Brandstiftungs-Prozess mit kurzem Auftakt

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TRIER. Am Dienstag begann der Prozess gegen einen 30-jährigen Mann aus dem Raum Wittlich, der sich vor dem Landesgericht Trier wegen versuchter schwerer Brandstiftung, Bedrohung und schwerer Körperverletzung verantworten muss. Bereits nach ungefähr zehn Minuten war der Termin beendet.

Die Vorsitzende Richterin Petra Schmitz, sowie alle weiteren Anwesenden im Saal 70 des Landgerichts Trier konnten nach nur knapp zehn Minuten ihre Sachen wieder einpacken und den Raum verlassen. Grund für diesen kurzen ersten Verhandlungstermin war das Fehlen des psychiatrischen Sachverständigten. Das Gutachten steht erst zum zweiten Termin am kommenden Mittwoch, den 24. April, zur Verfügung. Daher beließ es die Richterin dabei, zum Auftakt die Anklageschrift zu verlesen.

Bis zum Herbst 2012 befand sich der Angeklagte, wegen der Gefahr der Selbsttötung, in einer psychiatrischen Einrichtung. Bei seiner Entlassung wurde er von seiner ehemaligen Lebensgefährtin abgeholt. Zu Hause angekommen, soll er sie körperlich misshandelt haben. Darüber hinaus soll er Gegenstände nach ihr geworfen, sie getreten und geschlagen haben. Aus Angst verließ die Frau die Wohnung und lief die Straße entlang. Nach einigen Metern soll ihr ihre Mutter mit dem Auto entgegen gekommen sein. Sie stieg ein und wollten zurück in die Wohnung fahren. Der Angeklagte hatte zu diesem Zeitpunkt die Wohnung ebenfalls verlassen. Trotz fehlender Fahrerlaubnis stieg er in den Wagen seiner Lebensgefährtin und nahm die Verfolgung auf. Als er den Wagen der Schwiegermutter erkannte, steuerte er frontal auf diesen zu. Fast wäre es zu einem Aufprall gekommen, doch der Angeklagte bremste im letzten Augenblick. Nach eigenen Aussagen, hätte er den Unfall “billigend in Kauf genommen.“ Er verließ den PKW und lief auf den anderen Wagen zu. Dort soll er den beiden Frauen mit den folgenden Worten gedroht haben: “Jetzt fackel ich das Haus ab, denn wenn ich gehe, gehst du mit.“ Unmittelbar danach soll er wieder zur Wohnung zurückgefahren sein, wo er einen Blumenkübel überfuhr. Sofort rannte er in den Keller, wo er einen Benzinkanister holte. Diesen soll er in der Wohnung entleert haben. Auch ein Feuerzeug hatte er angeblich schon griffbereit. Allerdings holte er zunächst noch einen weiteren Kanister aus dem Keller. Als er wieder in die Wohnung zurückkam, erschienen die von den Bedrohten inzwischen verständigten Polizisten, die ihn abführen mussten.

Er wurde in Untersuchungshaft genommen. Es stellte sich heraus, dass er bereits mehrfach vorbestraft ist. Ein Geständnis seinerseits liegt bis zum heutigen Tage nicht vor.

Am Mittwoch nächster Woche wird das Verfahren fortgesetzt. An diesem Tag werden vier Zeugen, zwei Polizeibeamte, die damalige Lebensgefährtin sowie deren Mutter, zum Sachverhalt befragt. Verteidiger Otmar Schaffarczyk kündigte für den nun folgenden Termin Überraschendes an: “Der Angeklagte wird sich umfassend zum Tatvorwurf äußern.“ Allein dieser Teil des Prozesses könnte rund zwei Stunden in Anspruch nehmen.“ (tw)

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