Die TBB Kolumne

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    Das war kein gutes Wochenende für die Jungs von Henrik Rödl. Nicht, weil die Niederlage in Bayreuth unnötig und einer Tiefschlafphase Ende des zweiten Viertels geschuldet war, sondern weil die Kellerkinder Frankfurt und Ludwigsburg ihre Heimspiele gegen die Topteams ALBA Berlin bzw. ratiopharm Ulm gewonnen haben. Damit hat TBB Trier nur noch vier Punkte Vorsprung auf den 17. Rang, bei lediglich zwei Punkten Rückstand auf einen Playoff-Platz. Die Liga ist ausgeglichen wie nie zuvor und wohl kaum jemand hätte damit gerechnet, dass Trier nach der starken Vorrunde doch noch in den Kampf um den Klassenerhalt rutschen könnte.

    Das war kein gutes Wochenende für die Jungs von Henrik Rödl. Nicht, weil die Niederlage in Bayreuth unnötig und einer Tiefschlafphase Ende des zweiten Viertels geschuldet war, sondern weil die Kellerkinder Frankfurt und Ludwigsburg ihre Heimspiele gegen die Topteams ALBA Berlin bzw. ratiopharm Ulm gewonnen haben. Damit hat TBB Trier nur noch vier Punkte Vorsprung auf den 17. Rang, bei lediglich zwei Punkten Rückstand auf einen Playoff-Platz. Die Liga ist ausgeglichen wie nie zuvor und wohl kaum jemand hätte damit gerechnet, dass Trier nach der starken Vorrunde doch noch in den Kampf um den Klassenerhalt rutschen könnte.

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    Nur drei der letzten zehn Spiele konnte Trier gewinnen. Rechnet man den Pokal dazu, sind es sogar deren elf. Nach Gießen hat man damit die schlechteste Bilanz aller Bundesligisten in der zweiten Saisonhälfte und würde in der Rückrundentabelle auf einem Abstiegsplatz stehen. Die Skyliners haben seit der Verpflichtung der Gießener Ryan Brooks und LaQuan Prowell mächtig an Fahrt aufgenommen und drei Siege in Folge errungen. Ähnlich sieht es bei den Neckar RIESEN Ludwigsburg aus. Coach John Patrick wurde für den erfolglosen Steven Key verpflichtet und hat die Mannschaft der Barockstädter mächtig umgekrempelt. Dass der US-Amerikaner für den Erfolg auch unpopuläre Entscheidungen trifft, zeigt die Verpflichtung von Marqus Blakely. Der Forward mit NBA-Erfahrung war bei den Telekom Baskets Bonn positiv auf THC getestet worden und durch den Medizin Check gefallen, erhielt bei den Ludwigsburgern wenige Tage später aber dennoch einen Vertrag. Die Geschichte wurde immer verrückter. Zwischenzeitlich reiste der Modellathlet “aus familiären Gründen“ wieder zurück in die Vereinigten Staaten, kehrte dann plötzlich doch wieder zurück in den Kader der Neckar RIESEN. Der “Fall Blakely“ spaltet Basketball-Deutschland, doch seine basketballerischen Fähigkeiten sind zweifelsohne eine mächtige Waffe im Kampf gegen den Abstieg.

    Die Trierer Fangemeinde spaltet ein anderer Spieler: Jarrett Howell. Der 28-jährige Spielmacher kam als Nachfolger von Dru Joyce an die Mosel und konnte bislang nur selten überzeugen. Defensiv ist der 181cm große Point Guard zu langsam, um schnelle Gegenspieler vor sich zu halten.  Aber auch beim Offensivspiel, wo er mit seiner Erfahrung eigentlich Ruhe ins Spiel bringen sollte, offenbart der sympathische Mann aus Texas große Schwächen.  Kommentator Chris Schmidt von basketball-stream.de deutete es mit “Mann, Mann, Mann, Jarrett Howell und die Crunchtime“ an, als er in Bayreuth wieder völlig überhastet einen Dreipunktewurf nahm. Schon im ersten Heimspiel gegen Braunschweig traf er eine falsche Entscheidung, als er sich nicht für den einfachen Korbleger sondern für einen Zauberpass hinter dem Rücken entschied, der nicht in den Armen von Brian Harper, sondern in denen des Gegners landete. Seither ziehen sich seine unglücklichen Entscheidungen wie ein roter Faden durch die Saison. Der Fünf-Sekunden-Pfiff beim Einwurf gegen Berlin der den Sieg kostete, der verfrühte Dreier beim Rückspiel in Braunschweig – Howell will Verantwortung übernehmen, scheitert dabei aber meist kläglich. Auch sein unsportliches Foul im letzten Spiel in Bayreuth, als die Hausherren im zweiten Viertel davonzogen, war alles andere als clever. Da muss der Kopf der Mannschaft geschickter agieren.

