Nachgefragt: Warum bröckelt es an der Fassade des Jobcenters?

0

TRIER. Im Dezember 2012 zog das Jobcenter Trier-Stadt von der Dasbach- in die Gneisenaustraße um. Am dafür eigens renovierten Gebäude zeigen sich bereits jetzt erste Fassadenschäden. Von einer Leserin darauf aufmerksam gemacht, fragte lokalo bei der Stadtverwaltung nach.

Mitarbeitern und Kunden des Jobcenters dürfte es hinlänglich bekannt sein – das Gebäude Gneisenaustraße 38, das in Zusammenarbeit mit dem Amt für Denkmalpflege aufwändig saniert wurde, zeigt bereits erste Schäden.Fünf Millionen Euro verschlangen die Umbauarbeiten, die Teil des städtebaulichen Gesamtkonzeptes für den Gneisenaubering waren (siehe Hintergrund). In den letzten Jahren ungenutzt, bildete das Gebäude ursprünglich einmal, gemeinsam mit dem daneben liegenden Gebäude Nr. 39, die Hauptwache der städtischen oder Gneisenau-Kaserne. Das gesamte Areal entstand Ende des 19. Jahrhunderts und beherbergte bis 1914 das 10. Rheinische Infanterieregiment Nr. 161. Von 1919 an wurde die Kaserne von französischen Soldaten genutzt, bevor man sie in den 30er-Jahren zu Wohngebäuden umgestaltete. Lange Zeit blieben die Gebäude ungenutzt und dem Verfall ausgesetzt, mit Konsequenzen für die Renovierung im vergangenen Jahr: „Das Jobcenter ist ein sehr altes, denkmalgeschütztes Gebäude, das jahrelang ohne Nutzung und ohne Dach war“, erklärt Ralf Frühauf vom Amt für Presse und Kommunikation der Stadt Trier. Der Witterung derart ausgesetzt, wies das Gebäude eine starke Durchfeuchtung auf, was eine Behandlung der Fassade schwierig machte.Eine fachliche Begutachtung empfahl, die Sandsteinwände ohne Anstrich zu lassen“, so Frühauf. Die Stadt entschied sich gegen diese Empfehlung, denn die Fassade war in vergangen Jahren schon häufig ausgebessert worden, ein regelrechter „Flickenteppich“ war entstanden. Die Entfernung dieser Reparaturstellen hätte „zu einem massiven Substanzverlust an den historischen Gewänden und zu erheblichen Mehrkosten geführt“, und so wurden diese Stellen kurzerhand überstrichen. Die Stadt verspricht eine Erneuerung des Anstrichs „zu gegebener Zeit“, zunächst müsse der Salztransport in den Wänden beobachtet und gemessen werden.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here

Die Redaktion behält sich vor, Lesermeinungen zu kürzen. Es besteht kein Anspruch auf die Veröffentlichung Ihrer zugesandten Meinungen. Klarname ist nicht erforderlich. Eine E-Mail-Adresse muss angegeben werden, wird aber nicht veröffentlicht.