So viel Platz war nie für die Narren am Hauptmarkt

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    TRIER. Der Straßenkarneval ist seit heute Vormittag offiziell eröffnet. Nach der Übernahme des Rathauses durch die Narrenzunft gab der Stadtprinz den Startschuss für die tollen Tage – auf einem ungewohnt leeren Hauptmarkt. Vor allem jüngere Jecken blieben der Veranstaltung fern, Grund hierfür war vermutlich das in diesem Jahr erstmalig ausgesprochene Alkoholverbot.

    Auf der Bühne geht das Zeremoniell seinen gewohnten Gang. Gegen 11 Uhr betritt Stadtprinz Ralf III. mit Gefolge und Oberbürgermeister Klaus Jensen im Schlepptau das Podest auf dem Hauptmarkt. Mit viel Geschunkel und Geküsse gelingt es, dem OB den goldenen Stadtschlüssel zu entwenden. Vor der Bühne dagegen bietet sich ein eher tristes Bild. Nur wenige Narren sind gekommen um der offiziellen Eröffnung des Trierer Karnevals beizuwohnen. Einige Passanten bleiben stehen, beobachten die Bemühungen, die wenigen Zuschauer in Stimmung zu bringen.  Denn es ist ungewöhnlich ruhig in diesem Jahr. Es fehlen die Horden junger Karnevalisten, die in bunten Kostümen auf dem Hauptmarkt feiern. Fern geblieben sind sie vermutlich wegen des in diesem Jahr ausgesprochenen Verbots Alkohol mitzubringen. Dies war von Seiten der Stadt beschlossen worden, nachdem es in den vergangenen Jahren zunehmend zu einigen Zwischenfällen gekommen war. 60 Jugendliche und junge Erwachsene mussten im Vorjahr mit Alkoholvergiftungen in Trierer Krankenhäuser eingeliefert werden. Sozialdezernentin Angelika Birk sprach damals von einer  „Katastrophenlage“. Als Reaktion auf die Ereignisse wurde der „Runde Tisch Weiberfastnacht“ einberufen, der ein striktes Alkoholverbot zwischen neun und 19 Uhr beschloss. Um die Einhaltung zu gewährleisten, postierten sich in an allen Zugängen zum Hauptmarkt Einsatzkräfte der Polizei. So kam es zu der paradoxen Situation, dass nach Angaben der Veranstalter 175 Einsatzkräfte rund 80 Besucher „bewachten“. Auch verschärfte Taschenkontrollen werden vorgenommen. Es bleibt also, zumindest auf dem Hauptmarkt, heute eher beschaulich, als närrisch. Das Exhaus bietet ab 16 Uhr eine alternative Party an. Auch hier wird lediglich Bier ausgeschenkt, Spirituosen sind verboten.  Trotz der Vorfälle im vergangenen Jahr zeigt nicht jeder Verständnis für das strikte Alkoholverbot. Björn Müller und Sara Ülkümen (beide 23) postieren sich pünktlich um 11 Uhr mit Megaphon und Plakaten auf dem Hauptmarkt. Organisiert wurde die Protestaktion gegen das Alkoholverbot von den Jungen Liberalen in Trier und im Kreis Trier-Saarburg. „Unserer Meinung nach ist das Alkoholverbot der falsche Weg, um Zustände wie im letzten Jahr zu verhindern“, meint Müller. „Viel wichtiger als Verbote auszusprechen ist doch die präventive Arbeit schon im Vorfeld solcher Veranstaltungen.“       Lisa Bergmann

    1 KOMMENTAR

    1. Schön für die Nicht-Karnevalisten, dass es am Hauptmarkt heute so beschaulich zugeht. Jedoch bleibt abzuwarten, ob strikte Alkoholverbote an bestimmten Plätzen wirklich dazu führen, dass es weniger Alkoholvergiftungen gibt.
      Mein Eindruck ist, dass sich die jungen Karnevalsbegeisterten im Moment schlicht an anderen Stellen treffen…
      So kann man leider nicht im Dialog mit jungen Menschen bleiben.

    2. da laufen ca 50 freibiergesichter durch die stadt zum hauptmarkt und brüllen helau!so weit so gut!nur warum muß der steuerzahler für diesen schwachsinn, einiger weniger profilneurotiker,mit derart hohen kosten belastet werden?liebe freibierjecken wenn ihr euch schon in der öffentlichkeit zur schau stellen müsst, dann tragt bitte auch dafür die kosten!!!!

    3. nur 80 besucher,lachhaft für den aufwand!habt ihr gemerkt ,ohne alkohol kann man sie nicht ertragen ,diese häuptlinge des organisierten frohsinns!

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