TBB Trier: Der Meister kommt

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TRIER. Viel Arbeit für die TBB Trier: Nach der ärgerlichen Niederlage in letzter Sekunde in Braunschweig (81:84) kommt jetzt mit dem Deutschen Meister und Pokalsieger Brose Baskets Bamberg ein echtes Topteam zu Besuch. Um hier einen Überraschungscoup zu landen, muss sehr viel richtig laufen – es hilft, dass die TBB Trier in jedem Spiel grundsätzlich auf Sieg spielt. „Leichte Spiele“ gegen übermächtige Favoriten kommen bei Rödl und Co. nicht vor.

Das wichtigste vorab: Der Ärger über Braunschweig ist verraucht. „Das war eine sehr bittere Pille, gerade weil wir bis zu dem Zeitpunkt eins unserer besseren Auswärtsspiele abgeliefert haben. Aber wir arbeiten mit aller Kraft daran, uns diesen verschenkten Sieg zurück zu holen“, so Henrik Rödl.

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Vielleicht schon am Sonntag? Auch in diesem Jahr sind die Brose Baskets dominant, stehen mit Abstand an der Tabellenspitze und haben in der Saison erst zwei Spiele abgegeben – eins gegen ALBA BERLIN und eins gegen die Artland Dragons. Am Nimbus der Übermannschaft kratzt allerdings die unschöne Niederlage gegen den FC Bayern München im Viertelfinale des Beko BBL Pokals: Nach einer aus Bamberger Sicht unterirdischen ersten Halbzeit genügte die Aufholjagd in der zweiten Hälfte den Franken nicht, um die erste Heimniederlage seit gefühlten hundert Jahren abzuwenden. Die Bayern gewannen mit 69:77 und vermasselten Bamberg damit den Traum vom vierten Pokalgewinn in Folge – Bamberg fährt nicht zum TOP FOUR nach Berlin.

Unbesiegbar ist Bamberg also nicht, dennoch warnt Henrik Rödl vor zuviel Übermut: „Die Pokal-Niederlage der Bamberger gegen München darf man nicht überbewerten. Die Bayern unter Pesic sind in bestechender Form. Bamberg hat in der Zwischenzeit wieder gewonnen, sie sind gewohnt alle drei Tage hohes Niveau zu bringen, spielen ja auch vor uns noch gegen Kaunas in der Euroleague. Aber: Die Niederlage gegen Bayern hat gezeigt, dass auch Bamberg, wie jede Mannschaft in dieser Liga, irgendwie schlagbar ist. Und wir werden alles dafür tun, diesen Punkt zu finden, das Spiel möglichst lange offen zu halten und auf eine Sensation hin zu arbeiten.“

„Irgendwie“ schlagbar also – die Einschränkung in diesen Worten liegt natürlich am Kader, einem der stärksten der Liga: Bostjan Nachbar, früher unter anderem bei den New Jersey Nets unter Vertrag, gilt mit seinem kompletten Spiel als der Superstar der aktuellen Beko BBL. Dem slowenischen Power Forward mit der großen Spielübersicht gelingen 13 Punkte und 4,1 Rebounds pro Partie, dazu verteilt er 2,4 Assists in durchschnittlich knapp 26 Minuten – das ist rundum gut.

Um ihn herum hat Chris Fleming ein kompaktes Team mit viel Erfahrung gebaut; Anton Gavel, Casey Jacobsen und der nach langer Verletzung zurückgekehrte John Goldsberry sind quasi „Bamberger Standards“, vor allem Gavel ist in bestechender Form, führt die Scorerliste mit 13,3 und 3,3 Assists an. Dazu kommen mit Teddy Gipson und Sharrod Ford zwei gereifte Rückkehrer mit Beko BBL-Erfahrung in Paderborn bzw. Berlin – die beiden sind für 10,1 Punkte (Gipson) bzw. 6,3 Rebounds im Schnitt gut. Auch Neuzugang Jeremia Massey scheint sich nach mittlerweile fünf Liga-Spielen mit 12,4 Punkten und 4,4 Rebounds ins Team eingefunden zu haben.

Die aus Trierer Sicht interessanteste Personalie ist natürlich Maik Zirbes: Der gebürtige Traben-Trarbacher reifte unter Henrik Rödl zum Trierer Starting Center, „Most Improved Player“ und Nationalspieler heran und übernimmt jetzt bei Bamberg große Verantwortung am Brett. Das „Experiment Zirbes“ funktioniert für Bamberg und bedeutet 10,3 Punkte und 5,4 Rebounds pro Spiel.

Henrik Rödl beobachtet seinen ehemaligen Spieler genau – und ist zufrieden: „Maik spielt eine solide erste Saison in solch einem „großen“ Umfeld, natürlich mit Höhen und Tiefen, aber er ist jung und muss sich entwickeln – ich glaube fest daran, dass er das tut. Den Anfang hat er gemacht.“

Grundsätzlich gilt: Trier darf an die Sensation glauben, wird aber hart dafür arbeiten müssen. Denn Bambergs Coach Chris Fleming wird nicht noch eine „Bayern-Halbzeit“ dulden. (red/cw)

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