TBB Trier: Starke Leistung, aber Bamberg eine Nummer zu groß

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TRIER. Zum großen Coup reichte es leider nicht: Trotz starker Leistung musste sich TBB Trier vor 4574 Zuschauern in der Arena Trier mit 84:96 gegen den amtierenden deutschen Meister Brose Baskets Bamberg geschlagen geben. Die Mannen von Henrik Rödl hielten lange Zeit gut mit, schafften es aber nie den Anschluss wiederherzustellen. Zu abgezockt agierten die Franken in den entscheidenden Phasen. Bester Trierer an diesem Abend war Barry Stewart mit 14 Punkten. Bei Bamberg überragte Casey Jacobsen mit 23 Punkten und wichtigen Dreiern, wenn Trier ins Laufen kam.

Trier startete mit der gewohnten Starting Five in die Partie, wollte die Brose Baskets vor gut gefüllten Rängen von Anfang an unter Druck setzen. Der Meister ließ sich von der aggressiven Trierer Defense aber nicht einschüchtern und zeigte von Anfang an, dass man die Punkte aus der Moselstadt entführen wollte. Mit einer Ganzfeldpresse machte man auch den Mannen aus der ältesten Stadt Deutschlands das Leben schwer. Auch Dank einer starke Performance von Rückkehrer Maik Zirbes führte man schnell mit 4:11 und zwang Henrik Rödl zur ersten Auszeit. Auch danach bestimmten die Gäste das Tempo auf dem Parkett, Trier konnte zunächst aber verhindern, dass der Rückstand weiter anwuchs. Das lag auch an einem starken Barry Stewart, der alleine im ersten Viertel zehn Punkte beisteuerte.

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Eine kleinliche Linie der Schiedsrichter brachte die Franken allerdings immer wieder an die Linie – jeder kleinste Körperkontakt wurde geahndet, diskutable Situationen immer zu Gunsten des Meisters ausgelegt. Der vielzitierte Meisterbonus war in dieser Partie nicht von der Hand zu weisen – aber man muss den Franken auch Respekt zollen. Sie waren das bessere Team. Bamberg brannte ein Offensivfeuerwerk ab, ging mit einer 23:31 Führung in die Viertelpause. Es war klar, dass Trier diese Spielweise nicht würde mitgehen können. Die Defense musste endlich Zugriff gewinnen. „Beide Teams haben sehr hart gespielt. Glücklicherweise haben wir es geschafft, uns frühzeitig schon etwas von den Trierern abzusetzen. In dieser Halle ist es immer schwer zu bestehen“, resümierte ein zufriedener Chris Fleming nach der Partie.

Die Unparteiischen hielten die kleinliche Linie auch im zweiten Quarter bei. Sehr zum Leidwesen der Mannen von Henrik Rödl, die immer wieder strittige Entscheidungen zu ihren Ungunsten hinnehmen mussten. Trier machte in der Offensive vieles richtig, hatte aber große Probleme beim Umschalten von Angriff auf Verteidigung. Immer wieder nutzten Anton Gavel die Lücken und konnten meist nur per Foul gestoppt werden oder bedankten sich mit dem einfachen Einleger. (36:46) Auch danach wurden Bemühungen der Trierer immer wieder im Keim erstickt. Dreier von Linhart konterte der starke Casey Jacobsen ebenfalls per Dreipunktewurf. Bamberg setzte sich jetzt Schritt für Schritt ab – 20 von 20 Freiwürfen zeigten auch, dass Spiele von der Linie entschieden werden können. Dazu trafen die Bamberger sieben der 15 Versuche von jenseits der 6,75-Meter-Linie – ein starker Wert. Trier spielte gut, aber es reichte nicht, um den Franken ernsthaft gefährlich zu werden. Zudem leistete sich der Euroleague-Teilnehmer auch nur zwei Ballverluste. Die Trierer Defensive fand keinen Zugriff. Mit 47:61 ging es in die Halbzeitpause.

