Eintracht Trier: „Kleines Endspiel“ mit 1:0 gegen Hessen Kassel gewonnen

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TRIER. Im Vorfeld des Spiels hatte Eintracht-Trainer Roland Seitz von einem „kleinen Endspiel um die Playoff-Ränge“ gesprochen. Dieser Satz verdeutlichte die Wichtigkeit dieses Regionalliga-Spiels. In einer zum Teil sehr zähen Partie setzte sich die Eintracht vor 1.533 Zuschauern knapp mit 1:0 (0:0) gegen Hessen Kassel durch. Das Goldene Tor erzielte Marco Quotschalla zu Beginn der zweiten Halbzeit. 

Bereits vor Anpfiff sorgten die „Fans“ von Hessen Kassel für reichlich Action. Weißer Rauch und eine Stichflamme stiegen empor. Zwei Zaunfahnen gingen dabei in Flammen auf. Ein mutiger Fan schaffte es, die brennende Fahne vom Zaun zu reißen und verhinderte somit ein Überspringen der Flammen auf die weiteren Zaunfahnen. Auch die Eintracht-Fans machten auf sich aufmerksam. Nicht mit Pyro, vielmehr mit Kritik am Trainer. „Nicht für den Trainer…“ war auf einem Plakat am Zaun des Trierer Fanblocks zu lesen.

Seitz begann das Spiel mit Quotschalla in vorderster Front. Für den Top-Torschützen Chhunly Pagenburg reichte es nicht zu einem Einsatz. Er stand verletzungsbedingt gar nicht erst im Kader. Taktisch spielten die Trierer in einem 4-2-3-1 System.

In einer mäßigen ersten Halbzeit fielen keine Tore. Die besseren Chancen hatten eindeutig die Gäste. In der 23. Minute nahm sich Schmeer ein Herz und schoss den Ball aus 25 Metern halbrechter Position Richtung Kasten. Die Kugel zischte nur Zentimeter am linken Winkel vorbei. Eintracht-Keeper Lengsfeld wäre wohl machtlos gewesen. In der 42. Minute vergaben die Hessen die bis dahin beste Chance des Spiels. Gaede drang von links in den 16er ein und lief frei auf Lengsfeld zu. Er spielte den Ball in die Mitte, wo Schmeer verpasste. Das Leder erreicht Mayer, der am rechten Eck des Fünfmeterraums wartete und die Kugel Richtung Innenstadt bolzte. Die Trierer waren zwar in den ersten Spielminuten überlegen, erarbeiteten sich in Hälfte eins aber keine klare Torchance. In der 5. Minute verfehlt Quotschalla eine Flanke von Anton nur knapp. Der Vorlagengeber hatte in der 30. Minute selbst eine Torchance. Sein Schuss aus spitzem Winkel traf nur das Außennetz.

Nach der Pause kamen die Trierer mit viel Dampf aus der Kabine. Trainer Seitz hatte scheinbar die richtigen Worte gefunden. Es dauerte keine 180 Sekunden, ehe Marco Quotschalla die Führung für die Heimmannschaft erzielte. Einen schnellen Spielzug durch das Mittelfeld vollendete er souverän. Freistehend vor Nulle schob er den Ball in die lange rechte Ecke, wo er neben dem Pfosten einschlug. Nur eine Minute später hätte die Eintracht um ein Haar auf 2:0 erhöht. Wieder war es Quotschalla, der aus 20 Metern einen strammen Schuss abfeuerte. Diesmal war Torhüter Nulle auf dem Posten und klärte mit einer sehenswerten Parade. Bis zur 61. Minute war von den Gästen offensiv wenig bis gar nichts zu sehen. Doch dann wurde es hektisch. Gästetrainer Uwe Wolf war so in Rage, dass er ein kleines Hütchen von der Tartanbahn auf den Rasen kickte. Was war geschehen? Nach einem Freistoß von Mayer kam Schmeer zum Kopfball. Lengsfeld klatschte die Kugel nach vorne ab und der Nachschuß schlug im rechten oberen Eck ein. Der Kasseler Torjubel wurde von einem Pfiff des Unparteiischen unterbrochen. Er entschied auf Abseits. In der 65. Minute musste Yesilyurt verletzt ausgewechselt werden. In einem Zweikampf am eigenen Sechzehner bekam er die Hand eines Gegenspielers ins Gesicht. Gegen Ende des Spiels kamen die Kasseler noch einmal auf. In der 72. Minute parierte Lengsfeld einen wuchtigen Kopfball von Müller brillant. Sekunden vor dem Schlusspfiff gab es noch einmal Freistoß für Kassel aus 20 Metern. Der Schuss knallte in die Mauer. Den Abpraller sicherte sich Schmeer, der aus spitzem Winkel nur das Außennetz traf. Kurze Zeit später pfiff Thorsten Braun aus Saarbrücken die Partie ab, zur Freude der Trierer Verantwortlichen und Anhänger.

Nach dem Spiel sorgten einige Kasseler „Fans“ für einen Eklat. Sie überquerten den Zaun der Fankurve und stürmten das Spielfeld. Einige Spieler der Hessen versuchten einzugreifen. Der Pöbel ließ sich davon nicht abhalten und stürmte Richtung Trierer Fanblock. Es kam zu einem Handgemenge. Getränkebecher und Fahnenstangen flogen. Letztlich bekam die Polizei die Situation in den Griff und führte die Kasseler wieder in ihren Fanblock oder vermutlich direkt in die Grüne Minna. Nach ersten Angaben gab es keine Verletzten.

Am Samstag in einer Woche (14 Uhr) reist die Eintracht zum SV Elversberg, einem weiteren Mitfavoriten um den Aufstieg. Hessen Kassel spielt zu Hause gegen den SC Pfullendorf. (tw)

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