Berliner Lebensgefühl in der Arena dank Seeed

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TRIER. Reggae und Dancehall gehören nicht zu den beliebtesten Musikrichtungen in Deutschland. Wenn Seeed kommen, ist die Arena Trier natürlich trotzdem ausverkauft – die dreimaligen Echogewinner aus Berlin sind nach vier Jahren Pause wieder da. Und wie. Die Auftritte 2013 sind der Nachschlag nach dem großen Erfolg der Tour 2012. Die Mixtur des Abends: Heiße Beats, coole Texte und elf Typen im Anzug, die eine gute Show ablieferten.

Wenn diese „Elf“ kommt, wird es ein heißer Abend: Seeed brachte die Hüften der Fans am Donnerstag zum schwingen. Bereits der Opener „Wir sind Seeed“ machte klar: Ohne zu tanzen verlässt hier niemand den Platz. Von „Schwinger“ über die Liebeserklärung an die Hauptstadt „Dickes B“ zu „Aufstehn!“ hatten die Jungs viele Hits mitgebracht und das Publikum bedankte sich mit Applaus und „Zugabe-Zugabe“-Rufen.

Der Boden der Arena bebt

Kaum jemand blieb still stehen, die Beats überzeugten selbst die Ordner. Die Berliner zeigten den Zuschauern aber auch  wie man tanzt: Synchron bewegten sie sich mit oftmals überraschenden Bewegungen, aber immer locker zu ihren Songs – auch tänzerisch zeigten sie Klasse. Und es sah einfach cool aus. Seeed verstehen es, das Lebensgefühl der Hauptstadt zu transportieren: „Dickes B, home an der Spree, im Sommer tust du gut und im Winter tut’s weh, Mama Berlin, Backstein und Benzin, wir lieben deinen Duft wenn wir um die Häuser zieh’n“. Eben, wie es in „Dickes B“ heißt.Je länger Seeed auf der Bühne waren, desto stärker brodelte es in der Menge im seit Wochen ausverkauften Haus. Peter Fox, einer der drei Frontmänner, begeisterte mit einer Bandversion seines Hits „Alles neu“. Zum Glück bleiben sich Seeed aber treu, wie sie mit dem aktuellen Hit „Augenbling“ wieder mal beweisen. Rund 7000 Fans fast aller Altersklassen ließen dem Boden der Arena keine ruhige Minute. Und nachdem Seeed viel zu früh von der Bühne verschwanden, kamen sie selbstverständlich zurück und legten noch einen drauf, beispielsweise mit „Schüttel deinen Speck“, ebenfalls als Bandversion,  und „Ding“.

Die Fans sind begeistert

„Hätte länger gehen können“, befanden Paula (15) und Hannah (14) begeistert nach dem Konzert, dasselbe kam aus dem Mund der vierzehnjährigen Nicole. Auch Nadine (25) und Annika (24) wollten mehr, die Lieblingshits der beiden: Nadine feiert „Schwarz zu blau“, Annika „Aufstehn!“. Der Sound war „zu laut für die kleinen Kinder“, sagte Ulrich (56), für Christian (28) hat die Soundabstimmung „nicht ganz gestimmt“. Das Konzert war trotzdem ein „Kracher für Trier“. Unbestritten – ein Kracher war es: Enuff alias Peter Fox, Ear alias Boundzound und Eased alias Dellé sowie der Rest der Band zeigten, dass Dancehall und Reggae auch im derzeit eher trüben Deutschland einschlagen können. Das macht Lust auf die Hauptstadt und noch viel mehr Seeed. Auf Facebook sind die Kommentare teilweise enthusiastisch: „Perfektes Konzert in Trier. Ihr seid die Besten der Besten“, meint Barbara. Tobi schreibt: „Ihr habt grade eben so geil Trier gerockt!!!! Ein Wunder, dass die Arena Trier noch steht. Einfach nur geil, geil, geil!!! Ihr seid die Besten!!“.

1 KOMMENTAR

  1. Was mich immer noch wundert das es niemand transportiert. Einer der Gründer Frank Delle ist in Trier aufgewachsen und hat schon in den Achtzigern mit positive Vibration auf Unibällen „Boogienights“ gespielt. Die Reggae roots liegen auch in Trier -:)

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