Aufatmen im Rathaus: Stadtrat beschließt Schulentwicklungskonzept

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TRIER. Das lang diskutierte Schulentwicklungskonzept ist endlich beschlossene Sache. Mehrheitlich sprach sich der Stadtrat für die Vorlage aus. Nur die Fraktionen von FWG und Linke stimmten dagegen beziehungsweise enthielten sich.

 

Endlich ist es geschafft – das Schulentwicklungskonzept wurde mit großer Mehrheit beschlossen. Begeisterung löste das Konzept bei niemandem aus. Aber: „ein Kompromiss ist ein Kompromiss“, wie es Joachim Gilles von der FDP ausdrückte. Die Liberalen waren allerdings nicht alle auf Linie: Tobias Schneider stellte sich in einer persönlichen Erklärung gegen das Konzept und damit gegen seine Fraktion. Er prangerte das „Reförmchen“ an, der Entwurf sei nicht mehr als ein Kompromiss zwischen entgegengesetzten Positionen.

Vereinigte Uneinigkeit bei den Fraktionen

Aus Sicht von Dorothee Bohr (CDU) wurde bisher viel diskutiert, aber „es passierte nichts“. Fraktionskollege Bernd Michels beklagte, dass die Grundschule in Kürenz „platt gemacht“ würde, obwohl sie in einem guten Zustand sei. Die Vorlage sei aber eben nur ein „Rahmenkonzept“, einzelne Maßnahmen müssten auch einzeln beschlossen werden.

„Das stimmt, es geht um’s Geld“ entgegnete die schulpolitische Sprecherin der SPD, Dr. Regina Bux den Kritikern, laut deren Meinung finanzielle Probleme einen zu großen Stellenwert in der Debatte hätten. Laut Bux gebe es keine Alternativen zum vorgelegten Entwurf, das Thema Schulentwicklung sei noch lange nicht vom Tisch – aber endlich würde mal was entschieden.

Unter dem Stichwort „Geheimhaltungspolitik“ sah Katrin Werner von der Linksfraktion die „gesamte Debatte zum Schulentwicklungskonzept“ (lokalo berichtete). Aus Werners Sicht sollten keine Schulen geschlossen werden. Der SPD wirft sie vor, zwar auf Bundesebene Einnahmen generieren zu wollen, auf kommunaler Ebene aber Kürzungen zu beschließen. Die Diskussion sei aus ihrer Sicht nie unter qualitativen Gesichtspunkten geführt wurden, Transparenz habe sowieso gefehlt. Mangelnde Emotionalisierung kann man Werner jedenfalls nach folgender Aussage nicht vorwerfen: Ihre Tochter verstehe ganz genau was es heißt, wenn sie und ihre Schulfreunde zukünftig auf verschiedene Schulen gehen müssten.

Gerd Dahm (Bündnis 90/ Die Grünen) sieht die Stadt Zwängen durch Unterfinanzierung ausgesetzt. Die Gründe dafür seien allerdings in Mainz und Berlin zu suchen, das vorliegende Konzept unterstützte er. Er kritisierte den Populismus bei Protestaktionen gegen Schulschließungen: Sprüche wie „Nord ist Mord“ würden Ängste schüren, der Linken warf er vor, sie habe den „Schuss nicht gehört“. Die Fraktion sei einfach zu spät dran gewesen und habe Entwicklungen verschlafen, von Geheimhaltung könne keine Rede sein.

Das Jugendparlament fordert mehr Realismus

Das Trierer Jugendparlament war ebenfalls vertreten: Andreas Wirtz, stellvertretendes beratendes Mitglied im Schulträgerausschuss, appellierte an die Fraktionen, bei ihrer Entscheidung realistisch zu bleiben. Eine Erhaltung aller Standorte sei nun einmal ein Ding der Unmöglichkeit. Eine Gruppe Demonstranten nutzten die Stadtratssitzung, um sich noch einmal Gehör zu verschaffen. Lehrerinnen und Lehrer protestierten mit Schülerinnen und Schülern gegen Schließungen. Konkret beschlossen wurde unter anderem, dass mindestens die Hälfte der Grundschulen und jede weiterführende Schule und Förderschule zu Ganztagsschulen umfunktioniert werden sollen. Voraussetzung ist allerdings die Zustimmung der Eltern. Außerdem sollen die Grundschulen in Reichertsberg und Pallien spätestens ab 2018/19 im Gebäude der Balduin-Realschule-Plus zusammengelegt werden. Die Grundschule in Kürenz soll ab dem Schuljahr 2014/15 keine neuen Schülerinnen und Schüler mehr aufnehmen, es folgt eine Integration in den Schulbezirk Ambrosius. Schluss ist außerdem für das Schulgebäude der Geschwister Scholl Schule. Die Grundschule Quint wird mit der Grundschule St. Peter in Trier-Ehrang (GS Ehrang) zusammengelegt. „Insgesamt sind durch Konzentration fünf Grundschulstandorte aufzugeben, entsprechend die Schulbezirke zu vergrößern und die SchülerInnen in drei- oder vierzügigen Grundschulstandorten zusammen zu führen“, heißt es im Entwurf des Schulentwicklungsplans.

1 KOMMENTAR

  1. und die personifizierte unfähigkeit,Roman Schleimer,wird prokurist!das kann ja heiter werden(siehe bericht landesrechnungshof über landesgartenschau trier).

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