TBB Trier: Niederlage nach großem Kampf – 82:86 gegen Ulm

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TRIER. Das erste Fernsehspiel seit über zwei Jahren, eine volle Arena – alles war bereit für die Sensation. Doch am Ende zog man gegen den spielstarken Vizemeister den Kürzeren – unter anderem durch einen kollektiven Tiefschlaf im verflixten dritten Viertel. Mit 82:86 verlor TBB Trier letzendlich gegen ratiopharm Ulm. Vor allem auf den Guardpositionen hatte die TBB den Gästen nicht genug entgegenzusetzen. Topscorer bei den Trierern war Jermaine Bucknor mit 14 Punkten.

Die Moselstädter starteten wieder mit der gewohnten Starting Five in die Partie – diese sollte von Anfang an zeigen, wer Herr in der Arena ist. Die lautstarken mitgereisten Fans der Gäste hatten zu Beginn der Partie jede Menge Grund positive Stimmung in der Arena zu verbreiten. Dreiern von Steven Esterkamp und Allan Ray folgten vier Punkte vom letztjährigen MVP (wertvollster Spieler der Saison) John Bryant – die TBB lag mit 0:10 im Rückstand.

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Trier spielte nicht schlecht, hatte aber Pech im Abschluss und Ulm traf aus allen Lagen – egal ob mit Ablauf der Wurfuhr oder mit der Hand des Gegenspielers im Gesicht. Nach dem Fehlstart kamen dann die Trierer ins Spiel – ein 10:0 Run durch starke Punkte von Andi Seiferth, sowie Dreiern von Nate Linhart und Brian Harper sorgten für den Ausgleich. Danach verlief das Spiel offener, doch Gästecoach Thorsten Leibenath hatte beim 15:15 genug gesehen und nahm eine Auszeit. Diese fruchtete zunächst. Trier verteidigte zwar gut, Lance Jeter traf allerdings zwei schwierige Dreier mit Ablauf der 24-Sekunden-Uhr(15:21). Überhaupt zeichneten sich der Vizemeister dadurch aus, auch schwierigste Situationen zu meistern und erfolgreich abzuschließen. Saß einer der schwierigen Versuche ausnahmsweise nicht, dominierten die Ulmer den Rebound nach Belieben und sicherten sich zweite Wurfchancen. Trier ging mit einem 21:27 Rückstand und der Gewißheit, nicht viel falsch gemacht zu haben, in den zweiten Spielabschnitt.

Auch der Start in den zweiten Durchgang gelang den Gästen besser. Keaton Nankivil verwandelte sowohl in Korbnähe, als auch aus der Mitteldistanz sicher – elf Punkte bei einhundertprozentiger Trefferquote markierte der Allrounder in der ersten Spielhälfte. Nach Punkten von Philipp Schwethelm wuchs der Rückstand erstmals seit der Anfangsphase wieder auf zehn Punkte an (23:33). Wieder weckte der hohe Rückstand die Moselstädter auf – Andreas Seiferth hatte nun seine stärkste Phase. Trier kämpfte sich bis auf fünf Punkte (29:34) an die Domstädter heran – doch der Vizemeister agierte abgezockt und ließ die TBB nicht noch näher herankommen. Große Probleme hatten Rödls Mannen mit Steven Esterkamp – immer wieder schickte man den Forward der Gäste an die Linie. Ulm dominierte zudem weiterhin die Bretter. Bryant hatte nach zwanzig Minuten bereits acht Rebounds auf der Habenseite. Dank starker Defensivaktionen von Nate Linhart war man beim 36:42 Halbzeitstand immer noch im Spiel.

Ulm präsentierte sich auch in der zweiten Halbzeit wieder vom Einwurf an hellwach. Immer wieder war es Nankivil, der die TBB Defensive vor unlösbare Probleme stellte. Brian Harper sah nicht gut gegen den spielintelligenten Vierer der Gäste aus. Fünf Punkte des Power-Forwards, der auch für den verletzten Dane Watts in die Bresche sprang, in Folge bedeuteten wieder neun Punkte Rückstand für die Trierer(40:49). Bei den Schützlingen von Henrik Rödl stemmte sich Harper offensiv gegen die drohende Niederlage – vier Punkte, jeweils nach Offensivrebounds, zeugten von großem Kampfgeist beim 27-jährigen Amerikaner. Doch TBB Trier hatte dem Gegner insgesamt zu wenig entgegen zu setzen. Erinnerungen an das verflixte dritte Viertel, wie man es aus Zeiten unter Headcoach Joe Whelton taufte, wurden wach. Vor allem auf der Aufbauposition spielte der eigentlich nur als Backup für Per Günther eingeplante Lance Jeter mit den TBB Aufbauspielern Katz und Maus. Als sich Bastian Doreth dann auch noch ein unsportliches Foul an dem Spielmacher leistete, zogen die Gäste vorentscheidend mit 18 Punkten davon (49:67). Jeter legte mit elf Punkten alleine den Grundstein für den vorentscheidenden Lauf – auch, weil Triers kleine Garde den bulligen Point Guard  in Eins gegen Eins Situationen nicht vor sich halten konnte. Bis zum Viertelende wurde es sogar noch bitterer. Zwanzig Punkte Rückstand (50:70) vor den letzten zehn Minuten erweckten Erinnerungen an das desaströse Hinspiel. Die Arena verstummte.

