TBB Trier: 77:72 Sieg in Gießen – Schwerstarbeit gegen dezimierte Mittelhessen

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GIESSEN/TRIER. Das hatten sich Fans und Experten wohl einfacher vorgestellt: Die Moselstädter entgingen nur knapp einer Blamage in Gießen. Lange Zeit tat sich die TBB Trier bei den dezimierten LTi Gießen 46ers extrem schwer, lag über weite Strecken der Partie in Rückstand. Durch eine gelungene Schlussphase gelang ein unter dem Strich verdienter 77:72 (37:43)-Erfolg in der Osthalle – der erhoffte Befreiuungsschlag war es aufgrund der schwachen Leistung nicht. Bester Punktesammler für Trier war Barry Stewart mit 20 Zählern.

Während Trier mit der gewohnten Starting Five in die Partie ging, mussten die LTi Giessen 46ers gezwungenermaßen auf einige Spieler zurückgreifen, die beim ersten Aufeinandertreffen noch von der Bank kamen. 

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Dennoch merkte man nichts von einem Klassenunterschied. Elvir Ovcina bereitete der langen Garde der Moselstädter große Probleme und führte die finanziell gebeutelten Mittelhessen im Alleingang zu einer 6:7 Führung nach knapp vier Minuten. Trier präsentierte sich in der Anfangsphase pomadig, leistete sich viele Ballverluste gegen den kriselnden Bundesliga-Dino. Danach folgte eine starke Phase von Andreas Büchert, der Gießen mit sechs Punkten in Serie im Spiel hielt (14:13). Bei den Mannen von Henrik Rödl stach in dieser Phase Barry Stewart hervor, der zwei Dreier zur knappen Führung beitrug. Die Trierer enttäuschten im ersten Viertel auf ganzer Linie, passten sich dem Niveau der 46ers an. Nach Punkten von Curry konnte der gebürtige Trierer Büchert wieder nur per Foul gestoppt werden  – Rödl sah sich zu einer ersten Auszeit gezwungen (14:15). Die brachte leider keine Besserung. Durch fünf Punkte von Ovcina, darunter ein Dreier, und einen weiteren Distanztreffer von Sharaud Curry ging es mit einem 16:23 Rückstand in die erste Viertelpause. Ein desaströser Beginn; es konnte nur besser werden.

Dank Vitalis Chikoko und verbesserter Defensivarbeit, zwang man Gießen im zweiten Spielabschnitt früh zu einer Auszeit (20:23). Die Freude war nur von kurzer Dauer. Der Ex-Trierer Oskar Faßler und Sharaud Curry bauten den Vorsprung der 46ers wieder aus (20:27). Eine weitere Auszeit von Rödl sollte nun endlich Besserung bringen. Wieder Fehlanzeige, denn es folgte  erst einmal einen Dreipunkttreffer von Faßler (20:30). Trier drohte eine Blamage. Egal was die Moselstädter versuchten – nichts gelang. Das Offensivspiel war wieder einmal an Einfallslosigkeit kaum zu unterbieten. Die Hesssen  verkauften sich teuer und hielten aber dank eines starken Faßler, der einen weiteren Dreier einstreute, den Vorsprung (28:39). Auch der obligatorische Alley-Oop, der schon in einigen Partien das Momentum zu Gunsten der TBB gedreht hatte, brachte nichts. Erst knappe 1,5 Minuten vor der Halbzeit lief die TBB-Offensive heiß. Fünf Punkte von Harper und vier Punkte von Stewart sorgten dafür, dass man beim 37:43 Halbzeitstand noch alle Möglichkeiten hatte, die Blamage abzuwenden. Was momentan am meisten sorgen bereitet, ist die schwache Defensive. Gelangen den 46ers in stärkerer Besetzung nur 48 Punkte im Hinspiel, hatten sie diese jetzt schon zur Halbzeit beinahe auf der Habenseite.

Umkämpft war dann auch der Start in die zweiten 20 Minuten. „Henrik war sauer. Er sagte uns, dass wir härter spielen müssen“, äußerte sich Nate Linhart nach dem Spiel. Jarrett Howell sorgte mit einem technischen Foul und schlechten Offensivaktionen dafür, dass auch in den ersten Minuten der zweiten Halbzeit keine Besserung ins Offensivspiel der Trierer einkehrte. So hatte sich Rödl das harte Spiel nicht vorgestellt. Die Moselstädter dominierten den Offensivrebound, vergaben aber auch zweite und dritte Möglichkeiten, Punkte aus der Nahdistanz auf das Scoreboard zu bringen. Nach den Punkten von Büchert zum 39:47 sah sich Rödl abermals zu einer Auszeit gezwungen. Howell musste nach den hektischen Aktionen auf der Bank Platz nehmen. Auch sein Backup Bastian Doreth machte bis dato ein ganz schwaches Spiel, leistete sich sofort wieder einen Ballverlust. Linhart wollte den Fastbreak stoppen, kassierte ein unsportliches Foul. Es war der Wurm drin im Spiel der Trierer.

Das unsportliche Foul war aber dann endlich der Weckruf für das Team von Headcoach Henrik Rödl. Durch einen Dreier von Barry Stewart und Punkte von Doreth und Linhart stellte man den Anschluss wieder her (48:51). Gießens Coach Matthias Fischer reagierte mit einer Auszeit, die allerdings keinerlei Besserung brachte. Stattdessen lief Doreth heiß und sorgte mit vier Punkten in Serie für die erste Führung seit der Anfangsphase (52:51). Mit einem 54:54 ging es in die entscheidenden zehn Minuten.

Erfreulich, wie Trier in den entscheidenden Durchgang startete. Der nach dem Seitenwechsel starke Bastian Doreth sorgte mit einem Dreier für die 57:54-Führung, Bucknor legte zum 59:54 nach. Wer dachte, dass diese Führung Ruhe ins Trierer Spiel bringt, sah sich leider getäuscht. Gießen steckte nie auf, blieb dran (60:61). Dank Nate Linhart, der am defensiven und offensiven Brett rackerte, blieb Trier weiter in Front. Die Vorentscheidung fiel rund zwei Minuten vor Schluss, als Sharaud Curry beim Stand von 68:64 zwei Freiwürfe vergab. Gießen nahm noch einmal eine Auszeit. Die Entscheidung fiel dann sofort nach der Auszeit: Nate Linhart verwandelte zweimal von der Linie, es folgte ein Trierer Ballgewinn den Harper zum 72:64 nutzte. TBB Trier gelang es so, kurz vor Schluss die Blamage abzuwenden und einen 77:72-Zittersieg in Gießen zu landen.(cw)

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1 KOMMENTAR

  1. gott sei dank. trier muss aufpassen, dass man nicht noch unten rein gerät. hätte man das spiel verloren, hätte man das schlimmste befürchten müssen. wir haben ein problem auf der spielmacher position!

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