Das nächste Hochwasser kommt bestimmt: Partnerschaften sollen es richten

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    TRIER. Um die Schäden von Überschwemmungen künftig zu begrenzen, haben sich die Verbandsgemeinden Schweich, Bernkastel-Kues, Traben-Trarbach, Ruwer und Kröv-Bausendorf, die Stadt Trier und die Kreisverwaltungen Trier-Saarburg und Bernkastel-Wittlich zusammengeschlossen und die Hochwasserpartnerschaft „Mittelmosel“ gebildet. Deren Vertreter trafen sich am gestrigen Donnerstag, um zu demonstrieren warum solche eine Partnerschaft sinnvoll ist.

    Von Björn Müller

    Hochwasser in der Region, das Gefahr für Hab und Gut und die Menschen bringt, ist im Vergleich zu anderen Flussabschnitten im Raum Trier relativ selten. 1993 zeigte der Pegel in Trier 11,28 Meter und damit den höchsten Stand seit Beginn der Hochwassermessung. Zwei Jahre später erreichte die Mosel den Pegelstand von 10,33 Meter. Diese Ereignisse liegen schon lange zurück, die Gefahr einer erneuten Überschwemmung ist aus dem öffentlichen Bewusstsein verschwunden. Dies behaupteten zumindest die Teilnehmer der neuen Hochwasserpartnerschaft und luden zur Auftaktveranstaltung ein. Triers Baudezernentin Simone Kaes-Torchiani eröffnete die Veranstaltung. Ein Ziel der Hochwasserpartnerschaft sei „die Minimierung der Konflikte zwischen den Teilnehmern“, führte die Politikerin an. Hochwasser könne man nicht verhindern, wichtig sei deshalb, die negativen Folgen zu begrenzen. Dr. Ulrich Kleemann von der Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord sprach aus eigener Erfahrung: 1993 bezog er selbst eine Wohnung an der Mosel. Über Weihnachten konnte er diese aufgrund des damaligen Hochwassers nicht ohne Hilfe betreten. Hochwasserschutz erhält daher von Kleemann das Prädikat „Hoher Stellenwert“. Die SGD Nord spiele bei der fachlichen Begleitung der notwendigen Maßnahmen eine große Rolle. „Der Klimawandel findet statt“, extreme Situationen könnten die Folge sein. Auch deshalb sei Hochwasserschutz wichtig. Ulrich Kleemann verwies auf 15 Hochwasserpartnerschaften, die in Rheinland-Pfalz bereits erfolgreich zusammen arbeiten würden. Ein Ziel der Workshops im Rahmen dieser Hochwasserpartnerschaft ist die Möglichkeit, dass „interessierte Bürgerinnen und Bürger“ auf die Maßnahmen einwirken können. Die Hochwasserpartnerschaft diene also auch der individuellen Vorsorge. Die Workshops, Runde Tische genannt, stellte Birgit Heinz-Fischer vom Informations- und Beratungszentrum Hochwasservorsorge vor. Alle zuständigen sowie interessierten Stellen sollen in die Prozesse einbezogen werden und an den runden Tischen zusammenkommen. Der Schutz vor Hochwasser sei eine Gemeinschaftsaufgabe, jeder Einzelne müsse für bestehende Risiken sensibilisiert werden. Zudem müsse jeder gegebenenfalls selbst vorsorgen. Die Workshops sollen außerdem dazu beitragen, die Kommunikation zwischen den Partnern und den Erfahrungsaustausch zu verbessern. Ingenieurbüros stehen den Teilnehmern der Veranstaltungen zur Seite. Da das Hochwasser derzeit „zum Glück nicht vor der Tür steht“, sei das Thema eben „trocken und theoretisch“. Aber, so Kaes-Torchiani weiter, „dennoch ein wichtiges Thema“. Vorbereitung müsse sein. Sie führte als Beispiel die Problematik für Patienten in Krankenhäusern an, für die bei einer schlimmeren Überschwemmung bereits vorher geplant und abgesprochen werden müsse, wo diese hingebracht werden können. Eine Frage blieb lange offen: Was ist eigentlich der Vorteil einer solchen Hochwasserpartnerschaft? Sollten geeignete Maßnahmen nicht selbstverständliches Repertoire der Stadt Trier sein? Die Antwort: Ein Notfallplan liegt nur bis zu einem gewissen Pegel vor. Übersteigt das Wasser diesen, ist unklar, was die Folgen sein könnten. Außerdem soll die Aufklärung interessierter Bürgerinnen und Bürger bereits zu Verbesserungen führen, auch gemeinsame Übungen zwischen den Hochwasserpartnern und der Austausch von Geräten sind denkbar.

     

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