ECE-Shoppingcenter in Trier

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Demokratie geht anders. Verantwortung und Sorgfaltspflicht auch. Dass Trier ein neues Shopping-Center bekommen wird, dessen waren sich die meisten Bürger trotz aller Beschwichtigungsversuche seitens der Entscheidungsträger sicher. Am Mittwoch hatte die Stadt dann zu einer Pressekonferenz
geladen, die Aufklärung bringen sollte, aber längst nicht alle Fragen beantwortete.

Die ECE, ein Projektentwickler aus Hamburg, will das Einkaufszentrum bauen. Darin hat man Übung, denn man besitzt schon fast 200. So weit, so gut. Die Stadt Trier kommt dem Betreiber generös entgegen. Die Fakten gleichen einem Eiertanz. Nein, es gibt keinen Plan, aber es wird einer gemacht. Nein, ein Gutachten gibt es auch nicht. Kein Problem. Es wird eins erstellt, in das ECE sogar seine Vorstellungen einbringen kann. Wer bezahlt? Die Stadt Trier! Wie bitte? Geht’s noch? Die arme Stadt Trier rollt der reichen ECE den Roten Teppich aus? Zum Verständnis: Die ECE gehört zur Otto-Holding, gegründet vom Versandhaus-Mogul Werner Otto, in dessen Portfolio auch der Hermes-Paketdienst zuhause ist, dessen Zusteller von ihrem Lohn nicht leben können. ECE-Chef ist Alexander Otto, Sohn des Bundesverdienstkreuzträgers.Mit Lobby-Arbeit kennt man sich aus in der Hansestadt. Ganz ohne geht in deutschen Landen nämlich nichts. Lobby-Arbeit ist beispielsweise, Geld für den Aus- oder Umbau des Theaters, respektive Renovierung in Aussicht zu stellen. Ein paar andere Bonbons werden sich noch finden lassen. Aber Vorsicht: Nichts ist sicher. Es handelt sich um Absichtserklärungen.

Noch ein Haken. Wieso braucht eine Stadt mit rund 100 000 Einwohnern eine „zweite Galerie“, oder gar eine dritte, denn auch der „Standort Karstadt“ ist noch nicht ganz vom Tisch? Bei der einen Lösung lockt man die Kundschaft aus der Fußgänger- in die Randzone des unmittelbaren Stadtkerns. Bei der zweiten entsteht ein Verdrängungswettbewerb. Geh(t)en einer, zwei, oder gar alle in absehbarer Zeit über die Wupper? Gemach, es ist ja noch nichts entschieden, außer, dass erst mal gezahlt wird. Alle die glauben, etwas zu sagen zu haben, dürfen sich ja zu Wort melden. Allein die Formulierung ist eine Beleidigung. Wer glaubt, noch etwas Gravierendes ändern zu können, lebt in Wolkenkuckucksheim. Und wer daran zweifelt, dass die Kuh schon vom Eis ist, auch. Es bleibt der fatalistische Schluss: Vor der Kappensitzung, pardon, Pressekonferenz, hätte man doch nur einen der in Trier ach so beliebten Arbeitskreise gebildet.

Mehr zum Thema finden Sie in der Rubrik „Kurz und Bündig“

1 KOMMENTAR

  1. wohl wahr! ach ja bezügl des angeblichen topmieters,bzw. lockvogels „HOLLISTER“ verweise ich sie auf wikepedia, dort können sie einiges über die arbeitsbedingungen bei diesen ausbeutern lesen. manchmal frage ich mich; werden wir mitlerweile von verbrechern verwaltet, bzw regiert?

  2. kann nur jedem die dokumentation (ARD) über die menschenverachtenden methoden dieser herren beim hermes -paketdienst ans herz legen. danach wissen alle nichtbestochenen bürger, was hier läuft, und was auf diese schöne stadt noch zukommt!

  3. Selten einen so unsausgegorenen Blödsinn gelesen. Wenn man’s nicht kann, soll man’s lassen. BILD-Stil der übelsten Sorte, ganz schrecklich.
    Hauptsache auf alles, was von der Stadt kommt draufschlagen ohne richtige Argumente und völlig unlogisch. Hier werden Sachen vermischt, die nichts miteinander zu tuen haben, aber Hauptsache Ängste geschürt.
    Auch die ständigen Filzvorwürfe sind ekelhaft und nutzen sich ab. Wo sind die Beweise?
    Wie sagt, Stil der Bildzteitung hoch zehn.

  4. Liebe Moni,

    wenn Sie diese Berichterstattung über ein Thema, das jeden Bürger angeht und interessieren sollte, als unausgegorenen Blödsinn abtun, dann haben Sie offenbar kein Verständnis für die aktuelle Lage Triers oder scheren sich selbst einen Dreck darum. Schade.
    Dass Sie an dieser Stelle vielmehr, so denke ich mal, den Verfasser des Kommentares persönlich angreifen, zeugt nicht unbedingt von einem ausgegorenen Charakter, aber wenigstens, wenn nicht sogar höchstens dafür, dass Sie die von Ihnen genannte „BILD“ des öfteren auch selbst lesen.

  5. Ich fordere seit Jahren einen Intelligenztest und einen Charaktertest vor Amtszulassung für Politiker und höhere Beamte.

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