1400 Zuschauer sehen Bayern-Sieg beim Public Viewing in der Arena

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TRIER. Am Samstag gewann Bayern München das Finale der Champions-League gegen Borussia Dortmund mit 2:1 (0:0). Knapp 1.400 Menschen verfolgten das „Spiel der Spiele“ in der Arena. Der Veranstalter hatte etliche Biertische und -bänke aufgestellt. Drei Bierstände sorgten für die Verpflegung der Zuschauer. Nach dem Spiel lachten die Bayernfans, die Dortmunder Anhänger zeigten sich als gute Verlierer.

Pierre und Robin hatten schon lange auf diesen Tag gewartet. Nun war er endlich gekommen und die Vorfreude stand beiden ins Gesicht geschrieben. „Heute gewinnen wir zu 100 Prozent. Das wäre nur gerecht, denn wer innerhalb von vier Jahren dreimal im Championsleague-Finale steht, der hat den Sieg auch verdient“, so der Bayern-Anhänger Pierre. Robin war natürlich ganz anderer Meinung: „Dortmund wird das Spiel gewinnen. Wir haben in der Vorrunde gezeigt, dass wir auch die ganz großen Mannschaften schlagen können.“ Auf die Frage, ob Robin es den Bayern nicht doch ein wenig gönnen würde, aufgrund der unglücklichen Finalniederlage im letzten Jahre, hatte er nur ein süffisantes Lächeln parat: „Noch nicht mal zu 0,01 Prozent.“

Gegen 20 Uhr war die Arena bereits gut gefüllt und die Bierbänke fast komplett besetzt. Ein DJ heizte der Masse mit Partymusik ein: „Sha-la-la-la-la-la-la-la“, tönte es durch die Arena und beide Fanlager sangen lauthals mit. Das Verhältnis beider Anhängergruppen war in etwas ausgeglichen.

Kurz vor dem Anpfiff des Spiels wurden die Mannschaftsaustellungen verkündet, noch bevor sie auf der großen Leinwand zu sehen waren. Dazu griffen sowohl ein Bayern-, als auch ein Dortmund-Fan zum Mikrofon und schrien die Spielernamen inbrünstig aus tiefster Seele. Es war fast so wie im Stadion: „Mit der Nummer 1 im Tor: Maannnuuueeel.“ Nachdem die Fans jeden einzelnen Nachnamen ihres Lieblingsteams lauthals mitgegrölt hatten, begann das Champions-League Finale 2013.

Während der Partie war es größtenteils ruhig in der Arena, Fangesänge wurden keine angestimmt. War die Anspannung der Beteiligten zu groß? Es schien beinahe so. Ein junger Bayernfan verzichtete z.B. auf eine Schere und benutze seine Zähne zum Kürzen der Fingernägel. Zwei BVB-Anhängerinnen schrien im Duett bei guten Chancen ihrer Gelb-Schwarzen. Nach dem Halbzeitpfiff gab es Applaus von beiden Parteien.

Nach dem 1:0 für die Bayern durch den Kroaten Mario Mandzukic stand die Arena das erste Mal so richtig Kopf. Glückliche Bayern-Fans lagen sich in den Armen, andere stiegen auf die Tische und ließen ihren Emotionen freien Lauf. Die Freude hielt allerdings nur acht Minuten. Dann drang Marco Reus von links in den Strafraum ein und wurde von dem Brasilianer Dante unsanft in den Unterleib getreten. Klarer Foulelfmeter! Diesen verwandelte der Ilkay Gündogen souverän. Nun waren es die Dortmunder, die jubeln durften. Und das taten sie auch. Zwei leicht alkoholisierte BVB-Fans gerieten so dermaßen in Ekstase, dass sie sich gegenseitig das Bier aus ihren Plastikbechern über den Kopf schütteten. Schade um den guten Hopfensaft. 

In den verbleibenden knappen 20 Minuten wurde es dann wieder zunehmend ruhiger. Die Luft knisterte vor Spannung und in einigen Situationen hätte man eine Stecknadel fallen hören können, so ruhig war es. Als sich wohl schon die meisten auf eine Verlängerung eingestellt hatten, schlug der Holländer Arjen Robben eiskalt zu und versetzte den Westfalen den Todesstoß. Das Bild in der Arena glich dem, auf dem Grün in Wembley. Niedergeschlagene Borussen und euphorisierte Bayern. Die rot-weißen Anhänger lagen sich erneut in den Armen und sprangen voller Freude in die Luft. Es war geschafft. Alle guten Dinge sind scheinbar doch drei.

Nach dem Spiel zeigten sich die meisten Dortmunder als faire Verlierer. Als die Bayern den Pokal in den Londoner Abendhimmel rissen, applaudierte der Großteil der schwarz-gelben Fans. Einige wenige pfiffen oder waren bereits nach dem Schlusspfiff nach Hause gegangen. Der Bayern-Fan Jörg konnte sein Glück kaum fassen: „Ich bin in diesen 90 Minuten um mehrere Jahre gealtert, so sehr wollte ich den Sieg. Als Arjen dann kurz vor Schluss zugeschlagen hat, war es, wie eine innere Explosion bei mir. Einfach ein unglaubliches Gefühl. Jetzt wird die Nacht zum Tag gemacht, das kann ich Ihnen versprechen.“ Auch Toni, ein Dortmund-Anhänger hatte ein paar Worte übrig: „Natürlich bin ich enttäuscht, das ist doch ganz klar. Dennoch überwiegt der Stolz auf mein Team. Wenn man sich überlegt, dass wir vor einigen Jahren fast pleite waren und wir heute sehr knapp gegen die vielleicht derzeit beste Mannschaft der Welt verloren haben, dann ist das einfach sensationell.“

Alles in allem war es ein gelungener, weil auch sehr fairer Fußballabend in der Arena. Beide Fangruppen sahen ein sehr gutes Champions-League Finale, mit einem aber auch etwas glücklichen Sieger, denn gegen München hätte es zwei Platzverweise (Ribery, Dante) geben müssen. (tw)

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