Eintracht Trier gegen Hoffenheim II 3:2 (1:1) – Trotz Sieg nur noch theoretische Aufstiegschancen

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    TRIER. In einem über weite Strecken attraktiven Regionalliga Spiel besiegte die Eintracht aus Trier die TSG 1899 Hoffenheim II verdient mit 3:2. Nachdem die Moselstädter zunächst zahlreiche Chancen ausließen, traf Marco Quotschalla per Foulelfmeter zur Führung. Nach dem überraschenden Ausgleich zeigte sich die Seitz-Truppe nicht geschockt und sorgte mit einem Doppelschlag für die frühe Vorentscheidung. Trotz des Sieges wird es wohl nichts mehr mit dem Erreichen des Relegationsplatzes, da der SV Elversberg 07 zeitgleich gegen Eintracht Frankfurt II gewann.

    Auf der Pressekonferenz am Dienstag hatte Eintracht-Trainer Roland Seitz vor dem Gegner aus Hoffenheim gewarnt: „Zwar geht es für die Sinsheimer um nichts mehr, allerdings kehren drei Spieler nach Sperren zurück. Vielleicht wirkt sich das positiv auf ihr Spiel aus.“ Nach der unglücklichen 1:2-Niederlage am vergangenen Freitag beim SSV Ulm 1846 wollten die Moselstädter im heimischen Moselstadion gegen Hoffenheim Charakterstärke zeigen und die verbleibende Minimalchance im Kampf um die Relegations-Plätze wahren.

    Die Eintracht startete sehr konzentriert in die Partie. Bereits nach zwei Minuten hatte Torge Hollmann die Führung auf dem Kopf. Einen Freistoß aus dem Halbfeld köpfte er auf die Latte. Nur zwei Minuten später drang Alon Abelski unbedrängt in den gegnerischen 16er ein. Er passt in die Mitte, doch Torhüter Tim Paterok hatte den Braten gerochen und schnappte sich das Leder vor dem einschussbereiten Marco Quotschalla. Nach 10 Minuten hatten die Moselstädter die nächste gute Chance zur Führung. Quotschalla verarbeitete einen Pass von Steven Lewerenz sehr gut und schoss aus 10 Metern stramm auf den Kasten. Paterok klärte mit einer starken Fußabwehr. Bis zum Strafraum spielte die Eintracht einen ansehnlichen Ball, doch im Abschluss fehlte es erneut an Präzision. Die nächste Szene hätte dies nicht besser belegen können. Christoph Anton lief alleine auf Paterok zu. Er produzierte aber nur einen Kullerball, den der Hoffenheim Keeper locker aufnehmen konnte. Nach 17 Minuten zeigten sich die Kraichgauer das erste Mal vor dem Gehäuse von Andreas Lengsfeld. Andreas Schön tankte sich dynamisch durch das Mittelfeld und spielte einen präzisen Ball auf Seifedin Chabbi. Das Schiedsrichtergespann um Kai Vonderschmidt aus Mühlheim entschied aber auf Abseits. Eine enge Situation. In der 21. Minute erzielt Quotschalla die hochverdiente Führung für die Moselstädter. Anton spielte einen tollen Pass auf Abelski, der in den 16er eindrang und von Jensen unsanft von den Beinen geholt wurde. Es gab zurecht Elfmeter, den Quotschalla souverän verwandelte. In der Folgezeit verflachte das Spiel zunehmend. Als schon alle dachten, die Eintracht könnte die Führung mit in die Pause nehmen, schlugen die Sinsheimer überraschend zurück. Ein langer Ball von Tom Koblenz erreicht Denis Thomalla, der aus 10 Metern halbrechts stehend trocken abschloss und Lengsfeld überwand.

    In der Halbzeit gab es das obligatorische Gewinnspiel. Drei Personen hatten die Chance, den Jackpot von 500 € abzuräumen. Dazu hätten sie den Ball von der Mittellinie ins Tor schießen müssen, ohne dass die Kugel vorher den Boden berührt. Sehr viel Pech hatte der zweite Kandidat, dessen Ball nur an den Querbalken klatschte.

