dort, wo ich am liebsten spiele und meine Stärken auch optimal entfalten kann, auf der offensiven Sechs oder der Zehn.“ Auch für Schulz, der inzwischen in Leiwen wohnt ist „die Eintracht natürlich Favorit.“ Sein größter Ansporn ist es „vor den Trierer Fans zu spielen.“ Das soll nicht missverstanden werden. „Ich fühle mich sauwohl in Salmrohr. Aber eine große und lautstarke Kulisse ist für mich die beste Motivation.“

Für Trainer Patrik Klyk ist die Nachricht, dass Robin Mertinitz spielen kann – er war vor zwei Wochen mit Verdacht auf Muskelfaserriss ausgeschieden, „sehr, sehr positiv.“ Ein wenig bangen muss er noch um den Einsatz von „Flankengott“ Mathias Fischer, „der ein leichtes Ziehen im Oberschenkel verspürt.“ Klyk sieht sich und seine Elf „klar in der Außenseiterrolle, was aber nicht heißt, dass das Spiel schon entschieden ist. Wir starten mit 0:0 sagt Klyk. Und Kühne fügt eine überraschende Fußballweisheit hinzu: „Wer ein Tor mehr schießt, gewinnt.“ Klyk kann personell aus dem Vollen schöpfen. Eine wichtige Voraussetzung für den geplanten Versuch, das eigene Spiel durchzubringen. „Wille, Einsatz und Einstellung sind die Grundvoraussetzung“, um dem Favoriten Paroli bieten zu können. „Wir haben Respekt, aber keine Angst, denn wir haben nichts zu verlieren.“ Der FSV-Coach will offensiv agieren, aber dem Gegner auf keinen Fall ins offene Messer laufen. „Wer zum richtigen Zeitpunkt ein, zwei erfolgreiche Aktionen setzt, könnte damit schon die Entscheidung herbeiführen“, so Klyk, der sich wie alle anderen auf den Saisonhöhepunkt „vor einer hoffentlich großen Kulisse“ freut. (wir)

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