Die TBB Kolumne

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    Die Schiedsrichterleistungen in der BEKO BBL sind ein leidiges Thema. Zugegeben: Die Aufgabe der Unparteiischen ist äußerst schwierig ist. Fehlerlos bleibt weltweit kein Referee – egal in welcher Liga. Vergleicht man die Anzahl an Fouls einer Basketball-Partie mit denen einer Begegnung in der Fußball-Bundesliga, muss es wegen des kleineren Spielfelds und des höheren Tempos, trotz geringerer Spielzeit,  mehr Fehlentscheidungen geben.

    Die Schiedsrichterleistungen in der BEKO BBL sind ein leidiges Thema. Zugegeben: Die Aufgabe der Unparteiischen ist äußerst schwierig ist. Fehlerlos bleibt weltweit kein Referee – egal in welcher Liga. Vergleicht man die Anzahl an Fouls einer Basketball-Partie mit denen einer Begegnung in der Fußball-Bundesliga, muss es wegen des kleineren Spielfelds und des höheren Tempos, trotz geringerer Spielzeit, mehr Fehlentscheidungen geben.

    Fatal ist, dass jeder Foulpfiff beim Basketball direkten Einfluss auf das Spiel hat – egal wo er stattfindet. Beim Fußball kräht kein Hahn danach, wenn der Schiedsrichter mit einer Entscheidung auf Höhe der Mittellinie daneben lag. Beim Basketball steigt hingegen mit jedem Pfiff die Anzahl der Team- und persönlichen Fouls. Auch wenn die Pfeife stumm bleibt, kann das Spiele entscheiden.

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    Was die rund 4500 Fans in der Arena aber gestern am meisten wurmte, war die fehlende Linie der Herren in Orange und dass auf beiden Seiten mit zweierlei Maß gemessen wurde. In der ersten Halbzeit ahndeten Tamer Arik und Co. gefühlt jeden Schweißtropfen, der auf den Gegenspieler fiel. Das Spiel trat in den Hintergrund, wurde zum Freiwurf-Wettbewerb degradiert – auf einer Seite und zu Gunsten des Gästeteams. Mit welcher Arroganz und Selbstverliebtheit Arik dabei agierte, brachte einige Zuschauer derart auf die Palme, dass Beleidigungen auf persönlicher Ebene hinter der Pressebank zu vernehmen waren.

    In der zweiten Halbzeit dann ein komplett verändertes Vorgehen des Gespanns um den erfahrenen Dr. Andreas Schreiner. Das Motto lautete: „Griechisch-römisches Ringen ist bald zwar nicht mehr olympisch, aber dann findet eine der ältesten Sportarten eben auf dem Basketballparkett eine neue Plattform.“ Trier wurde in der Zone sehr hart angegangen, die Pfeifen blieben stumm. Keine Belohnung für konsequentes Penetrieren in die gegnerische Zone. Bezeichnend die Szene, als Andreas Seiferth, die wegen eines Nasenbeinbruchs notwendige Maske aus dem Gesicht geschlagen wurde und Arik mit bester Sicht auf das Geschehen nicht abpfiff. Seiferth schäumte vor Wut, der Diplom-Ingenieur aus Berlin quittierte es achselzuckend. Wild gestikulierend „Nur Maske!“ anzuzeigen hätte eher zu seinem Auftreten gepasst. Vielleicht wird das ja bald im Regelwerk verankert.

    Viel schlimmer aber, dass strittige Situationen stets zu Gunsten des Meisters ausgelegt wurden. Pfiffe, die erst Sekunden nach der ausgeführten Aktion erfolgten und den Euroleague-Teilnehmer immer wieder an die Linie brachten. Regelauslegung nach eigenem Geschmack, mit unterschiedlichen Interpretationen auf beiden Seiten. Zugegeben: Auch auf der anderen Seite trat Arik negativ in Erscheinung, als Nate Linhart bei Anton Gavel einhakte und das Foul sogar provozieren wollte. Gavel verstand die Welt nicht mehr, suchte das Gespräch. Arik sah sich wieder einmal im Recht. Klarer kann man nicht foulen – doch der Schiedsrichter aus der Landeshauptstadt hatte wohl keine Lust mehr. Aber da war das Spiel längst entschieden. In der zweiten Halbzeit waren es vor allem die ausbleibenden Pfiffe, die die Gemüter erhitzten. Eine beschämende Leistung, die die beiden jungen Herren an der Seite von Dr. Andreas Schreiner ablieferten. Arik pfiff, trotz extrem harter Gangart der Brose Baskets, in der zweiten Halbzeit nicht ein Foul gegen den amtierenden deutschen Meister.

    Die BBL versucht zwanghaft, viele junge Schiedsrichter in der Liga zu etablieren. Gespanne, die vom äußerlichen Erscheinungsbild noch geschlossen am traditionellen Ostercamp von TBB Trier teilnehmen könnten, leiten eine Bundesliga Partie. Der Respekt bei den Spielern fehlt – logischerweise. Erarbeitet werden soll er durch keinerlei Kritikfähigkeit und arrogante, zuweilen herablassende Körpersprache gegenüber den eigentlichen Protagonisten.

    Die Basketball-Bundesliga hat noch einen weiten Weg vor sich, wenn man 2020 wirklich die beste Liga in Europa sein will – sowohl in sportlicher, als auch in organisatorischer Hinsicht. Einziger Trost am gestrigen Abend blieb, dass Bamberg auch so die bessere Mannschaft stellte und das Parkett auch ohne indisponierte Unparteiische als Sieger verlassen hätte. Das entbindet die Herren in Orange aber nicht davon, ihren „Job“ so gut wie möglich zu machen. Das Flaggschiff der Liga, angeführt von einem bärenstarken Casey Jacobsen, hätte wohl jeder Zeit einen Gang zulegen können. Durch den Meisterbonus wurde es ihnen einfacher gemacht, als nötig. (cw)

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