Zimmermann aus Prüm wegen sexuellen Kindesmissbrauchs und Vergewaltigung angeklagt

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TRIER. Am Mittwoch wurde der Prozess gegen einen 35-jährigen Mann aus dem Raum Prüm vor dem Landgericht Trier fortgesetzt. Die Anklage lautet: Sexueller Missbrauch von Kindern, sowie Vergewaltigung. Hauptbestandteil der Verhandlung war die Verlesung von Protokollen über die Befragung zweier Kinder durch eine Kriminaloberkommissarin. 

Der gelernte Zimmermann R. muss sich derzeit vor dem Landgericht Trier verantworten. Ihm wird vorgeworfen, in 211 Fällen sexuelle Handlungen an einem Kind und in drei Fällen vor einem Kind vorgenommen zu haben. Der Angeklagte lebte im gemeinsamen Hausstand mit seiner Lebensgefährtin und deren im Jahr 2000 geborenen Sohn und der 1998 geborenen Tochter. An der Tochter soll der Angeklagte zwischen ihrem 10. und 12. Geburtstag wöchentlich sexuelle Handlungen vorgenommen haben. In drei Fällen soll der Angeklagte versucht haben, den Jungen zu sexuellen Handlungen an ihm zu bewegen. Der Junge soll sich jedoch in allen Fällen losgerissen haben, so dass es ihm gelang, wegzulaufen. Darüber hinaus soll der Angeklagte in drei Fällen in Anwesenheit des Jungen sexuelle Handlungen an sich vollzogen und in zwei Fällen in Anwesenheit des Jungen Pornofilme geschaut haben. Mit neuer Anklageschrift werden dem Angeklagten im Zeitraum zwischen 2008 und 2011 vier Fälle der Vergewaltigung an dem Jungen vorgeworfen.

Die heutige Fortsetzungsverhandlung startete sehr zäh. In den ersten knapp zwei Stunden, entschied die Kammer, rund um den Vorsitzenden Richter Albrecht Keimburg, über mehrere Anträge der Verteidigung (in Person von Sven Collet aus Trier, sowie Franz Obst aus Koblenz). Es wurde beantragt, ein weiteres psychiatrisches Gutachten einzuholen, da die Glaubhaftigkeit des vermeintlich missbrauchten Jungen, der zum ersten Prozesstermin ausgesagt hatte, angezweifelt wurde. Diesen Antrag lehnte das Gericht ab: „Der Kammer liegt bereits ein entsprechendes Gutachten von einer Diplom-Psychologin vor. Dieses ist für die Einschätzung der Plausibilität der Aussage ausreichend“, so Keimburg. Zusätzlich beantragte die Verteidigung, den Jungen erneut als Zeugen zu laden. Auch dieser Antrag wurde aufgrund der „fehlenden Notwendigkeit und einer weiteren Belastung für das Kind“ abgelehnt. Nach den Verkündungen über die Entscheidungen der Anträge, verlas der Richter die Protokolle einer Kriminaloberkommisarin. Diese hatte die laut Anklageschrift geschädigten Kinder am 04. Januar 2012 zu den Tatvorwürfen befragt. Beide Kinder gaben an, dass sie mehrfach von R. zu sexuellen Handlungen gezwungen worden seien. Der Junge berichtete zusätzlich darüber, zusammen mit dem Angeklagten Pornofilme geschaut zu haben.

Der Prozess wird vermutlich Ende Mai fortgesetzt. (tw)

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