Fußball-Oberliga: Niederlagen für Salmrohr und Mehring

0

SALMROHR/HAUENSTEIN. Schwarzer Samstag für den FSV Salmrohr und den SV Mehring in der Fußball-Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar. Die Salmtaler verloren das Spitzenspiel gegen den SVN Zweibrücken vor der Rekordkulisse von 1605 Besuchern mit 0:2 (0:0), Mehring unterlag in Hauenstein in letzter Minute mit 2:3 (1:1).

 

Es ist müßig, über ein anderes Endresultat im Gipfeltreffen zu spekulieren. Was, wenn der Volleyschuss von Tobias Baier in der 4. Minute nach tollem Zuspiel von Daniel Schraps ins Netz und nicht über die Latte geflogen wäre? Gleiches gilt, ob die konfuse Spielleitung von Schiedsrichter Patrick Alt mit entscheidend war, der es versäumte, früh ein Zeichen gegen die „robuste“ Gangart der Gäste zu setzen, stattdessen fleißig „Gelb“ gegen Salmrohrer Akteure zückte, weil er die “Fallsucht und Schmerzensschreie“ der SVN-Akteure nach meist harmlosen Zweikämpfen für bare Münze nahm. „Zweibrücken muss über eine gute Schauspielschule verfügen“, merkte Salmrohrs Präsident Helmut Meeth in der Pressekonferenz an. Das Fazit des Spiels: Spielkunst unterliegt Kampfkraft.

Unsportlicher Höhepunkt der Partie war ein Torschuss von Irvin Raul Parra, der sein Ziel nur knapp verfehlte (54.) nachdem die Hausherren den Ball ins Aus gespielt hatten, um die Behandlung eines gegnerischen Spielers zu ermöglichen. Statt, wie es die Fairness gebietet, Salmrohr den Ball zuzuspielen, schoss er gezielt aufs Tor, wo Sebastian Grub, der weit vor seinem Kasten stand, keine Chance gehabt hätte, einen Treffer zu verhindern. In einer chancenarmen ersten Halbzeit – Ausnahme Baiers Schuss – rettete Gästeschlussmann Thorsten Hodel (44.) seiner Elf das 0:0, als er einen wuchtigen Kopfball von Johannes Kühne nach einer Flanke von Gustav Schulz entschärfte.

Direkt nach dem Seitenwechsel beging ausgerechnet Kühne, sonst ein Muster an Zuverlässigkeit einen eklatanten Abwehrfehler, den Parra mit einem Flachschuss aus spitzem Winkel zum 0:1 nutzte. Danach war der FSV erst einmal geschockt, hatte zudem nach wie vor Probleme, sich gegen die Kampfkraft des Gegners, der den Spielfluss des FSV durch geschickte Staffelung, intensive Laufarbeit, und, wenn nötig, auch mit Härte durchzusetzen. In der 66. Minute dann endlich wieder ein Lebenszeichen des FSV, als Daniel Schraps nach einer Schulz-Ecke mit einem Seitfallzieher an Hodel scheiterte und auch der Nachschuss von Marc Mees abgeblockt wurde. Diese Doppel-Aktion munterte dann auch die Besucher der fast voll besetzten Haupttribüne auf, die sich zuvor eher wie ein Operettenpublikum präsentiert hatten. Die nächste Chance hatten wieder die Gäste. Athanasios Noutsos sah, das Grub zu weit vor seinem Kasten stand, zog aus dem Mittelkreis (!) ab, traf aber nur die Latte. Danach verzog Torjäger Andreas Haas aus 18 m knapp, ehe die letzte Salmrohrer Hoffnung durch einen Kopfball von Matondo Makiadi nach Zuspiel von Alexander Adrian am Außennetz endete. Eine Minute vor dem Ende der Normalspielzeit sorgte Mark Gamber dann per Kopf für das entscheidende 0:2. Zweibrückens Trainer Peter Rubeck sah den Sieg als “am Ende verdient“ an, fügte aber auch hinzu: “Dieser Sieg war noch nicht die Entscheidung im Titelkampf. Wir sind unserem Ziel einen Schritt näher gekommen, mehr nicht.“ Sein Pendant Patrick Klyk war natürlich enttäuscht, hätte “ein Remis als gerecht“ angesehen, wurde aber in seiner Analyse auch sehr deutlich: „Es kotzt mich an, dass wir die Aggressivität des Gegners nicht angenommen und 80 Prozent der Zweikämpfe verloren haben. Wir hatten zu viele Ausfälle, gerade bei den Leistungsträgern. Es ist mir nicht gelungen, meine innere Einstellung auf die Spieler zu übertragen. Ich bin saumäßig enttäuscht.“

