Späte Taufe für zwei Trierer Straßen

    0

    TRIER-NORD/TRIER-OLEWIG. Nach langer Bauzeit wurden heute die Herzogenbuscher- und die Olewigerstraße offiziell den Trierer Bürgern übergeben. Zu diesem Anlass schwang sich Innenminister Roger Lewentz gemeinsam mit Oberbürgermeister Jensen aufs Rad. Grund für die zwölf- beziehungsweise zehnjährige Bauzeit sei der klamme Stadt- und auch Landessäckel.

    Ein sportlicher Termin für Oberbürgermeister Jensen, den Minister für Inneres,  Sport und Infrastruktur Lewentz, und einige Vertreter des Stadtrates: Mit einer symbolischen „Radtour“ von der Arena bis zur Hospitalsmühle und zurück weihten sie heute die erst im vergangenen Jahr fertig gestellte Herzogenbuscherstraße im Trierer Norden ein. Ein langer Weg war es vom Baubeginn im Jahr 2003 bis hierher. Lang, aber notwendig: „Die Herzogenbuscherstraße bot früher ein unsägliches Bild“, sagt Dr. Maria Duran- Kremer, Ortsvorsteherin in Trier- Nord. Heute sei sie ein erster Schritt zum „grünen Gürtel in Nord“. Jensen bestätigt das: „Diese Straße ist für diejenigen, die über Autobahn und Verteilerkreis in die Stadt einfahren, quasi das Entreé und somit auch ein Aushängeschild für Trier.“

    Klamme Finanzen sorgen für lange Bauzeiten

    Eine ähnlich lange Bauzeit wie die Herzogenbuscher- weist auch die Olewigerstraße auf. Nachdem im Jahr 2001 die Riesling-Weinstraße als Ortsumgehung eröffnet worden war, begannen hier die Bauarbeiten. Renaturierung und Gewässeraufbau standen im Vordergrund. Besonders prägend für den neuen Ortskern in Olewig ist das sogenannte „Waschbrett“, ein Kunstwerk des Olewiger Künstlers Werner Bettendorf. Es soll an die Frauen erinnern, die während des zweiten Weltkrieges ihre Wäsche im Olewiger Bach wuschen. Fertig gestellt wurden die gesamte Straße sowie der Ortskern im Jahr 2009. In Bezug auf die Gründe für die lange Bauzeit zeigen sich Jensen und Lewentz einig. „Wenn es so lange dauert, dann liegt es an der Unterfinanzierung“, sagte der Oberbürgermeister. Und das ist offenbar kein originär trierisches, sondern ein bundesweites Problem: Eine Arbeitsgruppe bestehend aus den Verkehrsministern der Länder habe im Bereich Verkehr einen Investitionsstau von sieben Milliarden Euro festgestellt, so der Innenminister. Deshalb sei der Ausbau der beiden Trierer Straßen „ein gutes Signal“. Lewentz scherzte: „Trier ist uns lieb und teuer“. Aber auch die Trierer selbst kam der Ausbau teuer zu stehen, Jensen sprach von „einem gewaltigen Anliegeranteil“ (siehe Infobox). 

    HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

    Please enter your comment!
    Please enter your name here

    Die Redaktion behält sich vor, Lesermeinungen zu kürzen. Es besteht kein Anspruch auf die Veröffentlichung Ihrer zugesandten Meinungen. Klarname ist nicht erforderlich. Eine E-Mail-Adresse muss angegeben werden, wird aber nicht veröffentlicht.