TBB Trier: Eiskalte Braunschweiger – Trier verliert mit der Schlusssirene

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TRIER/BRAUNSCHWEIG. Die vierte Niederlage in Folge war eine besonders bittere Pille für die Basketballer von TBB Trier. Mit der Schlusssirene verlor man bei den New Yorker Phantoms Braunschweig mit 81:84. Wieder einmal offenbarte man Schwächen beim Defensivrebound und präsentierte sich in der entscheidenden Phase, der sogenannten Crunchtime, zu blauäugig. Bester TBBler war Nate Linhart, dem 18 Punkte und elf Rebounds gelangen.

Wie immer sollten die Herren Howell, Stewart, Linhart, Harper und Seiferth die Trierer Mannschaft in die Spur bringen. Die Phantoms starteten wie schon im Hinspiel mit einem erfolgreichen Dreier ins Spiel – danach kam auch Trier in die Partie.

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Vier Punkte von Brian Harper und ein And1 (Punkte + Bonusfreiwurf) von Andreas Seiferth  brachten Trier mit 7:3 in Führung. Die Braunschweiger suchten erfolgreich die großen Spieler am Brett. Harding Nana und Nick Schneiders konnten jeweils nur per Foul gestoppt werden, verwandelten dennoch die einfachen Korbleger. Es entwickelte sich eine offensiv geführte Partie – in der Regel nicht unbedingt das Spiel der Moselstädter. Braunschweig suchte stets den schnellen Abschluss und versuchte die Trierer gleich beim Umschalten vom Angriff auf Verteidigung aus dem Konzept zu bringen. Keine Mannschaft schaffte es sich abzusetzen. Seiferth machte eine sehr starke Partie – auch aufgrund seiner neun Zähler lag man nach den ersten zehn Minuten mit 23:20.

Wenig strukturiert dann der Start in den zweiten Spielabschnitt. Der Braunschweiger Neuzugang Courtney Pigram, der schon vor wenigen Wochen im Würzburger Dress ein starkes Spiel gegen Trier machte, sorgte mit seinem durchdachten Aufbauspiel gleich für Belebung beim Heimteam. Nach einem Dreier des Aufbauspielers und Freiwürfen von Boateng lagen die Norddeutschen wieder in Front (23:25).  Danach wurde es turbulent.

Kostas Flevarakis echauffierte sich über einen Foulpfiff gegen seinen Spieler Erik Land derart lautstark, dass Steffen Neubecker ihn mit einem technischen Foul bestrafte. Leider gelang es Bucknor und Chikoko nur einen der vier fälligen Freiwürfe zu verwandeln. Mönninghoff sorgte zwar anschließend für die abermalige Führung (26:25) –  das Momentum änderte sich aber zu Gunsten der New Yorker Phantoms. Dreier von Pigram, Schröder und Barton brachten Sorgenfalten auf die Stirn von Headcoach Henrik Rödl, der beim Stand von 30:38 eine Auszeit nahm. Die Trierer neigen momentan dazu, das Spiel des Gegners anzunehmen, anstatt sich auf die eigene Stärke – die Defensive – zu besinnen. Nach der Auszeit lief es besser. Der starke Nate Linhart traf von jenseits der 6,75-Meter-Linie, Harper und Seiferth hätten mit ihren Freiwürfen Trier wieder auf Tuchfühlung bringen können. Stattdessen schwächelte die TBB bedenklich vom sogenannten „Wohltätigkeitsstreifen“ – nur neun der 19 Versuche fanden ihr Weg ins Ziel. Braunschweig bedankte sich in Person von Jermaine Anderson artig mit einem erfolgreichen Dreipunktwurf. Mit 36:41 ging es in die Halbzeit.

Spektakulär dann der Start in die zweiten 20 Minuten. Mit dem Alley-Oop von Howell auf Harper konnte man schon gegen den Mitteldeutschen BC das Momentum ändern. Anschließend folgten die Minuten des Nate Linhart. Er reboundete, er blockte, er traf – Trier übernahm beim 44:43 wieder die Führung. Die Moselstädter waren wesentlich wacher als noch vor der Halbzeit, Kostas Flevarakis sah sich zu einer Auszeit gezwungen. Rödl  Besserung kehrte danach aber nicht in Spiel der Heimmanschaft ein. TBB Trier setzte sich erstmals ab (44:51) und fand auch defensiv zu gewohnter Stärke. Der Vorsprung pendelte sich zwischen fünf und sieben Punkten ein. Der einzige Vorwurf den sich die Trierer in dieser Phase gefallen lassen mussten: Durch schlechtes Rebounding versäumte man es, sich noch weiter von den New Yorker Phantoms abzusetzen. Barton und Schröder hielten die Norddeutschen mit starken Aktionen im Spiel. Mit 62:58 ging es in den entscheidenden Spielabschnitt.

Konfus dann der Start im letzten Durchgang. Undurchsichtige Entscheidungen der Schiedsrichter sorgten zunächst für wenig Spielfluss. Seiferth und Doreth, der seine beste Partie seit langem machte, bauten den Vorsprung von Henrik Rödls Mannen sogar auf acht Punkte aus (67:59). Eine Vorentscheidung? Mitnichten. Die Phantoms ließen sich nicht abschütteln, waren nach einem Dreipunktwurf von Jermaine Anderson wieder im Geschäft (69:66). Der beste Trierer an diesem Abend, Nate Linhart, stellte die Weichen vier Minuten vor Ende mit einem Dreier zwar wieder auf Sieg, doch Harding Nana (Vier-Punkte-Spiel) und Immanuel McElroy sorgten für den Ausgleich (72:72).

Bitter für Trier: Andreas Seiferth musste mit dem fünften persönlichen Foul schon drei Minuten vor Schluss auf der Bank Platz nehmen. Neuzugang Pigram verwandelte einen weiteren Distanzwurf und sorgte damit sogar für die Führung der Phantome (77:74). Howell glich 50 Sekunden vor Schluss nochmals aus und hatte wenig später die Chance Trier wieder in Führung zu bringen. Doch es bleibt dabei: Die Qualitäten des Aufbauspielers in der Crunchtime bleiben diskussionswürdig. Jermaine Anderson machte es auf der Gegenseite besser. Einen schier unmöglichen Dreipunktwurf mit Ablauf der Uhr fand sein Ziel – Trier stand beim 81:84 wieder mit leeren Händen da. Das Team brachte sich selbst um den Lohn für eine starke zweite Halbzeit. (cw)

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