Die „Dampfwalzenfirma“ stiftet Einigkeit

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Das ECE-Center in Stuttgart - die Schlössle-Galerie im Abendlicht.

Bildquelle: Rudolpho Duba / pixelio.de

TRIER. Die Grünen im Stadtrat luden am Montagabend zum Diskussionsforum ein – eigentlich zum Thema „Zukunft des Trierer Einzelhandels“. Wie nach den Ereignissen der letzten Wochen nicht anders zu erwarten, stand aber vor allem der Investor ECE (lokalo berichtet fortlaufend) im Kreuzfeuer der Kritik. Besonders der Vertreter einer Mainzer Bürgerinitiative schoss scharf gegen den Hamburger Investitionsriesen.

Wer einer Diskussion beiwohnt, erwartet in der Regel ein pro und contra, mitunter eine hitzige Debatte von Menschen, die sich nicht einig sind. Wer aber dieser Diskussion beiwohnte, zu der die Grünen im Trierer Stadtrat geladen hatten, bekam dagegen viel Einigkeit geboten. Um die „Zukunft des Trierer Einzelhandels“ sollte es gehen, um die Frage, was der Trierer Innenstadt gut bekommt. Branchenmix und inhabergeführte Geschäfte – hat das noch Zukunft? Was lockt den Kunden? Tiefgaragenplätze oder Aufenthaltsqualität? Was kann die Kommunalpolitik leisten? Diese Fragen sollten mit Vertretern von IHK, Einzelhandel und Stadtpolitik erörtert werden.

ECE – der gemeinsame Feind

Aber eben auch: ECE-Shoppingcenter, Segen oder Fluch? Nicht überraschend, dass diese letzte Frage alle weiteren schnell in den Hintergrund verdrängte. Mit drei Buchstaben war der gemeinsame Feind benannt, fortan war lediglich zwischen moderater und scharfer Kritik an den Plänen der Stadt, mit dem Unternehmen langfristig zusammenzuarbeiten, zu unterscheiden. „Hier haben wir es mit einer Dampfwalzenfirma zu tun“, sagte Hartwig Daniels.Als Sprecher der Bürgerinitiative Ludwigsstraße war er eigens aus Mainz angereist, um von den dortigen Verhandlungen mit ECE zu berichten. Ebenso wie in Trier war die Firma auch hier an die Stadtoberen herangetreten, als es um die Modernisierung der beliebten Einkaufsmeile Ludwigsstraße ging. Heftiger Widerstand aus der Bevölkerung zwang die Stadt Mainz allerdings, schon vor den Verhandlungen Leitlinien für die Ludwigsstraße festzulegen. „ECE hat bestimmte Interessen, die städtischen sind andere“, erklärte Brian Huck, für die Grünen im Mainzer Stadtrat, das Ergebnis des Bürgerprotestes. In der Zwischenzeit erwarb ECE zwar ein großes Grundstück in der Ludwigsstraße, hat allerdings kein Bebauungsrecht. Die Verhandlungen dauern noch an.

Emotion und Polemik

Nach den Erfahrungen in Mainz zeigte sich Daniels mehr als emotional und gab selbst zu „ein wenig polemisch zu sein“. Zur Begrüßung gab es zunächst ein Lob für die Trierer: „Sie sind frühzeitig aufgewacht – vielleicht noch rechtzeitig.“ Shoppingzentren in der Innenstadt seinen kein Garant für die Zukunftsfähigkeit des Einzelhandels. ECE sei „eine Gefahr für die Urbanität und Lebensqualität“ einer Stadt. Richard Leuckefeld, für die Grünen im Trierer Stadtrat, stimmte ein und stieß sich vor allem an der exklusiven Bindung zwischen Stadt und ECE: „Die Stadt gibt ECE ein Exklusivrecht? Da ist das Ergebnis der Verhandlungen doch wohl absehbar.“ Zu fortgeschrittener Zeit kam auch der Oberbürgermeister nicht mehr gut weg: „Jensen blickt nicht durch!“, sagte Leuckefeld. Lediglich Matthias Schmitt von der IHK Trier ruderte ein wenig zurück: „Der OB hat uns einen neutralen Gutachter in die Hand versprochen, ebenso, dass der Vertrag jederzeit kündbar sei.“ Man werde ihn da beim Wort nehmen, versprach Schmitt. Den Versprechen des OBs will man bei den Grünen aber offenbar wenig Glauben schenken, vor allem dem nach der vielgerühmten Ergebnisoffenheit: „Die Partner sind eine Nummer zu groß, als dass dieser Prozess wirklich ergebnisoffen sein kann“, sagte Anja Reinermann-Matatko. (lb)

1 KOMMENTAR

  1. Was ist das denn für ein seltsames Ende eines Artikels? Von Konklusion auch noch nichts gehört lieber Herr
    ..Redaktion?

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