TBB Trier: Abstiegskampf – Wölfe stürzen Trier tiefer in die Krise

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TRIER. Bittere Niederlage für die Trierer Basketballer: TBB Trier verlor verdient mit 72:84 beim MBC Weißenfels und kassierte die vierte Niederlage in Folge. Das schlechteste Rückrundenteam nach den finanziell gebeutetelten Gießenern befindet sich damit mitten im Abstiegskampf. Mit nur einem Heimspiel bei drei Auswärtsspielen steht zudem ein schwieriges Restprogramm auf dem Spielplan. Bester Punktesammler in der mit 1900 Zuschauern nur mäßig gefüllten Stadthalle Weißenfels war MBC-Forward Devin Uskoski mit 25 Punkten.

Vor dem Spiel war von Abstiegsangst bei den Trierern nichts zu spüren. Bastian Doreth und Mathis Mönninghoff schielten im Interview vor der Partie eher noch auf die Playoffs, Henrik Rödl von Spiel zu Spiel. Trotz des Faktes, dass Trier –mit Ausnahme des Spiels in Gießen – seit vier Monaten nicht auswärts gewinnen konnte und Jermaine Bucknor nicht mitspielen konnte, sicherlich eine Überraschung. Immerhin gab es auch Positives zu berichten: Bastian Doreth war nach überstandener Erkältung zwar nicht im Vollbesitz seiner Kräfte, aber einsatzbereit und Dragan Dojcin ersetzte Bucknor. 

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Trier startete wieder mit Mönninghoff für Stewart und der ansonsten etablierten Starting Five in die Partie. Der Start gelang den Schützlingen von Henrik Rödl – nach Punkten von Linhart und vier Punkten von Harper, darunter ein Dunking, lag man schnell mit 6:2 in Front. Trier verteidigte besser als in den letzten Spielen und bestimmte das Tempo der Partie. Vor allem Harper hatte nach der schwachen Vorstellung gegen Hagen „Wiedergutmachung“ auf seine Fahne geschrieben und spielte bärenstark. Mit einem Dreier brachte er die Trierer mit 16:11 in Führung und markierte seine Punkte acht bis zehn. Absetzen konnten sich die Moselstädter jedoch nicht: Devin Uskoski traf mit der Viertelsirene seinen zweiten Dreier – mit 18:16 ging es in den zweiten Durchgang.

Dort hatten auch die Gäste aus Deutschlands ältester Stadt den besseren Start. Während sich der MBC vornehmlich auf Würfe von jenseits der 6,75-Meter-Linie konzentrierte und wenig Erfolg hatte, suchte Trier konsequent den Weg zum Korb. Vier Punkte von Vitalis Chikoko und die ersten Punkte von Dragan Dojcin halfen zu einem 8:3 Lauf und der 26:19 Führung. MBC-Coach Silvano Poropat reagierte nach dreieinhalb Minuten mit einer Auszeit. Diese fruchtete auch sofort – ein 0:5 Lauf durch einen Dreier von Uskoski und Punkte von Malte Schwarz zwangen auch den Trierer Headcoach zu einem Timeout. Nate Linhart und Co. bekamen die Partie danach zwar zunächst wieder in den Griff und bauten die Führung aus – dann verloren sie aber zum Ende des Viertels erneut den Faden. Pantelic und Beidler sorgten mit einem weiteren 0:5 Lauf dafür, dass beim 33:31 Halbzeitstand noch alles möglich war.

Im Gegensatz zum Hinspiel kam Trier nicht mit der nötigen Energie aus der Kabine. Weißenfels übernahm schnell die Führung und nach einem Korbleger von Pantelic zum 35:38 nahm Rödl schon früh im dritten Spielabschnitt die erste Auszeit. Zu wenig Zug zum Korb will der gebürtige Hesse gesehen haben und forderte mehr Aggressivität. Doch auch diese konnte den 0:13 Lauf nicht verhindern. Der Lauf des MBC erinnerte an den der Trierer im Hinspiel. Erst ein beherzter Alleingang von Linhart beendete die Punkteflaute. Der beste Trierer Spieler in dieser Spielzeit legte wenig später einen Dreipunktewurf zum 44:40 nach. Poropat nahm die Auszeit, doch Djordje Pantelic erwies seinem Team einen Bärendienst. Der Center in Diensten des Mitteldeutschen BC kassierte ein technisches Foul und Trier bekam Freiwürfe und den Ballbesitz. So gelang den Moselstädtern mit einem eigenen 11:0 Lauf die abermalige 46:44 Führung. Ein verrücktes Basketballspiel. Während Trier von Linhart getragen wurde,  hatten die Wölfe in Uskoski ihren stärksten Akteur. Der US-Amerikaner, der vor drei Jahren noch in der Regionalliga spielte,  brachte sein Team mit zwei Punkten und einem Assist auf Phillip Heyden wieder in Führung. Beim 52:56 vor dem letzten Viertel bahnte sich das erwartete Kopf-an-Kopf Rennen an.

Dieser Eindruck änderte sich dann aber zu Beginn der entscheidenden zehn Minuten. Leider waren es aus Sicht der TBB Fans die Weißenfelser Spieler, die die Entscheidung gleich zu Beginn des vierten Spielabschnitts herbeiführen wollten. Dreier von Uskoski und Osvaldo Jeanty sorgten für eine 54:63 Führung und zwangen Rödl abermals zu einer Auszeit. Rödl musste nach der Besprechung mit ansehen, wie Uskoski und Jeanty ihr Team mit zwölf Punkten in Führung brachten. Trier brauchte eine konzentrierte Schlussphase, um nicht auch noch den direkten Vergleich herzuschenken. Als Uskoski dreieinhalb Minuten vor dem Ende der Partie mit seinem 23. Punkte das 60:73 markierte, war die Partie entschieden. Trier kämpfte zwar wieder einmal, aber um Livestream-Moderator Chris Schmidt zu zitieren „Sie waren stehts bemüht“ als Zeugnis reicht auf BBL-Niveau nicht aus. Stewart traf seine Dreipunktwürfe erst, als es zu spät war. Die Verteidigung stand im letzten Viertel ebenfalls neben sich. Die Suppe war gegessen, der MBC besiegte Trier mit 72:84. Der gewonnene direkte Vergleich war nach der vierten Niederlage in Folge ein schwacher Trost. Trier befindet sich spätestens jetzt in akuter Abstiegsnot und muss am Sonntag gegen Tübingen dringend den Schalter umlegen. Auswärts wird in dieser Saison für das zweitschlechteste – und seit vier Monaten in der Fremde erfolglose – Team wohl nichts mehr zu holen sein. (cw)

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