Langer Winter bremst Konjunktur

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TRIER. Drei Viertel der rheinland-pfälzischen Handwerksbetriebe beurteilen ihre aktuelle Geschäftslage positiv. Das ergab die Frühjahrs-Konjunkturumfrage der Handwerkskammern in Kaiserslautern, Koblenz, Mainz und Trier. Mit 75 gegenüber 83 Prozent fallen die Beurteilungen deutlich verhaltener als im Vorjahr aus. Ein Grund dafür ist der lang anhaltende Winter zu Jahresbeginn. Auch andere Konjunkturindikatoren spiegeln dieses Stimmungsbild wider, beispielsweise der Auftragsbestand, die Betriebsauslastung und die Umsatzentwicklung.

Die Erwartungen für das kommende Quartal hingegen sind optimistisch: 86 Prozent der Mitgliedsbetriebe der rheinland-pfälzischen Handwerkskammern erwarten eine gute oder befriedigende Geschäftslage. Die Beurteilungen in den Kammerbezirken unterscheiden sich kaum. Im Kammerbezirk Koblenz geben 76 Prozent (Vorjahr: 83 Prozent) der Betriebe positive Geschäftslagebeurteilungen ab, in den Kammerbezirken Trier und Mainz jeweils 75 Prozent (Vorjahr: 84 und 82 Prozent), während es im Kammerbezirk Kaiserslautern 74 Prozent (Vorjahr: 83 Prozent) sind.

Spitzenreiter an positiven Rückmeldungen ist das Ausbaugewerbe. Dazu gehören beispielsweise Maler und Lackierer, Tischler, Elektrotechniker, Installateure und Heizungsbauer. Auch die Baukonjunktur ist nach wie vor auf einem guten Kurs. Die Hypothekenzinsen sind niedrig und ein Mangel an sicheren Anlagemöglichkeiten begünstigt Investitionen in werthaltige Handwerksleistungen, etwa in die eigene Immobilie. Der Bereich der Handwerke für den gewerblichen Bedarf, zum Beispiel Metallbauer, Feinwerkmechaniker oder Elektromaschinenbauer, liegt mit seiner Beurteilung knapp über dem Durchschnitt aller Branchen.

Bei den Kfz-Betrieben ist die Stimmung im Vergleich zum Vorjahr etwas gedämpfter. Die Geschäftslagebeurteilungen der Nahrungsmittelhandwerker fallen positiver aus als im Vorjahr. Die positiven Einschätzungen der Augenoptiker, Zahntechniker, Orthopädietechniker und anderer Handwerker aus dem Gesundheitsbereich sind ebenfalls auf gutem Niveau geblieben. Leichte Rückgänge bei der Stimmungslage gibt es in personenbezogenen Dienstleistungsbetrieben wie Friseuren, Fotografen und Kosmetikern.

Die Auftragsbestände und -eingänge fallen zu Jahresbeginn schwächer aus als im vergangenen Frühjahr. Die Handwerksbetriebe rechnen allerdings in den kommenden Monaten mit einer deutlich besseren Auftragslage. Am schlechtesten stellt sich die Auftragssituation des 1. Quartals im Kraftfahrzeuggewerbe dar. Die Auftragsbestände und ˗eingänge blieben deutlich hinter dem Branchendurchschnitt.

Branchenübergreifend ist die Umsatzentwicklung der befragten Betriebe leicht rückläufig, die Erwartungen fallen jedoch optimistisch aus. Die Betriebsauslastung in den rheinland-pfälzischen Handwerksbetrieben ist geringer als noch ein Jahr zuvor. Mit Abstand sind die Betriebe des Ausbaugewerbes am stärksten ausgelastet, gefolgt von den Handwerken des gewerblichen Bedarfs. Das Schlusslicht bilden die Betriebe der Persönlichen Dienstleistungen.

Trotz des langen Winters ist die Beschäftigungssituation zu Jahresbeginn stabil. Die meisten Einstellungen werden für die kommenden Monate im Bau- und Ausbaugewerbe erwartet, die meisten Personalfreisetzungen dagegen im Kfz-Gewerbe und Nahrungsmittelhandwerk.

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