Schwesternschülerin vor dem Landgericht freigesprochen

0

TRIER. Eine heute 21-Jährige, die im Februar 2010 durch Fahrlässigkeit den Tod einer Patientin herbeigeführt haben soll, ist in zweiter Instanz freigesprochen worden. Das teilte das Landgericht Trier heute mit. Der Tod sei durch eine Verkettung unglücklicher Umstände zustande gekommen, heißt es in der Urteilsbegründung.

Aquapaks werden unter anderem in der Intensivpflege eingesetzt, um die Luft aus Beatmungsgeräten zu befeuchten. An ein solches Gerät war die 92-jährige Patientin im Februar 2010 nach einer Operation angeschlossen. Befestigt waren beide Geräte mittels einer Wandhalterung. Als sich diese löste, schloß die angeklagte Schwesternschülerin beide Geräte wieder an, wobei sie aber das Aquapak um 180 Grad verdreht einsetzte. Laut dem ersten Urteil des Jugendgerichtes Bitburg vom 22.12.2011 führte dies zum Tod der Patientin, da so Wasser durch einen Schlauch in die Atemwege laufen konnte. Die Schwesternschülerin wurde daher wegen fahrlässiger Tötung nach Jugendstrafrecht zur Zahlung einer Geldbuße verurteilt. Die 21-Jährige legte Berufung gegen das Urteil ein.

Das Landgericht Trier gab ihr heute Recht, die falsche Befestigung des Aquapaks könne nicht als alleinige Todesursache der Patientin geltend gemacht werden. Vielmehr sei „eine Vielzahl zusammenwirkender Umstände für den Tod der Patientin ursächlich“, heißt es in der Urteilsbegründung. Das Urteil fußt auf einem Gutachten der Universitätsmedizin Mainz, nach dem „erhebliche Zweifel daran bestehen, dass eingeatmetes Wasser in maßgeblicher Weise zum Tode der Patientin führte“. Auch die defekte Wandhalterung sowie eine fehlende Sperreinrichtung, die ein unsachgemäßes Anbringen des Aquapaks verhindern hätte können, müssten hier als Faktoren berücksichtigt werden, legte die 8. Strafkammer des Landgerichts Trier unter Vorsitz von Richter Albrecht Keimburg fest. Das Verfahren wurde in der Folge wegen der geringen Schuld der Angeklagten eingestellt.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here

Die Redaktion behält sich vor, Lesermeinungen zu kürzen. Es besteht kein Anspruch auf die Veröffentlichung Ihrer zugesandten Meinungen. Klarname ist nicht erforderlich. Eine E-Mail-Adresse muss angegeben werden, wird aber nicht veröffentlicht.