Kriminelle Karrieren vor Gericht- Prozess wegen räuberischer Erpressung fortgesetzt

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    TRIER. Der Prozess wegen räuberischer Erpressung gegen zwei Männer aus dem Raum Wittlich wurde heute vor dem Landgericht Trier fortgesetzt. Die Angeklagten im Alter von 27 und 35 Jahren sollen für mehrere Wohnungseinbruchsdiebstähle im Raum Wittlich verantwortlich sein. Darüber hinaus sollen sie unter Gewaltandrohung den PIN-Code des Bankkontos einer Seniorin erpresst haben.

    Im September 2012 sollen die Angeklagten im Raum Wittlich sieben Wohnungseinbruchsdiebstähle verübt haben. Bei ihren Opfern soll es sich ausschließlich um ältere Menschen gehandelt haben, zu deren Wohnungen sie sich nachts Zutritt verschafften. In einem Fall sollen sie in das Haus einer 85-jährigen Seniorin eingebrochen sein. Dort fanden sie unter anderem ihre EC-Karte. Durch den verursachten Lärm wurde die Frau wach. Die Tatverdächtigen sollen sie unter Gewaltanwendung und Bedrohung zur Nennung des PIN-Codes aufgefordert haben. Seit dieser Nacht ist die Seniorin stark traumatisiert und kann nicht mehr alleine in ihrer Wohnung leben. Der jüngere Angeklagte hat die Tat bereits gestanden, wohingegen der ältere bislang schweigt.

    Das Duo blickt auf ein langes Vorstrafenregister zurück

    Zwei Angeklagte, zwei dicke Aktenstapel über zwei kriminelle Karrieren. Der 27-jährige Angeklagte G. wohnte bis zu seinem 16. Lebensjahr bei seinen Eltern und blieb bis dahin strafrechtlich unauffällig. Nach dem Unfalltod des Bruders brach er mit seiner Familie. Von diesem Zeitpunkt an schlidderte er unaufhaltsam in die Kriminalität. Im Jahre 2000 beging G. den ersten Ladendiebstahl. Es folgten Anklagen wegen Sachbeschädigung, Hausfriedensbruch, Körperverletzung und Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz. Mit einem Komplizen stahl er ein Auto von einem öffentlichen Parkplatz und fuhr es ohne Führerschein. Daraufhin wurde ein Verfahren wegen Diebstahls und unerlaubten Führen eines PKWs eingeleitet. Der Angeklagte wurde bereits mehrfach zu Freiheitsstrafen verklagt. Während des Absitzens einer Haftstrafe versuchte er, mittels Löffel und Gabel das Mauerwerk zu durchdringen. Nach 50 Zentimetern gab er schließlich auf. Selbst die Verteidigerin des Angeklagten, Rechtsanwältin Martha Schwiering, musste schmunzeln, als Richterin Petra Schmitz die Akte über den Ausbruchsversuch verlas. Die „naive Vorgehensweise“, wie Schmitz es nannte, brachte ihm eine weitere Verurteilung wegen Sachbeschädigung ein. Der 35-järige Angeklagte R. wuchs in mehreren Heimen auf. Seine Eltern kennt er nicht. Mit versuchter Urkundenfälschung im Jahre 1993 ist er zum ersten Mal strafrechtlich in Erscheinung getreten. Es folgten Anklagen wegen Körperverletzung, Diebstahl, Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz und Hausfriedensbruch. In seiner späten Jugend verfiel er dem Heroin und entwickelte eine Abhängigkeit. Es vergingen einige Jahre bis er sich die Sucht eingestehen konnte. Dann ging er zur Polizeiwache und gestand die Straftaten aus seiner Vergangenheit. Er wollte freiwillig ins Gefängnis, um vom Heroin loszukommen. Im aktuellen Verfahren verweigert R. bislang die Aussage, sowohl zu der ihm vorgeworfenen Tat als auch zu seinem Lebenslauf. Das Verfahren wird am 16.4.2013 fortgesetzt. (tw)

     

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