Irritationen um UEFA-Kriterien beim Public Viewing

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TRIER. Seit einem Jahrzehnt gehört es bei fußballerischen Großereignissen zum Standardprogramm, möglichst vielen Fans die Spiele der WM, EM oder auch die Finals der Championsleague auf Großleinwänden als Gemeinschaftserlebnis anzubieten. Diesen Plan, in Trier ein so genanntes Public Viewing zu veranstalten, hatten auch Alexander Brittnacher von der Firma Next Level Cocktails und Oliver Neufang von Timeless Events.

Das Veranstalter-Duo, das auch für das Programm von Electronic River beim Moselfest verantwortlich zeichnet, hatte alles mit den zuständigen Behörden der Stadt geklärt, um auf dem Viehmarkt das erste rein deutsche CL-Finale in Wembley zwischen Borussia Dortmund und Bayern München am heutigen Samstag (ab 20.45 Uhr) übertragen zu dürfen.

 

Die Kalkulation Brittnachers sah Kosten von rund 10 000 Euro vor. Darin enthalten die Platzmiete für das 3700 m² große Areal, der Mietpreis für die Großleinwand, die Verpflichtung von Security-Kräften, die Einfriedung des Geländes, Beschilderung, Bereitstellung von Sanitätern, GEMA- und GEZ-Gebühren). Gegenfinanziert sollte die Veranstaltung durch den durch Sponsoring und den Verkauf von Getränken werden. „Bei rund 2000 Besuchern hätten wir eine ‚Schwarze Null‘ geschrieben“, so Brittnacher, „erst bei einer größeren Besucherzahl hätten wir ein Plus gemacht.“

 

Um ganz sicher zu gehen, dass alles rechtlich abgesichert ist, schrieb der zweifache Weltrekordler im Cocktailmixen auch noch die UEFA an. „Ich weiß aus eigener Erfahrung, welche Auflagen UEFA und FIFA bei solchen Ereignissen machen.“ Hinzu kam, dass durchgesickert war, Public Viewings würden in Deutschland nur in Berlin, Dortmund und München genehmigt, in Dortmund allerdings nach einem erheblichen bürokratischen Aufwand mit der UEFA. In der Tat wurde Brittnachers Anfrage, die lokalo vorliegt, von der UEFA auch abschlägig beantwortet. „Veranstaltungen mit mehr als 500 Besuchern kommerzieller Art sind nicht genehmigungsfähig“, heißt es in dem Vertragswerk . Der entsprechende Link, den die UEFA Brittnacher an die Hand gab, der die Kriterien für das Public Viewing auflistet, liegt lokalo ebenfalls vor, ist am Ende unseres Artikels angegeben und damit für jeden Interessierten nachlesbar.

 

„Nach unserer objektiven Prüfung war klar, dass wir die Veranstaltung absagen müssen“, sagt Brittnacher. Am Tag des Finales erreichen den Mitorganisator des geplanten Public Viewings Meldungen über verschiendenem Medien, dass die für ihn und Neufang nicht genehmigungsfähige Veranstaltung, offenbar in vergleichbarer Form in vielen anderen Städten und sogar in Trier („La Ola“/Arena Trier) über die Bühne gehen. Außerdem sind Public Viewings in Lahnstein, Koblenz und Mainz bekannt – es werden nicht die einzigen sein, die kommerziell und für mehr als 500 Besucher ausgelegt sind. Brittnacher ist natürlich enttäuscht, kann sich auf die Vergabepraxis, wenn es denn eine gegeben hat, keinen Reim machen. Er will niemanden an den Pranger stellen, äußert sich mit diesen Fakten konfrontiert, sehr diplomatisch, aber mit einem gehörigen Schuss Fatalismus garniert: „Was soll ich dazu sagen?“ Es kann nur zwei Möglichkeiten geben: Entweder misst die UEFA mit zweierlei Maß, oder anderen Veranstaltern sind die Bedingungen des Verbandes schnuppe. (wir)

 

 

1 KOMMENTAR

  1. In der Arena Trier hat es noch nie jemand interessiert ,was recht und Ordnung ist! Die denken auch immer „Mia San Mia“! Auf trierisch “ das geht uns am Arsch vorbei“.

  2. @ Det: Eine seltsame Rechtsauffassung. Es gibt von der UEFA oder FIFA, je nach Zuständigkeit, festgelegte Kriterien, an die sich jeder Veranstalter zu halten hat. Nach deinem Meinung, ist der das tut als doof und der andere clever? Ja, genau so funktioniert unsere Ellbogengesellschaft. Wer rücksichtslos handelt ist der Gewinner. Gehörst wohl auch zu dieser Spezies.

  3. Im Nachhinein bin ich nicht traurig… Bei dem Wetter hätten wir mit Sicherheit wenig Spaß gehabt! Trotzdem: Auch wenn die Nichtvergabe der Lizenz für uns ärgerlich war, halten wir uns an die Regeln, die uns von der UEFA vorgegeben wurden. Und ich denke auf Dauer zahlt sich das aus! Nicht auszudenken, es kämen Regressansprüche der UEFA, wer will die im Vorfeld beziffern oder schätzen? Sonst gehts uns irgendwann wie Herrn Hoeneß, der hat auch nicht gefragt…Neuer Anlauf im nächsten Jahr bei der WM!!

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