Treviris-Passage: Eine Sperrung der besonderen Art

0

TRIER. Seit dem 1. Dezember 2012 hat die Stadt Trier die ehemalige Bustrasse entlang der Treviris-Passage für den gesamten öffentlichen Verkehr gesperrt – Fußgänger und Radfahrer ausgenommen. Die Stadtverwaltung hat diese Sperrung technisch umgesetzt, indem sie fünf (nördliche Zufahrt), bzw. zwei (südliche Zufahrt) große und schwere Gesteinsbrocken quer über die gesamte Fahrbahn hat verlegen lassen, dazu noch Pfosten aufgestellt, um so zu verhindern, dass die Trasse dennoch von Fahrzeugen genutzt wird. Von Anton Christmann

Lediglich an der südlichen Zufahrt wurde zwischen den beiden dort aufgestellten Felsbrocken eine Einfahrtmöglichkeit für Lastkraftwagen belassen, die allerdings grundsätzlich durch zwei im Boden befestigte Metallpfähle ebenfalls verschlossen ist. Ähnlich ist für PKW eine Zufahrtsmöglichkeit von der nördlichen Zufahrt vorgesehen. So weit so gut.

Leider haben die Verantwortlichen im Rathaus allerdings an die Ignoranz einiger Autofahrer nicht gedacht: seit Anfang Dezember 2012 wird insbesondere die gesamte Breite der südlichen Einfahrt vor den dortigen Gesteinsbrocken und den beiden Metallpfählen als kostenlose Parkfläche sowohl für PKW, als auch für Lieferfahrzeuge genutzt.

Damit ist aber zu allen möglichen Tages- und Nachtzeiten die einzige Zufahrtsmöglichkeit zur Treviris-Passage durch die südliche Einfahrt für Lastkraftwagen, wie z.B. schwere Rettungs- und Hilfsfahrzeuge der Feuerwehr, versperrt. Anwohner berichten, dass einzelne dort parkende Fahrzeuge teilweise stundenlang abgestellt bleiben und von der Stadt keinerlei Bemühungen erkennbar werden, die Rettungswege zur Treviris-Passage frei zu halten.

Im Falle einer Brandkatastrophe im Gebäude der Treviris-Passage, in dem sich neben etlichen Geschäften auch eine Vielzahl von Wohnungen befinden, müssten zunächst die die Zufahrt verstellenden Fahrzeuge zeitaufwändig abgeschleppt und die beiden Metallpfähle entfernt werden, bevor ein Löschfahrzeug zum Brandherd vorfahren könnte.

Dieser Zustand dürfte allerdings kaum den einschlägigen „Anforderungen an Flucht- und Rettungswege“ entsprechen, nach denen eine Zu- und Durchfahrt zu bewohnten Gebäuden für Rettungsfahrzeuge zu schaffen ist, wenn z.B. Fensterbrüstungen höher als 8 Meter über dem Gelände liegen. Der Stadt dürfte dieser seit Monaten bestehende Missstand nicht verborgen geblieben sein. Passiert ist nichts. Selbst eine klarstellende Beschilderung etwa des Parkverbots im Bereich dieser Zufahrt findet man nicht.

Offenbar nimmt man das selbst geschaffene hohe Risiko einer zu spät beginnenden Rettungsaktion in einem Brandfall in Kauf. Dann aber bereits jetzt die Frage: Wer übernimmt im Falle eines Falles die Verantwortung für diesen Leichtsinn? (ach)

1 KOMMENTAR

  1. Finde ich jetzt ehrlich gesagt nicht so tragisch. Die Pfosten lassen sich in windeseile umklappen. Da geht es um Bruchteile von Sekunden.

  2. Wieder mal ein Paradebeispiel dafür, von wem diese Stadt regiert wird: Von den Angestellten in den Dezernaten, und von sonst niemanden. Alle anderen sind nur Schachfiguren in deren eigenem Spiel, in dem nach persönlichen Befindlichkeiten so oder so entschieden wird. Gute Nacht, Trier!

  3. @ wow: Aha, nicht tragisch, weil die Pfosten sich in „Bruchteilen von Sekunden“ umklappen lassen. Bitte fürs Guiness-Buch der Rekorde anmelden lassen. Aber selbst wenn es so wäre, was nutzt es, wenn davor drei Autos geparkt sind. Lassen sich auch in „Bruchteilen von Sekunden“ wegschaffen. Klar! Schon mal drüber nachgedacht, dass es im Notfall sehr oft gerade um Sekunden geht. Aber man muss ja für jeden Unsinn noch eine Entschuldigung oder eine Möglichkeit der Verharmlosung finden. Vermutlich gehört „Wow“ selbst zu diesem Dezernat.

  4. reicht es nicht aus ,daß ihr die gewerbetreibenden der trevirispassage ruiniert? nein ihr müsst auch noch die bewohner der passage gefährden!pfui, schämt euch, ihr unfähigen mitarbeiter der stadtverwaltung( baudezernat).

  5. um es mit den worten von bruno labaddia zu sagen: das thema wird doch von den medien hochsterilisiert 😉
    nein, gebe da den meisten hier recht: das kann und sollte nicht angehen und gehört schleunigst behoben. wundert mich, dass die bewohner so mit sich umspringen lassen.

  6. Es freut mich sehr, dass dieses Thema hier aufgegriffen wird. Als Anwohner wird mir beim Gedanken eines Notfalls ganz anders wenn ich diese Dinger vor unserer Türe stehen sehe…

    Man sieht hier einmal mehr, dass das Wohl der Bürger nicht unbedingt Bestandteil der Überlegungen unserer (!!!) Verwaltung ist!

    Ich erwäge rechtliche Schritte, da es nach einem Notfall dafür wohl zu spät wäre – oder man würde nur leeres Gerede und dummes Blabla á la Kaes-Torchiani bekommen wie es ja leider nach der Baum-Katastrophe um die Ecke vor einigen Wochen der Fall gewesen war 🙁

  7. Ein Thema, über das man sich herrlich streiten kann. Da hatten wir letztens noch ein schönes Streitgespräch drüber. Meine Meinung: Man kann im Notfall doch auch von der anderen Seite (Newtons) mit Krankenwagen etc.pp. vorfahren. Meine Kommilitonen hätten mir dafür fast den Kopf abgerissen, da das den Zimmern mit Blick auf den Karstadt auch nicht weiterhilft.
    Fest steht: Eine optimale Lösung ist es nicht. Privatpersonen würden dafür zur Rechenschaft gezogen werden.

  8. @lokalo: euer bericht scheint ja was zu bewirken! die stadt lässt soeben falschparker vor der treviris abschleppen.warum nicht gleich so!

  9. ob das nur ein ferdienst von lokalo ist glaube ich nicht! sind doch keine heiligen! Kenne auch anwohner die sich offensiv darüber beschwert haben unter anderem ich selbst

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here

Die Redaktion behält sich vor, Lesermeinungen zu kürzen. Es besteht kein Anspruch auf die Veröffentlichung Ihrer zugesandten Meinungen. Klarname ist nicht erforderlich. Eine E-Mail-Adresse muss angegeben werden, wird aber nicht veröffentlicht.