Zwist zwischen Bella Italia Group und der Stadt: Klage zurückgezogen

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    TRIER. Ärger um dem Trierer Weihnachtsmarkt gab es heute vor dem Verwaltungsgericht. Die Bella Italia Group, ein Feinkosthändler aus Hentern in der Verbandsgemeinde Kell am See, klagte gegen die Stadt wegen der Vergabepraxis für Verkaufsstände. Der vorsitzende Richter empfahl eine außergerichtliche Einigung.

    Georg Schmitt, Präsident des Verwaltungsgerichtes und Vorsitzender der heutigen Verhandlung, stellte zunächst einmal klar: „Der Weihnachtsmarkt erscheint in der Öffentlichkeit wie eine Eigenveranstaltung der Stadt Trier, ist aber tatsächlich eine Veranstaltung eines gewerblichen Anbieters.“ Die Verhandlung war anberaumt worden, weil der Geschäftsführer der Bella Italia Group, Roberto Cortello Klage gegen die Stadt Trier erhoben hatte. Stein des Anstoßes ist die Platzvergabe für den Weihnachtsmarkt. Offenbar sind die Kriterien für oder gegen die Vergabe eines Platzes wenig transparent: „Was will die Stadt? Wir sind gerne bereit in die Gestaltung unseres Standes zu investieren, dennoch erhalten wir immer wieder Absagen“, beklagte Cortello. Auch die Art und Weise, wie die Anträge bearbeitet würden, waren für ihn Anlass zur Beschwerde. Demnach würden Anfragen entweder gar nicht oder aber deutlich zu spät beantwortet, so Cortello. So sei zum Beispiel über seinen Antrag über die Teilnahme am Weihnachtsmarkt 2011 erst im Januar 2012 entschieden worden. Die Gegenseite wies die Vorwürfe zurück, die Vergabe sei allein Sache des Veranstalters. Dieser ist die Arbeitsgemeinschaft Trierer Weihnachtsmarkt (AGW). Die Firma Oscar Bruch hält 100% der Anteile an der Arbeitsgemeinschaft und veranstaltet den Markt bereits seit 33 Jahren. Schmitt empfahl der Bella Italia Group, die durch den Rechtsanwalt Karl- Heinz Hörscher vertreten wurde, die Klage zurückzuziehen: „Aufgrund des gewerblichen Charakters der Veranstaltung ist die Stadt hier der falsche Ansprechpartner.“ Möglich wäre lediglich ein zivilrechtliches Vorgehen gegen die Firma Bruch. Hörscher kam der Empfehlung des Gerichtes nach. Schmitt räumte allerdings ein, dass die Vergabepraxis für den Veranstalter zu überprüfen sei: „Es ist fraglich, ob der Vertrag mit der AGW künftig ohne Ausschreibung fortgeführt werden kann.“ Ganz aus der Pflicht genommen in Bezug auf die Vergabe von Plätzen auf dem Markt ist die Stadt allerdings nicht. Künftig muss sie sich dafür einsetzen, dass über alle Anträge mindestens zwei Monate vor Beginn der Veranstaltung mit ausreichender Begründung entschieden werden muss.

    1 KOMMENTAR

    1. Genau das ist doch die entscheidende Frage: Wieso seit 33 Jahren ohne Ausschreibung! Kann sich das eine arme Stadt wie Trier wirklich erlauben? Warum erfolgt keine Versteigerung der Rechte oder der einzelnen Stände? Der jetzige Betreiber vermietet die Stände für viel Geld und die Filetstücke (Glühwein, Reibekuchen, Imbiss) betreibt er selbst! Das sollte ein gutes Geschäft sein, leider nur für ihn…

    2. Hoffentlich hat jetzt einer den Mut die Stadt auf Ausschreibung und Vergabe nach Eu- Richtlinien zu verklagen ! Dann ist die Herrlichkeit für einige standbetreiber aus der ehemaligen städtischen mitarbeiterszene wohl beendet! Und Oskar Bruch bzw Angela Bruch muß endlich einen marktgerechten pachtbetrag zahlen.

    3. Sehr zurückhaltend hat der Präsident des Verwaltungsgerichts angedeutet, dass seiner Meinung nach eine Ausschreibung hätte stattfinden müssen. Recht haben Sie Herr Schmidt. Aber wen interessiert das in einer Stadt, in der auch viele andere Dinge unter der Hand geregelt werden. Im Gegensatz zur landläufigen Meinung ist der Klüngel nicht in Köln, sondern in Trier erfunden worden. Die Taschen beim Weihnachtsmarkt, macht sich jedenfalls nur einer voll, die Familie Bruch. Sie kassiert Millionen und die Stadt lässt sich von einem (ehmaligen?)Schausteller am Ring durch die Manege führen. Erinnert sich noch jemand daran, dass der Glühweinstand in den 80er-Jahren einmal von der Lebensmittelkontrolle „heimgesucht“ wurde. Das Resultat: Im Glühwein war kein Wein drin. Wenige Stunden später wurde „Glühkirsch“ verkauft. Die Frage, wer der Standbetreiber war, erübrigt sich ja. Konsequenzen? Keine! Warum auch. Et hat noch immer jooot gegange. kEeinloli#ufäise

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