FSV Salmrohr: Grub – Petersch (81. Mehrfeld), Hohns, Kühne, Fischer (64. Makiadi) – Schulz, Schraps – Mertinitz, Mees, Adrian – Baier

Tore: 0:1 (46.) Parra, 0:2 (89.) Gamber

Schiedsrichter: Patrick Alt (Heusweiler) – Zuschauer: 1605

Mehring verliert 2:3 in Hauenstein

Wer wegen eines Treffers in der 90. Minute mit leeren Händen nach Hause fährt, der darf mit Fug und Recht von einer unglücklichen Niederlage sprechen. Freilich hilft das 2:3 (1:1) des SV Mehring beim SC Hauenstein tabellarisch im Abstiegskampf nicht, höchstens moralisch. Sekunden vor dem Abpfiff traf Patrick Brechtel nach einem langen Zuspiel zum nicht mehr erwarteten Sieg für die Schuhstädter zum

Der Drittletzte von der Mosel bot dem Tabellenfünften Paroli. So gut, dass der verletzt zuschauende Spielertrainer Dino Toppmöller resümierte: “Wir hätten einen Punkt verdient gehabt, auch wenn Hauenstein am Ende ganz schön Gas gegeben hat und Philipp Basquit einige Male stark gefordert wurde. Insgesamt war es ein Spiel auf Augenhöhe. Unsere Entwicklung ist positiv. Im Hinspiel waren wir beim 0:3 noch chancenlos.“

Mit Simon Monzel für den verletzten Michael Fleck startete Mehring die „Mission Überraschungscoup“ bei den Pfälzern. “Wir haben kompakt gestanden und dem SCH wenig Raum gelassen“, lobte Toppmöller. Eine Taktik, die Wirkung zeigte. Hauenstein leistete sich einen gravierenden Ballverlust, den Sven Kohlei (22.) nutzte, der allein auf Schlussmann Jens Michelbach zulief und ihn zum 1:0 überlupfte. Kurz darauf vereitelte ein Hauensteiner Abwehrspieler das 0:2, als sich Achmed Boussi, Simon Monzel und Sebastian Ting durchgespielt hatten, Tings Schuss aber noch abgeblockt wurde. Statt 2:0 stand es plötzlich 1:1, nachdem Daniel Schattner aus 25 m getroffen hatte. Kurz nach Wiederanpfiff geriet der Aufsteiger ins Hintertreffen, als Eric Veth aus kurzer Distanz traf, aber postwendend schlug Sven Kohlei aus 16 m zurück. Die Schlussminute empfand Toppmöller dann als „sehr bitter“, fügte aber auch hinzu: “Nach dieser EinsteIlung und Leistung sehe ich weiter alle Chancen im Kampf um den Klassenerhalt.“  Erfreulich für Mehring: Der lange verletzte Co-Trainer Erwin Bradasch kam erstmals wieder zu einem Kurzeinsatz.

Kommenden Sonntag, 28. April, ab 15 Uhr, geht es für den SV Mehring weiter. Dann hat man den vom früheren Eintracht-Trier-Coach Werner Weiß trainierten SV Röchling 06 Völklingen zu Gast.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here

Die Redaktion behält sich vor, Lesermeinungen zu kürzen. Es besteht kein Anspruch auf die Veröffentlichung Ihrer zugesandten Meinungen. Klarname ist nicht erforderlich. Eine E-Mail-Adresse muss angegeben werden, wird aber nicht veröffentlicht.