EEG- Umlage oder Arbeitsplätze? IHK Trier besorgt

0

TRIER. Mit dramatischen Auswirkungen der steigenden Strompreise für die Unternehmen in der Region rechnet die Industrie- und Handelskammer (IHK) Trier. Geschätzt 13 Millionen Euro kostet allein die EEG-Umlage 2013 die Betriebe aus den Branchen Handel, Dienstleistung und Industrie in der Region. Ohne diese Belastung könnten die Unternehmen rechnerisch 260 Arbeitsplätze schaffen, geht man von einem durchschnittlichen Arbeitgeberbruttogehalt von 50 000 Euro aus.

„Die Höhe der EEG-Umlage hat eine kritische Grenze erreicht. Jede weitere Steigerung wäre inakzeptabel“, kommentiert Heinz Schwind, stellvertretender Geschäftsführer der IHK Trier. Allein die Erhöhung der EEG-Umlage von 3,59 Cent je Kilowattstunde (2011) auf 5,38 Cent im Jahr 2013 entspricht nach Berechnungen der IHK einem Beschäftigungsäquivalent von knapp 100 Arbeitsplätzen. Insgesamt bedeute die Erhöhung der Umlage eine Mehrbelastung von schätzungsweise 4,5 Millionen Euro für das verarbeitende Gewerbe in der Region. Hinzu kommt, dass die EEG-Umlage den privaten Haushalten in der Region schätzungsweise 16 Millionen Euro Kaufkraft entzieht, die nicht für Dienstleistungen und im Einzelhandel ausgegeben werden können. Dies entspräche weiteren 320 Arbeitsplätzen. Rund zwei Drittel der IHK-Mitgliedsunternehmen geben daher in einer aktuellen Umfrage die hohen Energie- und Rohstoffkosten als ein Hauptrisiko für ihre wirtschaftliche Entwicklung an. Bei den Industrieunternehmen sind es sogar 78 Prozent. „Das ist eine enorme und ernsthafte Bedrohung für unsere Wettbewerbsfähigkeit“, sagt Dr. Jan Glockauer, Hauptgeschäftsführer der IHK Trier. „Nur wenn unsere Unternehmen zu konkurrenzfähigen Preisen und Qualitäten sowohl auf dem heimischen als auch auf dem globalen Markt bestehen können, werden sie hier am Standort Trier weiter produzieren und ihre Dienstleistungen entwickeln können.“ Gerade in Grenznähe werden die Unterschiede im internationalen Wettbewerb offensichtlich: In Deutschland lag der Strompreis für industrielle Großkunden mit einem Verbrauch von 20 000 und 70 000 Megastunden im vorigen Jahr bei 10,4 Cent die Kilowattstunde. Das waren 30 Prozent mehr als in Frankreich und gut zehn Prozent mehr als im Durchschnitt aller 27 EU-Länder. Infolgedessen fehlt der Wirtschaft das Geld an anderer Stelle – beispielsweise, um in neue Technologien zu investieren und sich für die Zukunft zu rüsten oder eben, um neue Arbeitsplätze zu schaffen. Ein Problem, dass sich verschärfen wird, wenn die Strompreise weiter derart massiv steigen. Die IHK betrachtet diese Entwicklung mit großer Sorge. Schwind: „Die EEG-Umlage gehört dringend auf den Prüfstand. Sie schwächt große wie kleine Betriebe, den privaten Verbraucher und damit die gesamte Wirtschaft – die Grundlage für den Wohlstand in der Region Trier.“

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here

Die Redaktion behält sich vor, Lesermeinungen zu kürzen. Es besteht kein Anspruch auf die Veröffentlichung Ihrer zugesandten Meinungen. Klarname ist nicht erforderlich. Eine E-Mail-Adresse muss angegeben werden, wird aber nicht veröffentlicht.