    Hinzu kommt, dass er das Team auch nicht tragen kann, wenn Barry Stewart oder Nate Linhart einen schlechten Tag haben. Zu eindimensional ist seine Spielweise. Beim Zug zum Korb wird  er aufgrund seiner durchschnittlichen Grundgeschwindigkeit, der fehlenden Fähigkeit effektiver Tempowechsel und der mangelnden Athletik regelmäßig geblockt, so dass nur noch der Distanzwurf als mögliche Scoring-Option bleibt. Ein gefundenes Fressen für jeden Taktiker und spielend leicht zu verteidigen. Darunter leidet natürlich auch sein Pass-Spiel. Penetrationen mit Pässen auf die Schützen sieht man so gut wie nie von Howell, während sein Gegenüber Kevin Hamilton genau damit die Trierer Verteidigung auseinandernahm. Lediglich beim Pick`n`Roll lässt er ab und an sein Können im Passspiel aufblitzen. Joyce war mit seiner Schnelligkeit wesentlich variabler und hat die Mannschaft auch defensiv zusammengehalten.

    Rödl wird nicht von seiner Route abweichen, und Howell bis zum Ende der Saison das Zepter auf der Eins schwingen lassen, weil er muss. Erstens ist das Transferfenster geschlossen, zweitens fehlt und fehlte es auch zuvor an Geld, ihn zu ersetzen, oder einen starken Back-Up an seine Seite zu stellen. Topcenter und Topspielmacher kosten nun mal das meiste Geld. Fest steht: Die Eins ist die Achillesferse im Team. Weil auch Bastian Doreth allein schon wegen seiner Jugend nicht der Teamleader sein kann. In der kommenden Saison muss diese Position anders, qualitativ hochwertiger besetzt werden. Freundliches Auftreten alleine reicht nicht aus, um als Starter in der BEKO-BBL Fuß zu fassen. Bis zum Ende der Saison werden die Trierer mit dem Personal leben müssen, was sie haben. Der Kampf gegen den Abstieg hat begonnen.

    1 KOMMENTAR

    1. Ich bin eigentlich kein Freund davon auf einzelnen Spielern rum zu hacken, aber die Aussage unterschreibe ich zu 100%. Howell ist für mich die Schwachstelle im Team.

    2. Vielleicht sollte man Basti Doreth mal ein paar Minuten mehr als Starter geben. Seiner Entwicklung würde es nicht schaden.

    3. Ich habe howell schon in Luxemburg zur Vorbereitung gesehen und meine Bedenken geäußert. Viel zu langsam und immer ein Drang zur Selbstdarstellung. Er passt überhaupt nicht ins Team. Verstehe sowieso nicht warum Rödl ihn angeblich wegen einer Empfehlung verpflichtet hat. Passt irgendwie auch nicht zu Rödl!!
      Kann nur sagen BYBY Howel and never come back!!!!

    4. abgesehen davon, dass man Äpfel (Dru Joyce) nicht mit Birnen (Jarrett Howell) vergleichen kann, weil ihre Spielweise sehr unterschiedlich ist, möchte ich nur kurz ergänzen, dass der Dreier in Bayreuth nach Aussage der Trainer völlig frei war und somit laut Henrik Rödl „ein guter Wurf“- das war von unserer Position am anderen Ende des Feldes so nicht zu erkennen. Nachzuhören am Ende des Podcasts, da gibt es klare und interessante Aussagen vom Trainergespann. Fakt ist, es gab einige „unglückliche“ Szenen von Howell in Bayreuth war jedoch der Alley-Oop Passversuch von Nate Linhart der krassere Fehler. Man gewinnt oder verliert als Mannschaft und wir sollten jetzt alle an einem Strang ziehen, nach den beiden Heimspielen gegen Bonn und München sollte man klarer sehen wohin die Reise geht.

      Bleibt am Ball!

      Chris

    5. @ Chris Schmidt: warum Dru der Apfel und Jarrett die Birne ist (ich finde beides nämlich lecker), erschließt sich mir genau so wenig wie die Tatsache, dass Äpfel und Birnen eine Spielweise haben sollen?

      @ Christoph: nett geschrieben und mit allem im Schwarzen!

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