Bilderkult um Triers berühmtesten Sohn

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    TRIER. Am kommenden Sonntag, 17. März, eröffnet im Stadtmuseum Simeonstift die Ausstellung „Ikone Karl Marx. Kultbilder und Bilderkult“. Die Ausstellung zeigt 150 Exponate, die den berühmtesten Trier in den Darstellungen der unterschiedlichen Epochen und Zusammenhänge zeigen. Eine Installation auf dem Porta- Nigra Platz wird die Ausstellung im Mai ergänzen.

    Umstritten wegen seiner Rolle als Ikone sozialistischer Regime, unumstritten aber der weltweit bekannteste Trierer ist Karl Marx. Durch Werke wie „Das Kapital“ gilt er  als Vordenker von Sozialismus und Kommunismus – und lockt unzählige Touristen vor allem aus Fernost in die Stadt. „Es ist ein besonderer Stolz, der Geburtsort von Marx zu sein und unbestreitbar hat er eine große touristische Bedeutung für Trier“, sagte Kulturdezernent Thomas Egger bei der der Vorstellung der neuen Ausstellung. Die im Übrigen ein absolutes Novum ist: „Wir verzichten ganz bewusst auf die Auseinandersetzung mit dem Werk von Marx, es geht allein um Bilder und Darstellungen des Universalgelehrten“, erläutert Dr. Elisabeth Dühr, Direktorin des Stadtmuseums Simeonstift.

    Karl Marx auf drei Etagen in Fotos, Kunst und Werbung

    Und die gibt es reichlich zu bestaunen, 150 Exponate von 45 Leihgebern  wurden zusammen getragen. Aus neun Ländern fanden die Ausstellungsstücke ihren Weg nach Trier. Dühr räumt ein: „Das Stadtmuseum verfügt selbst über kein einziges Karl-Marx-Exponat, deshalb waren wir hier auf Hilfe von vielen Institutionen angewiesen.“ Insbesondere die Friedrich- Ebert- Stiftung habe besonders viel beigesteuert.  Inhaltlich folge die Ausstellung dem Weg in die Ikonisierung „dieser Weltperson“, so Dühr. Von Jugendbildern über Büsten und Statuen bis hin zur Verwendung des berühmten Konterfeis in der zeitgenössischen Werbung wird Karl Marx in ganz unterschiedlichen historischen und inhaltlichen Kontexten gezeigt. Drei Etagen widmet das Stadtmuseum Marx, erst gestern wurden die Ausstellungsräume fertiggestellt. Lichtinstallationen und Medienstationen, auf denen Videosequenzen gezeigt werden, ergänzen das Angebot. Mit 50.000 Euro unterstützte die Kulturstiftung Rheinland- Pfalz das Projekt, 20.000 Euro steuerte die Kulturstiftung der Sparkasse Trier bei.

    500 Plastikfiguren zum Geburtstag

    Zusätzlich zur Ausstellung wird am 5.Mai – dem Geburtstag von Karl Marx – eine Installation des Künstlers Ottmar Hörl zu sehen sein. 500 Mal wird Karl Marx auf dem Porta- Nigra Vorplatz stehen, in Form einer ein Meter großen Plastikfigur. Im Gegensatz zu sonstigen Marx- Statuen stehen sie nicht auf Sockeln und laden so zur Begegnung mit dem Gelehrten ein. „Oder auch nur um ein Foto mit ihm zu machen“, sagt Galerist Christoph Maisenbacher, der die Installation organisiert. (lb)

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