Sozialdezernentin Birk: Bitte keine Debatte

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TRIER. Die Sitzung des Jugendhilfeausschusses (20.02.2013) hätte im Zeichen des Alkoholverbotes zum letzten Weiberdonnerstag stehen können. Die Vorsitzende Angelika Birk, Sozialderzenentin der Stadt Trier riet allerdings von einer längeren Debatte ab. Kritik gab es dennoch. Von Björn Müller

Viele Narren hatten am diesjährigen Weiberdonnerstag scheinbar die Lust am Feiern verloren (“lokalo“ berichtete), Schuld daran könnte das Alkoholverbot haben. Raum für eine Debatte sollte die Sitzung des Jugendhilfeausschusses bieten, Tagesordnungspunkt 3 versprach eine Nachlese zur Weiberfastnacht. Wer eine spannende Diskussion erwartet hatte, wurde allerdings enttäuscht. Es gab viel Lob und wenig Kritik. Jugendpflegerin Susanne Schmitz empfahl eine ganzjährige Suchtmittelprävention, entsprechende Programme seien in Arbeit. “Eltern mit Vorbildfunktion”, so Schmitz, müssten unterstützt werden, nicht alle hätten die notwendige Kompetenz, um ihrer Rolle gerecht zu werden. Das Ersatzangebot an Weiberdonnerstag sei “sehr erfolgreich angenommen worden”, es gab schließlich auch eine “sehr konstruktive” Vorbereitung.

Aus Sicht von Schmitz ist das Ziel die Vermeidung von Alkoholexzessen. Ein Polizeisprecher präsentierte eine ähnliche Sicht auf die Dinge, das Sicherheitskonzept habe in allen Aspekten funktioniert. Er belegte diese Behauptung mit zum Teil eindrucksvollen Zahlen: So gab es einen Rückgang der Straftaten im Innenstadtbereich und von Platzverweisen, die Schulen hätten der Schulpflicht “Rechnung getragen” und statt 19 alkoholisierter Fälle (2001) gab es in diesem Jahr nur fünf. Trotzdem: Aus seiner Sicht sei “Karneval schon gefeiert worden”. Die Veranstaltung im Exhaus sei mit ungefähr 800 Besuchern erfolgreich und friedlich gewesen, berichtete einer der Leiter des Hauses. Allerdings habe man um das Gebäude herum, in den Zonen, die nicht dem Alkoholverbot unterlagen, viele Flaschen mit ehemals alkoholischem Inhalt gefunden. Laut Birk war der Weiberdonnerstag im letzten Jahr “trauriger“, in diesem Jahr sei das Motto “Fröhlich feiern, aber sicher” umgesetzt worden. “Hoch alkoholisierte Jugendliche oder junge Erwachsene” habe es nicht gegeben. Diese Aussage deckte sich mit der Analyse des Polizisten. Birk steht grundsätzlich hinter dem Konzept, Veränderungen sind aber nicht ausgeschlossen.

Kritik gab es dennoch, vor allem was die Kosten für die Maßnahmen betrifft. Fragen, die gestellt wurden: “Sind die Kosten der Kontrollen, die wohlgemerkt nur einen Tag abdecken, gerechtfertigt? Sollte das hierfür aufgebrachte Geld nicht lieber in Präventionsarbeit gesteckt werden? Ist allgemein die Konzentration auf eine ganzjährige Prävention nicht sinnvoller? Ist Feiern nur unter dem massiven Einsatz von Sicherheitspersonal möglich?“ Auf Äußerungen von Birk, die Debatte sollte vor allem aus zeitlichen Gründen nicht in dieser Sitzung geführt werden, reagierten einige verständnislos: Das Thema zu “beraten und besprechen” sei notwendig, so Yvonne Romes (FDP). Kritik wurde auch an der Berichterstattung in den Medien geübt. Carola Siemon (SPD) sah eine Tendenz hin zur Verrohung, da Medien Alkohol als notwendige Zugabe zum Feiern darstellen würden.

Dem widersprach Christdemokrat Jörg Reifenberg. Er gab zu, an der Durchsetzbarkeit der Pläne gezweifelt zu haben, schließlich habe es sich um Verbotskultur gehandelt. „Aber“, so Reifenberg, „darf man bei Bewertung der Situation die Lage des Vorjahres nicht vergessen.

Die Liberale Romes schnitt mit ihrer Kritik die grundsätzliche Frage an, ob die Stadt den Bürgern vorgeben darf, wo sie konsumieren dürfen. Doch eine Diskussion war nicht ohne Weiteres möglich: Birk führte diesen Tagesordnungspunkt zum Ende – eine ausführlich Debatte solle es erst nach der Auswertung und nach Vorlage konkreter Vorschläge geben.

Ob die Einführung sowie die Ausgestaltung des Alkoholverbotes sinnvoll waren oder nicht, diese Frage blieb offen und wird die Trierer wohl noch länger beschäftigen. Eine komplette Abschaffung scheint aber wegen der großen Zustimmung zu dieser Maßnahme unwahrscheinlich.

Anschließend wurde die Arbeit des Trierer Jugendparlamentes vorgestellt. Aaron Zisterer, beratendes Mitglied für dieses Gremium im Ausschuss, berichtete aus Sicht der Jugendlichen. Es kam zu einer Diskussion über die Rolle des Personals der Geschäftsstelle, ob die Arbeit der Jugendlichenvertretung unterstützt oder behindert werde. Zu einem konkreten Ergebnis führte dieser Dialog nicht. Frau Birk sagte aber zu, das Thema “Jugendparlament“ noch einmal auf die Tagesordnung zu setzen. (bm)

 

1 KOMMENTAR

  1. Ich dämmlichen Pappnasen! Keine Alkoholexzesse? Ne, an Weiberdonnerstag nicht. Dafür wurden am Rosenmontag einer nach dem anderen ins Krankenhaus aus der Arena gefahren und in den Ecken haben besoffene 10 Jährige gestanden. Ihr habt doch absolut keine Ahnung was ihr da macht!

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