Willis Korbleger

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Selbst der größte Optimist muss nun akzeptieren, dass es für die Trierer Basketballer ums nackte sportliche Überleben geht. Der Trend spricht gegen ein positives Ende, die Gewissheit, dass die Mannschaft besser spielen kann, als sie es derzeit tut – vor allem bei Auswärtsspielen – dafür. Angesichts von nur noch vier Spielen, von denen drei in fremden Hallen stattfinden, dazu auch noch die letzten drei, wird die noch vorhandene Zuversicht zusätzlich gedämpft.

Wer das Für und Wider eines guten Endes für die TBB seriös ausloten will, muss spätestens jetzt zu den Grundrechenarten greifen. Dann anders als im Fußball, wo ein Blick auf das Torverhältnis genügt, um den Vor- oder Nachteil für die eine oder andere Mannschaft bei Punktgleichheit auszumachen, ist das zweite Kriterium für die Tabellenreihenfolge beim Basketball der Direktvergleich zwischen den Kontrahenten. Bei der Enge im Keller der Liga ist nicht auszuschließen, dass nach 34 Spielen zwei oder gar mehr Vereine den vorletzten Platz belegen.

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Und nur um den geht es noch, da die LTi Gießen 46ers als Gründungsmitglied der Bundesliga bereits als Absteiger feststehen. Beginnen wir von unten. Trainer Henrik Rödls Mannschaft hat vier Punkte Vorsprung auf die Neckar Riesen Ludwigsburg, bei denen sich der Trainerwechsel von Steven Key zu John Patrick noch nicht ausgezahlt hat. In Ludwigsburg verlor Trier mit 60:71, gewann zu Hause mit 79:73. Hieße bei Punktgleichheit: Vorteil Ludwigsburg. Der nächste Konkurrent ist Braunschweig, zwei Punkte zurück. Trier hat beide Duelle verloren. 70:72 zuhause, 81:84 auswärts – der Direktvergleich ist weg. Kandidat Nummer 3 ist Bayreuth. Ein Spiel weniger und ebenfalls zwei Punkte zurück. Dem Trierer Heimsieg (72:65) folgte ein 71:75 in der Wagnerstadt. Das macht bei 2:2 Punkten ein knappes Plus von drei Korbpunkten für die TBB. Schauen wir auf Frankfurt, das in der Hinrunde noch mit 78:59 aus der Arena gefegt wurde, inzwischen punktgleich ist und im Rückspiel am Samstag in einer Woche favorisiert ist. Die Bilanz von 3:7 für Trier aus den letzten zehn Spielen und 7:3 für Frankfurt spricht eine deutliche Sprache. Bremerhaven hat so viele Pluspunkte wie die TBB, aber auch den Direktvergleich wegen der 73:105-Niederlage an der Nordseeküste für sich entschieden. Letzter Club in der Gefahrenzone ist der MBC, bei dem die Moselaner am Mittwoch eine Zwölf-Punkte-Niederlage kassierten. Da der Trierer Heimsieg deutlicher ausfiel, spricht der Direktvergleich für Trier. Die oberste Prämisse für das Rödl-Team lautet aber, möglichst viele der noch ausstehende vier Spiele zu gewinnen, um auf solche Rechenspielchen erst gar nicht angewiesen zu sein.

Ganz kompliziert wird es nämlich, sollten nach dem letzten Spieltag mehr als zwei Teams mit gleicher Punktzahl den zweiten Abstiegsplatz  belegen. Dann würden die Resultate aller Clubs auf gleicher Höhe miteinander verglichen. Und dann wird die Festlegung der Reihenfolge fast zum Lotteriespiel. Fest steht, dass die letzten vier Spieltage der Saison mehr Spannung und auch Zittern mit sich bringen, als zu Beginn der Runde zu erwarten war. Der Trend hat sich umgekehrt. Gestartet ist Trier mit 7:3-Siegen. Die Bilanz der letzten Wochen ist mit 3:7 genau umgekehrt. Was so hoffnungsvoll, ja geradezu euphorisch begann, wird doch wohl nicht in Trauer enden? Man mag nach 23 Jahren ununterbrochener Bundesligazugehörigkeit nicht daran denken.

1 KOMMENTAR

  1. wie wahr, wie wahr. leider gottes bahnt sich das seit wochen an. der mannschaft fehlt ein kopf. einer, der in kritischen phasen die ruhe bewahrt. weder howell noch doreth sind dazu in der lage

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