Ein 9:3 Lauf zu Beginn des letzten Spielabschnitts – auch Dank eines stark kämpfenden, bis dato aber glücklosen Jarrett Howell – weckten noch einmal leise Hoffnungen bei den TBB Fans. Die Schützlinge von Henrik Rödl kämpften um jeden Zentimeter Parkett und die defensive Devise hieß nun endgültig „keine einfachen Körbe“. Immer wieder gelang man so in Ballbesitz oder zwang den Gegner zu schlechten Entscheidungen. Eine aggressive Zonenpresse bildete die Grundlage für eine Aufholjagd, die wohl auch die größten Optimisten nicht mehr für möglich gehalten hätten. Dreier vom starken Bucknor und Howell brachten die Trierer vier Minuten vor der Schlusssirene tatsächlich noch einmal auf sieben Punkte heran (71:78). Danach schafften es die Moselstädter jedoch nicht, noch einmal selbst eigene Punkte zu erzielen – die Defensive stand allerdings weiterhin. Ulm kam nur noch durch Freiwürfe zu Korberfolgen, verwalteten den geschrumpfen Vorsprung allerdings geschickt und mit der nötigen Ruhe. Rund eine Minute vor Schluss betrug der Rückstand nur noch sechs Punkte (77:83), doch die Domstädter sind nicht umsonst auch in dieser Saison wieder Tabellenzweiter. Im Stile einer Spitzenmannschaft schaukelten die Gäste den letztlich verdienten 82:86 Sieg nach Hause.

Chance zur Revanche bietet sich für TBB Trier bereits am kommenden Mittwoch. Dann tritt man im Pokalwettbewerb bie den spielstarken Schwaben an. Sollte es den Mannen von Henrik Rödl gelingen, die Schwächephasen zu minimieren, hat man vielleicht eine kleine Außenseiterchance beim deutschen Vizemeister. (cw)

Stimmen zum Spiel 

Henrik Rödl: „Glückwunsch an Thorsten Leibenath und seine Mannschaft, die streckenweise einen sehr guten, modernen und erfolgreichen Basketball gespielt und uns lange Zeit in unsere Schranken verwiesen hat. Wir hatten wenig Mittel dagegen in der normalen Mann-Mann-Verteidigung, die Trefferquote 10/20 von der Dreierlinie spricht da für sich. Da waren zwar einige schwere Würfe dabei, insgesamt hat Ulm aber sehr gut auf unsere aggressive Verteidigung reagiert. Im letzten Viertel ist es uns besser gelungen, Druck zu machen und Ballverluste zu erzwingen, die Würfe noch schwerer zu machen. Das Schlussviertel gibt uns Hoffnung für Mittwoch. Man ist natürlich nie zufrieden, wenn man verliert, aber wir haben mit Energie gespielt und gezeigt, was unsere Mannschaft gut macht. Dementsprechend wollen wir natürlich versuchen, in Ulm die große Überraschung zu liefern.“

Headcoach Thorsten Leibenath (Ulm): „Wir haben ein sehr gutes Basketballspiel gesehen, ich bin sehr froh, dass wir gegen einen starken Gegner gewinnen konnten. Es war ein Spiegelbild des Hinspiels, als wir uns zunächst vermeintlich komfortabel absetzen konnten, und die Trierer dann mit einer wirklich beherzten Leistung und sehr guter Pressverteidigung einen Lauf starten konnten. wir haben immer wieder Probleme bekommen, Ballverluste und schlechte Würfe. Es ist nicht so, dass wir darauf nicht vorbereitet waren, aber man muss den Trierern ein Kompliment machen, das laufen sie hervorragend. Dadurch wurde es dann nochmal richtig knapp, das habe ich mir natürlich anders vorgestellt. Aber mit einem angeschlagenen Per Günther und ohne Dane Watts, also ohne zwei Starter, kann man glücklich sein in Trier zu gewinnen. Es ist schade, dass es knapp geworden ist, aber für uns zählt am Ende der Sieg. Und jetzt freuen wir uns, Trier am Mittwoch schon wieder bei uns zu begrüßen.“ 

1 KOMMENTAR

  1. leider hat die TBB in letzter zeit etwas den faden verloren. viele schwache phasen während eines spiels und schon verliert man knapp, statt zu gewinnen. so wird es nichts mit den playoffs

  2. Habe das Spiel gestern am Fernseher verfolgt und war erschüttert, wie leise die Halle rüberkommt? Wenn ich live in der Halle bin, kommt es mir immer viel lauter vor. Hat sport1 die Mikros vor Block C gestellt?

  3. Hallo Pit, von den Playoffs hat auch zu Saisonbeginn wohl nur der kühnste Optimist geträumt. Seien wir doch lieber realistisch und freuen uns an einer toll aufspielenden und kämpfende Mannschaft.

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