    Beide Mannschaften starteten vorsichtig in die zweite Hälfte. In den ersten fünf Minuten spielte sich das Spiel größtenteils im Mittelfeld ab. Nach 52 Minuten zündete Steven Lewerenz den Turbo und flitzte über die rechte Außenbahn. Sein präziser Pass in den 16er erreicht Quotschalla, der mit einem wuchtigen Schuss dem Hoffenheim Torwart keine Chance ließ. Nur einige Sekunden später klingelte es erneut im Tor der Gäste. Die Sinsheimer hatten ihre Konzentration scheinbar in der Kabine vergessen. Sven Kröner startete erneut über die rechte Seite und lief freistehend auf Paterok zu. Er hatte das Auge für seinen Mitspieler Alon Abelski, der mitgelaufen war. Dieser hatte keine Mühe den Pass in das leere Tor zu schieben. In den Folgeminuten spielten die Trierer wie beflügelt. Anton steckte den Ball mit der Hacke auf Lewerenz durch, doch dessen Flanke fand keinen Abnehmer. In der 57. Minute traf Seifedin Chabbi zum Anschluss. Ähnlich überraschend wie in der 1. Halbzeit. Marius Diebold spielte einen schönen Pass auf Chabbi, der Lengsfeld mit einem Lupfer keine Abwehrchance ließ. In der 70. Minute stand das Schiedsrichtergespann im Mittelpunkt des Geschehens. Kai Herdling ging nach einem Zweikampf mit Michael Dingels zu Boden. Der Unparteiische interpretierte die Situation als Schwalbe des Hoffenheimers, ganz zum Ärger des Gäste-Trainers Otmar Rösch. In den restlichen Minuten passierte nicht mehr viel. Die Trierer mussten allerdings in der 80. Minute noch einmal zittern. Ein Gewaltschuss von Herdling aus 25 Metern strich nur um Zentimeter am rechten Torwinkel vorbei. Nach dem Schlusspfiff ballte Roland Seitz beide Fäuste. Der Sieg war in trockene Tücher gebracht. Durch den zeitgleichen Sieg der SV Elversberg 07 bei den Amateuren von Eintracht Frankfurt, dürfte der Dreier allerdings keine Relevanz mehr im Aufstiegsrennen besitzen. Eintracht Trier steht zwei Spieltage vor Schluss sechs Punkte hinter den Saarländer und hat das schlechtere Torverhältnis. Die Aufsiegschancen sind daher nur noch theoretischer Art.

    Auf der anschließenden Pressekonferenz sprach Roland Seitz von einem tollen Match seiner Mannschaft: „Wir haben heute wieder sehr gut Fußball gespielt. Allerdings gibt es auch zwei Dinge zu kritisieren. Zum einen die Tatsache, dass wir es verpasst haben, den Sack in der 1. Halbzeit zuzumachen. Zum anderen, dass wir nach dem Doppelschlag schnell durch einen individuellen Fehler den Anschluss gefangen haben. Trotzdem möchte ich der Mannschaft insgesamt aber ein riesen Kompliment machen. Was die Jungs in den letzten Wochen angesichts der angespannten personellen Lage leisten ist sensationell und dafür möchte ich mich bei den Jungs bedanken.“

    Der Gästetrainer Otmar Rösch gratulierte Seitz und der Trierer Mannschaft zum verdienten Erfolg: „Insgesamt geht der Sieg für Trier in Ordnung. Wir sind leider sehr schleppend in die Partie gekommen. Dies lag zum einen an den sehr offensiven Trierern, zum anderen an der mangelnden Umsetzung der taktischen Vorgaben. Die Abstände zwischen den Ketten waren vor allem in der ersten Halbzeit viel zu groß. Daher sind wir ins Schwimmen geraten. Gegen Ende der 1. Halbzeit haben wir besser in die Partie gefunden. Der Ausgleich war dennoch glücklich. Wir sind gut aus der Kabine gekommen, haben dann aber durch zwei individuelle Fehler die Gegentore gefangen. Danach haben wir uns wieder schnell gefangen und das Spiel ordentlich zu Ende gespielt. Durch die verschlafene Halbzeit geht der Trierer Sieg alles in allem in Ordnung.“  

    Das nächste Spiel der Eintracht findet am kommenden Samstag (14 Uhr), ebenfalls zu Hause, gegen den 1. FC Eschborn statt. (tw)

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