Eine buddhistische Hochzeit in Tawern

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TAWERN. Hochzeitsfeier mal ganz anders! Am Samstag feierte das buddhistische Paar Thang (31 Jahre alt) und Nhung (26) Nguyen seine lang geplante Hochzeitsfeier nach den Gebräuchen seiner Religion im Bürgerhaus in Tawern. Nicht nur für die Gemeinde im Tälchen ein besonderes Ereignis. Auch lokalo war dabei.

Ab 18 Uhr trafen dann zahlreiche Freunde und Verwandte ein, um mit dem glücklichen Paar gemeinsam zu feiern. Wie auch in Europa üblich, wurden zunächst Begrüßungsgetränke gereicht und im Gegenzug die Geschenke an das Brautpaar übergeben. Hier setzte bereits der typische buddhistische Ablauf ein, denn jeder Gast wurde gebeten, sich mit dem Paar ablichten zu lassen. Dann wurde einem Dutzend weißer Tauben die Freiheit geschenkt. Beim Betreten des Bürgersaals, fühlten sich die Gäste wie in einem anderen Land. Die Dekoration vermittelte die Atmosphäre des Heimatlandes der beiden jungen Leute. Eine Besonderheit: Thang stammt aus der nordvietnamesichen Hauptstadt Hanoi, seine Ehefrau aus der Metropole des Südens, Saigon.

In der Landessprache wurden dann auch das Paar und seine Verwandten begrüßt. Besonders vorgestellt wurden die Eltern des Brautpaares. Nach der Bekanntgabe des Ablaufs der Feier hieß es dann endlich “Das Buffet ist eröffnet“. Das Essen war landestypisch – so gab es u.a. panierten Fisch, Bami Goreng, exotisch gewürztes Geflügel, Scampi und vieles andere mehr – und natürlich Reis. Dazu reichten klassisch gekleidete vietnamesische Kellnerinnen Getränke nach Wunsch. Nach dem Essen führte ein Hochzeitsmoderator die rund 250 geladenen Gäste durch das Programm. In deutscher Sprache, obwohl mehr als drei Viertel der Anwesenden aus Vietnam stammte.

Hans G. ein junger Komponist aus der Schweiz sang dann eine Cover-Version von “I Swear“ (Im Original von All for One). Danach sang der Bräutigam für seine Liebste ein eigenes Lied in der Landessprache. Bei den deutschen Gästen sorgte ein besonderer Brauch für Verwunderung. Die Braut wechselte im Laufe der Feier mehrmals ihr Outfit. Unmittelbar vor den Tausch der Ringe wurde Yang ihrem zukünftigen Ehemann vom Brautvater zugeführt. Eine Besonderheit bei Hochzeiten, die hierzulande nur in besseren Kreisen noch zum normalen Ablauf gehört. Unter dem Beifall der Gäste besiegelten die jungen Leute ihre Liebe mit einem Kuss von Thang auf die Stirn der Braut. Nach einigen Gesangseinlagen wurde der dreistöckige Hochzeitskuchen angeschnitten.

Danach wurde bis in die frühen Morgenstunden gefeiert. Nach dem offiziellen Teil war das Bürgerhaus von Tawern fest in deutscher Hand, denn die meisten Gäste aus Vietnam hatten sich sehr früh zurückgezogen.

Andreas (29 Jahre) aus Konz wunderte sich etwas über “klassische Kleidung der meisten Gäste“, ihm gefiel besonders die “exotische Dekoration“. Pascal (26), der nicht verraten wollte, woher er kommt, wunderte sich und war wohl auch etwas erleichtert, dass nicht mit Stäbchen gegessen wurde. Bräutigam Thang, der schon mehr als 20 Jahre in Deutschland lebt, war sehr erfreut über die große Anzahl der Gäste und sieht jetzt gelassen der standesamtlichen Hochzeit entgegen. Seine frisch angetraute Ehefrau Yang, die noch wenig Deutsch spricht: “Es war alles sehr stressig, aber auch sehr schön. Ich habe viele neue Leute kennengelernt und den besten Mann der Welt geheiratet.“ (syz)

1 KOMMENTAR

  1. Sehr Informatif und gut geschrieben. Ich finde es sehr wissenswert was in anderen Laendern fuer. kulturele gebrauche gibt. !

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