Faustdicke Überraschung: Riol knackt Oberthal

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RIOL. Gehofft hatten die Rioler Kegler schon, den haushohen Favoriten auf die deutsche Meisterschaft, die KF Oberthal, am ersten Wochenende der Playoffs um die deutsche Meisterschaft schlagen zu können, aber damit zu rechnen wäre vermessen gewesen. Umso überschäumender war die Freude nach dem hauchdünnen Sieg nach einem wahren Kegelkrimi.

Am Ende des ersten Spieltags nutzte der KSV Riol sein Heimrecht mit 5242 Holz und ganzen fünf Holz Vorsprung auf den Rekordmeister. Die KSG Montan Duisburg (5063) und die SK Heiligenhaus (5052) landeten abgeschlagen auf den Plätzen. Damit konnte nach dem Auftakt niemand rechnen. Sportwart Anton Krämer schickte den amtierenden deutschen Meister Kai Knobel als ersten auf die Bahn, er sollte dem besten Oberthaler, Holger Mayer, Paroli bieten. Aber Knobel, sonst die Zuverlässigkeit in Person, hatte einen rabenschwarzen Tag erwischt und ging mit 826 Holz und damit dem schlechtesten Resultat aller vier Starter von der Bahn. Meyer (888) nahm im 62 Holz ab, auch der Duisburger Schneimann (883) und Parassini für Heiligenhaus (858) lagen vor Knobel. Als Zweiter musste Thomas Steines ran, erzielte mit 861 Holz eine solide Leistung, aber der Rückstand auf den Favoriten war bereits auf 97 Zähler angewachsen. Das erste Ausrufezeichen setzte Dreifachweltmeister Steve Blasen, der glänzende 899 Punkte erzielte, aber gegen den ebenfalls bärenstarken Oberthaler Daniel Schulz nur sechs Holz gutmachen konnte.

Doch die Vorstellung des Luxemburgers war die Initialzündung für die Moselaner, die Heiligenhaus jetzt schon hinter sich gelassen und Duisburg auf die Pelle gerückt waren. Es folgte die Gala des Deutsch-Brasilianers Bernardo Immendorff, der als einziger Akteur der Veranstaltung die 900-Punkte-Marke übertraf (901), 70 Holz auf Oberthal aufholte und Duisburg und Heiligenhaus klar distanzierte. Jetzt war Riol auf Tuchfühlung – es ging jetzt buchstäblich um jedes Holz. Der Saarländer Jürgen Pinot (894) nahm dem Ex-Oberthaler Horst Mickisch (868) 26 Holz ab, Martin Hoffmann ging mit dem Rucksack eines Rückstands von 47 Holz in das entscheidende Duell gegen Jürgen Wagner. Die Lage spitzte sich immer mehr zu. Als noch 15 Wurf zu absolvieren waren, musste der Routinier des KSV in der letzten Räumgasse zwei Neuner mehr werfen, als sein Gegner. Erst mit den letzten sieben Würfen schaffte „Mr. Zuverlässig“ das „kleine Rioler Wunder“, gewann mit 887:835 Holz und übertrumpfte Oberthal noch um fünf Holz. Nach dem ersten Spieltag liegen Riol und Oberthal mit je 7 Punkten an erster Stelle, der KSV hat mit 98:95 Wertungspunkten einen Minimalvorteil. Der zweite Spieltag findet am kommenden Wochenende in Duisburg statt.

Weniger gut lief es für den KSV Riol II in der Abstiegsrunde der 2. Liga. Das Leistungsgefälle innerhalb des Teams war einfach zu groß, um das Debakel zu verhindern, das für Riol mit dem letzten Platz bei M 85 Mittelhessen endete. Für die positive Überraschung sorgte der SK EifeIland Gilzem, der eine ausgeglichene Leistung ablieferte, mit 5005 Holz den Tagessieg landete und sich an die Spitze der Abstiegsrunde setzte. Hinter Gilzem landete Mittelhessen (4937) vor Landsweiler (4862) und Riol (4832) auf dem zweiten Platz. Am zweiten Spieltag am kommenden Wochenende kann Gilzem auf eigenen Bahnen schon die halbe Miete einfahren. Für Riol II wird es schon eng, wenn kein Sieg gewinnen sollte. (red)

 

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