Luxemburger muss in die Psychiatrie

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TRIER. Am Dienstag wurde ein 35 Jahre alter Luxemburger, der wegen schwerer Körperverletzung und Vergewaltigung vor Gericht stand, zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren verurteilt, die er in einer psychiatrischen Anstalt verbringen muss.

Die Vorsitzende Richterin des Landgerichts Trier, Petra Schmitz, verkündete nach mehreren Prozesstagen das Urteil über den 35-jährigen H. aus Luxemburg, der bereits seit Januar unter Anklage stand. H. soll seine damalige Lebensgefährtin im Frühjahr 2012 vorsätzlich vergewaltigt und im Sommer 2012 körperlich misshandelt haben. Diese letzte Tat, veranlasste die 41-Jährige aus Bitburg, den Mann aus dem Nachbarland anzuzeigen. Das Gericht verhängte nun eine Freiheitsstrafe von drei Jahren, die allerdings nicht im normalen Strafvollzug, sondern in einem psychiatrischen Krankenhaus verbüsst wird. Diese Entscheidung fällte das Gericht auf Empfehlung des Sachverständigen Dr. Ingo Baltes, der das psychologische Gutachten verfasst hatte. Nach Einschätzung des Gutachters ist das “emotionale und gewalttätig-impulsive Verhalten“ des Verurteilten auf eine „äußerst ungünstige frühkindliche Entwicklung“ zurückzuführen, so Richterin Schmitz. Seit früher Kindheit sei häusliche Gewalt das bestimmende Element im Leben des H. gewesen, sein heutiges Verhalten sei davon maßgeblich geprägt. Dies mindere nach Einschätzung des Gerichts die Schuldfähigkeit des Angeklagten. Im Laufe des Prozesses verstrickte er sich nach Ansicht der Justizbehörde im klaren Gegensatz zur Klägerin in widersprüchliche Aussagen, zudem sprach die Beweislage gegen ihn. Da der Angeklagte nach Einschätzung der Kammer aufgrund der Kombination der Straftaten ein hohes Rückfallrisiko aufweist, entschied das Gericht auf Empfehlung des Sachverständigen Baltes, den Mann in einer psychiatrischen Einrichtung unterzubringen. (BIT)

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