Eintracht Trier: Geduldsprobe gegen defensive Idarer

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TRIER. Um kurz nach 12 Uhr am Freitag gab es die frohe Kunde: Der Schnee ist geschmolzen, der Rasen bespielbar. Roland Seitz zeigte sich erleichtert und hofft, dass seine Spieler den Schwung vom Auswärtssieg in Worms beim Heimspiel gegen den SC Idar-Oberstein mitnehmen können. Gleichzeitig warnte der Trainer aber auch: „Der Tabellen-15. ist auswärts gefährlich.“

In elf Auswärtsspielen verließen die Schmuckstädter den gegnerischen Rasen lediglich zwei Mal als Verlierer – in der Auswärtstabelle belegen sie damit einen starken siebten Rang.  Eintracht Trier hat hingegen mit Schwierigkeiten im heimischen Stadion zu kämpfen – häufig treten die 05er zu verkrampft auf und stehen sich selbst im Weg.  Nicht nur wegen dieser Vorzeichen erwartet Seitz ein schwieriges Spiel gegen einen defensiv eingestellten Gegner. „Sie werden tief stehen und mit Mann und Maus verteidigen. Es wird ein Geduldsspiel.“

Schon letztes Jahr schlug das Team von Sascha Hildmann den SVE mit 1:0 im Moselstadion, auch im Hinspiel kam die Eintracht nicht über ein 0:0 hinaus. Der SVE-Cheftrainer will das Idarer Bollwerk mit präzisen Pässen ins Zentrum durchbrechen. Prädestiniert für diese Aufgabe ist Alon Abelski, der weitere Fortschritte gemacht hat und sich kontiniuierlich der Form der Hinrunde annähert. „Er ist körperlich wieder frischer und auch im Kopf wieder freier,“ und fügt dann mit einem Schmunzeln hinzu: „Außerdem sind seine Kumpels Pagenburg und Lewerenz ja wieder dabei. Das gibt ihm Auftrieb.“

Weniger Anlass zum Schmunzeln gibt die Personalsituation bei der Eintracht. Neben Baldo di Gregorio (Adduktorenprobleme) und dem langzeitverletzten Markus Fuchs, sind auch Maximilian Watzka (Syndesmosebandriss) und Eric Michels (zog sich beim U-23-Spiel eine Muskelquetschung zu) zum Zuschauen verdammt. Marco Quotschalla wird ebenfalls nicht auflaufen können, da der Offensiv-Allrounder in Worms seine fünfte gelbe Karte sah. Darunter fallen auch drei gelbe Karten, die er in der Hinrunde im Trikot seines Ex-Klubs Wuppertaler SV gesammelt hatte. Doch damit nicht genug: Stammkeeper Stephan Loboué muss ebenfalls pausieren. Er zog sich gegen Worms eine Muskelverletzung zu und wird morgen definitiv nicht zwischen den Pfosten stehen. Für ihn wird Andreas Lengsfeld in die Bresche springen (Seitz: „Ich habe keinerlei Bedenken, dass er einen guten Job machen wird“), zudem rückt U-23-Keeper Robin Strellen in den Kader auf.

Doch es gibt auch positive Nachrichten. Thomas Konrad steht nach seiner Gelbsperre wieder zur Verfügung, auch Steven Lewerenz ist wieder einsatzbereit. Ob Lewerenz nach seinem Mittelhandbruch mit einer speziell angefertigten Fieberglas-Schiene auflaufen darf, liegt allerdings im Ermessensspielraum des Unparteiischen. „Ich gehe davon aus, dass er so spielen darf. Ansonsten müssen unsere Physios sich etwas einfallen lassen“, so Seitz bei der heutigen Pressekonferenz. Für Innenverteidiger Konrad, mit dem Seitz sehr zufrieden ist, wird wohl Michael Dingels weichen müssen.

Auch der Wechsel von Chhunly Pagenburg in die dritte Liga wurde thematisiert. „Es ist klar, dass wir mit unseren finanziellen Mitteln keine langfristigen Verträge anbieten können. „Chhun“ ist Toptorjäger und wenn man sogar eine Liga überspringt, kann man nur gratulieren“, zeigt Seitz Verständnis für den Wechsel des sympathischen Deutsch-Kambodschaners . Der Trainer glaubt nach dem nun abfallenden Druck sogar an einen noch kaltschnäuzigeren Chhunly Pagenburg. „Der Druck ist jetzt nicht mehr da und er wird vor dem Tor vielleicht sogar noch cooler als vorher.“

Dass es das 100. Ligaspiel für Seitz an der Seitenlinie für Eintracht Trier sein wird, wusste der Coach der Trierer bis vor kurzem gar nicht. Entsprechend wenig Bedeutung misst er dieser Statistik zu. Was seine aktuelle Amtszeit beim SVE angeht, bringt er es auf den Punkt: „Was wir mit unseren finanziellen Mitteln erreicht haben, stimmt mich insgesamt sehr zufrieden – auch wenn der ganz große Wurf bislang noch gefehlt hat.“Dann fügt er hinzu: „Wichtig ist nur, dass wir morgen drei Punkte holen und die Konkurrenz vielleicht nochmal unter Druck setzen.“ Ob es für den ersten Heimsieg im Jahr 2013 reicht, zeigt sich ab morgen, 14 Uhr, im Moselstadion Trier. (cw) 

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