Preis für „kleinen Verein mit großer Wirkung“

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TRIER. Seit zehn Jahren verleiht die Stadt Trier mit dem Oswald von Nell- Breuning eine Auszeichnung, die Menschen und erstmals auch einen Verein würdigt, deren Werk an das Vermächtnis des berühmten Sozialethikers erinnern. In diesem Jahr wurde „TransFair“ e. V. geehrt, ein gemeinnütziger Verein, der sich seit 1992 für die Förderung des Fairen Handels mit der Dritten Welt einsetzt. Der Verein selbst sieht aber noch Luft nach oben.

Pantomimisch findet die schwere Arbeit der Bauern in der dritten Welt Eingang in die Promotionsaula des Jesuitenordens. Schüler des Friedrich- Wilhelm- Gymnasiums zeigen kurze Szenen über die menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen in Dritte- Welt- Ländern. Ein kontrastreicher Abend- auf der einen Seite eine feierliche Preisverleihung, auf der anderen Seite soll aber auch das Leid der Menschen in den ärmeren Regionen dieser Welt nicht vergessen werden. Denn schließlich steht heute ein Verein im Mittelpunkt, der sich genau damit befasst. „TransFair“ ist ein Verein zur Förderung des Fairen Handels mit den Ländern der Dritten Welt. Dessen Ziele liegen in der Sicherung der Selbstbestimmung und des Lebensunterhalts der Bauern und Produzenten, ermöglicht durch einen fairen Handel mit den Konsumenten. Als fairen Handel bezeichnet man kontrollierten Handel. Hierbei legen sogenannte Fair-Trade Organisationen einen Mindestpreis für die gehandelten Produkte des Erzeugers fest. Dies soll den Produzenten ein höheres und verlässlicheres Einkommen als im üblichen Handel garantieren. Zusätzlich werden langfristige Beziehungen zwischen Händler und Erzeugern aufgebaut.
Für dieses Engagement wurde der in Köln ansässige Verein in diesem Jahr mit dem Oswald von Nell- Breuning Preis ausgezeichnet. „Es ist TransFair gelungen, den Fokus auf große Probleme und Ungerechtigkeiten in den armen Regionen zu lenken, die mit etwas mehr Verantwortungsbewusstsein der sogenannten zivilisierten Welt, also unsereins, von jedem von uns, erheblich gelindert werden könnten“, begründete Oberbürgermeister Klaus Jensen die Wahl des Preisträgers. Das gleich ein ganzer Verein ausgezeichnet wird, ist eine Premiere. In den vergangenen Jahren erhielten Einzelpersonen den mit 10.000 Euro dotierten Preis. Seit 2003 vergibt die Stadt Trier den Oswald von Nell-Breuning-Preis. Er soll zum einen an das Lebenswerk des Jesuitenpaters und Sozialethikers erinnern, zum anderen aber auch zu einer aktiven Auseinandersetzung und Weitergabe seines Vermächtnisses anregen. Paul Kirchhof, ehemaliger Verfassungsrichter, war der erste Preisträger. Zuletzt wurde Norbert Blüm im Jahr 2011 ausgezeichnet.
Die frühere Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Heidemarie Wieczorek-Zeul, betonte den Nutzen der Arbeit des Vereins: „TransFair leistet einen ganz wesentlichen Beitrag zur Entwicklungsförderung und Armutsbekämpfung. Weltweit profitieren 1,2 Millionen Kleinbauern und Arbeitnehmer in über 60 Ländern von fairem Handel. 6 Millionen Menschen können mir fairem Handel ihre Lebenssituation verbessern.“ Heinz Fuchs, Vorstandsvorsitzender von „TransFair“ ließen diese Worte nicht kalt. Sichtlich gerührt stieg er auf das Podest um seine Dankesrede zu halten. Seine anfänglich noch zitternde Stimme wurde zunehmend klarer. Er bedankte sich dafür, dass „ein kleiner Verein mit großer Wirkung“ diesen Preis erhalte. Trotzdem wolle er sich nicht auf den Lorbeeren ausruhen. „In Deutschland geben die Menschen im Durchschnitt 6 Euro im Jahr für Fair-Trade (=fairer Handel) Produkte aus. Da ist noch deutlicher Steigerungsbedarf“, sagte Fuchs.

 

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