In der zweiten Halbzeit dann ein komplett verändertes Bild. Das Spiel wurde nun eher von den Defensivreihen geprägt. Bamberg zog zunächst den größeren Nutzen aus dem veränderten Spielverlauf, lag nach viereinhalb gespielten Minuten und einem Zirbes-Korbleger sogar mit 17 Punkten in Front (51:68). Es folgte die stärkste Trierer Phase in der Partie. Ein 7:0 Lauf durch Punkte von Linhart, Saibou und Stewart, wurde von einem Dreier des starken Sharrod Ford gestoppt (58:71). Doch Trier steckte nicht auf, kämpfte um jeden Ball. Zudem änderten die Schiedsrichter ihre Linie – es wurde viel mehr laufen gelassen. Trier kam damit gut zurecht, schaffte es den Vorsprung bis zum Ende des Durchgangs weiter zu verkürzen. Durch einen Dreier von Jermaine Bucknor zum Ende des dritten Spielabschnitts keimte sogar noch einmal Hoffnug auf die Sensation auf. Mit 65:72 ging es in die entscheidenden zehn Minuten.

Hier zeigte sich die ganze Klasse der Brose Baskets. Die Verteidigung zog noch einmal an, die Moselstädter kamen nicht mehr auf Tuchfühlung und das Publikum wurde so aus dem Spiel gehalten. „Bamberg hat eine klasse Leistung gezeigt und hatte immer die richtigen Antworten parat“, zollte Rödl dem Gegner nach der Begegnung Respekt. Den musste man vor allem Casey Jacobsen zollen. Was der Mann, der schon in der NBA seine Qualitäten als Distanzschütze unter Beweis stellen durfte, in der Arena ablieferte, war vom Allerfeinsten. Am Ende standen sechs von acht getroffene Dreipunkteversuche für den US-Amerikaner zu Buche. Immer wieder setzte er Nadelstiche, wenn Hoffnung beim TBB Team aufkeimte. Hinzu kam erschwerend, dass diverse no-calls (ausgebliebene Pfiffe der Unparteiischen) Punkte für TBB Trier verhinderten. Nach einem Dreier von Bostjan Nachbar war die Messe dann endgültig gelesen (68:82). Trier versuchte alles, kämpfte sich Dank Dreiern von Doreth und Bucknor sogar eine Minute vor Schluss noch einmal auf acht Punkte heran (84:92). Bamberg nahm eine Auszeit und der beste Spieler des Abends machte dann endgültig klar, wer das Parkett als Sieger verlassen würde: Casey Jacobsen traf wieder einmal den wichtigen Dreier. Bamberg siegte verdient mit 84:96.

Siege muss Trier gegen andere Teams erkämpfen. Zum Beispiel nächste Woche, wenn man bei den stark geschwächten Giessen 46ers zu Gast ist. Ein Pflichtsieg, wenn man sich nicht bald im Tabellenkeller wiederfinden will.

Stimmen zum Spiel

Headcoach Henrik Rödl (Trier): „Glückwunsch an Chris und sein Team; wir hatten uns viel vorgenommen und viel investiert, viel Energie aufs Feld gebracht. Aber am Ende muss man sagen, dass wir 61 Punkte in der ersten Hälfte nicht zulassen dürfen, um eine Chance zu haben – 35 in der zweiten waren da deutlich besser. Insgesamt hat Bamberg in den entscheidenden Phasen, als wir hätten heran kommen können, Klasse gezeigt, die wichtigen Würfe getroffen und daher verdient gewonnen.“

Headcoach Chris Fleming (Bamberg): „Wir sind sehr froh, heute hier gewonnen zu haben, in Trier ist es nie einfach. Beide Mannschaften haben ihre Spiele vor dem heutigen auf ähnliche Art und Weise unglücklich verloren und hatten sich dementsprechend viel vorgenommen. So wurde es ein hartes Spiel, in dem wir uns frühzeitig ein bisschen absetzen konnten, aber richtig abschütteln konnten wir Trier bis zum Schluss eigentlich nie. Casey Jacobsen hat heute wirklich den Unterschied gemacht, hat große Würfe getroffen, viele davon genau dann, wenn wir sie brauchten. Trier war wie erwartet sehr gut vorbereitet und hat sehr hart gespielt, von daher sind wir sehr glücklich, dass wir heute gewinnen konnten.“

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