Mann aus Wittlich wegen Kindesmissbrauchs verurteilt

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TRIER. Am heutigen Montag wurde ein 31-jähriger Mann vom Landgericht Trier zu einer Freiheitsstrafe von 2 Jahren auf Bewährung verurteilt. Der Wittlicher stand wegen sexuellen Missbrauchs eines Kindes vor Gericht. Nach anfänglichen Unschuldsäußerungen gestand der Angeklagte im Verlauf der Verhandlung die Tatvorwürfe der Staatsanwaltschaft.

Der Angeklagte K. aus Wittlich musste sich heute in sechs Fällen des sexuellen Kindesmissbrauchs vor dem Landgericht in Trier verantworten. Laut Anklageschrift soll er im Jahre 2010 und 2011 die Tochter seiner ehemaligen Freundin, die damals sechs, bzw. sieben Jahre alt war, mehrfach missbraucht haben.

K. ist bei seinen Eltern aufgewachsen, die in seiner Kindheit beide berufstätig waren. Daher verbrachte er einen Teil dieser Zeit bei seinen Großeltern. Nach seinem erfolgreichen Hauptschulabschluss besuchte er eine weiterführende Schule für Wirtschaft und Verwaltung. Einen Abschluss erlangte er nicht. Er brach die Schule vorzeitig ab und begann eine Ausbildung zum Veranstaltungstechniker. Auch diese Ausbildung schloss er nicht ab. K. machte sich selbstständig und arbeitete fortan als Landschaftspfleger. Als die Auftragslage zunehmend schlechter wurde, absolvierte er eine Umschulung zum Lagerist. Bis zu seiner Verhaftung im November 2012 führte er diesen Beruf aus.

Im Jugendalter begann K. mit dem Konsum von Cannabis. Er rauchte ca. 2 Gramm pro Woche, allerdings nur an Wochenenden. Als Motivation gab er an, “die innere Unruhe bekämpfen zu wollen, was mit dem Gras auch funktioniert hatte.“ Im Jahre 2007 verlor er seinen Führerschein, weil er unter dem Einfluss von Cannabis fuhr. Zu einem Strafverfahren kam es nicht.

Seine ehemalige Freundin lernte er auf Facebook kennen. “Es ging alles sehr schnell. Drei Wochen nachdem wir uns kennengelernt haben, bin ich bereits bei ihr eingezogen.“ Dies begründete er damit, dass er von zu Hause ausziehen wollte. Seine Freundin war zu diesem Zeitpunkt als Verkäuferin tätig. Sie übertrug ihm die Verantwortung für ihre damals 4-jährige Tochter. Tagsüber war er meist zu Hause und hatte daher Zeit dafür. Er berichtete davon, dass ihm „häufig langweilig gewesen ist und er sich u.a. aus diesem Grunde Pornos auf dem PC angeschaut“ habe.“ Dies reichte ihm bald nicht mehr.

Der Angeklagte äußerte sich selbst zu den konkreten Schuldvorwürfen der Staatsanwaltschaft. Zunächst widersprach er diesen. Er erklärte, dass die vorgeworfenen Missbrauchshandlungen in Wirklichkeit nicht sexuell motiviert waren, sondern der Hygiene des Kindes dienten. Der Vorsitzende Richter Albert Keimburg wurde daraufhin sehr deutlich: “Ich kaufe Ihnen die Geschichte nicht ab. Sie sind gut beraten, zu den Dingen zu stehen, sollten sie zutreffen. Nur dann haben sie gute Chancen ein neues Leben zu beginnen und früher aus der JVA rauszukommen. Also erzählen sie uns bitte die Wahrheit.“ Diese Worte verfehlten ihre Wirkung nicht. Die Verteidigung in Person von Jörg Hosp aus Wittlich erbat eine kurze Beratungspause. 15 Minuten später gestand der Angeklagte die sechs Missbrauchsfälle.

Die geladene Zeugin wurde trotz des Geständnisses noch befragt. Es handelte sich hierbei um die ehemalige Freundin des Angeklagten, also die Mutter des betroffenen Kindes. Sie gab zu Protokoll, dass ihre jetzt 9-jährige Tochter eine Übergangstherapie absolviere. In ein paar Monaten wird sie eine reguläre Therapie bei einem Psychotherapeuten beginnen, da der Verdacht eines Traumas vorliegt. Trotz dieser ganzen Umstände vermisse die Tochter den Angeklagten, was die starke Ambivalenz des Kindes verdeutlicht.

Aus dem psychiatrischen Gutachten ging hervor, dass der Angeklagte möglicherweise nicht pädophil sei. Seine Handlungen seien größtenteils aus Langeweile entstanden. Auch lagen zum Tatzeitpunkt vermutlich keine psychischen Störungen vor, wodurch eine Überführung in ein psychiatrisches Krankenhaus nicht in Frage kam.

Die Staatsanwaltschaft sprach sich in ihrem Schlussplädoyer für eine Freiheitsstrafe von 2 Jahren auf Bewährung aus. Grund dieser relativ humanen Strafe sei das noch rechtzeitige Geständnis gewesen, wodurch der Angeklagte es dem betroffenen Kind erspart hatte, vor Gericht als Zeugin aussagen zu müssen. Hinzu kamen das makellose Strafregister und die Überzeugung, dass er fortan strafrechtlich unauffällig bleiben wird. Die Verteidigung entsprach dem Plädoyer der Staatsanwaltschaft.

Letztlich wurde der Angeklagte vom Landgericht zu einer Freiheitsstrafe von 2 Jahren auf Bewährung verurteilt. Als Bewährungsauflage muss K. eine ambulante Therapie zur Aufarbeitung der Motivation des sexuellen Missbrauchs und des Drogenkonsums durchführen. Außerdem muss er einen Geldbetrag in Höhe von 3.000 € an die Mutter des Kindes zahlen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. (tw)

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