Was bringt der Weiberdonnerstag?

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TRIER. Nach der desaströsen Bilanz des letztjährigen Weiberdonnerstags, der traditionellen Karnevalseröffnung am Hauptmarkt in Trier, wartet die Stadt mit einem neuen Sicherheitskonzept auf, die in diesem Jahr eine gefahrlose Feier für Teilnehmer gewähren soll.

Letztes Jahr begannen die närrischen Tagen für 60 junge Trierer mit teilweise lebensbedrohlichen Alkoholvergiftungen und endeten in der Intensivstation. Darüber hinaus zählte die Polizei 42 Straftaten, über 100 Platzverweise sowie neun Personen, die in Gewahrsam genommen werden mussten. Auch die Rettungsdienste waren dermaßen überlastet, dass sogar der Katastrophenschutz helfend eingreifen musste.

Sogar ein Verbot der Feier stand zur Debatte, bleibt dieses Jahr allerdings noch aus. Stattdessen erarbeiteten die zuständigen Behörden in Zusammenarbeit mit dem Veranstalter Arbeitsgemeinschaft Trierer Karneval e. V. (ATK) sowie den entsprechenden Einsatzkräften deutlich schärfere Rahmenbedingungen.

Dazu führt die vom Wirtschaftsdezernenten Thomas Egger vorgestellte “Verordnung zur Gefahrenabwehr“ verschiedene Eckdaten auf. Vor allem das Verbot des Mitführens von Getränkebehältern aus Glas und ein generelles Alkoholverbot in einem eingegrenzten Bereich der Innenstadt von 9 bis 19 Uhr. Ausgenommen sind Gaststätten und private Veranstaltungen. Verstöße gelten als Ordnungswidrigkeit und werden mit einem Bußgeld geahndet.

Die Polizei wird an den wichtigsten Zugängen Besucher kontrollieren und zusätzlich mobile Streifen verstärkt mit Mitarbeitern des Jugendamtes in der Innenstadt einsetzen. Die massive Polizeipräsenz hat zum Ziel, mitgeführte Alkoholika möglichst aus der Innenstadt zu verbannen, mit dem Ziel, Aggressionen bereits prophylaktisch zu reduzieren. Bei Zuwiderhandlung kontaktieren Mitarbeiter des Jugendamtes umgehend die Erziehungsberechtigten auffälliger Minderjähriger.

Des Weiteren wird in der Toni-Chorus-Halle (Ausoniusstraße) ein Notdienst eingerichtet, um betrunkene Patienten behandeln zu können. Das Brüderkrankenhaus und das Mutterhaus der Borromäerinnen stellen eigens hierfür Ärzte und Pfleger zur Verfügung, sodass die Ambulanzen der Krankenhäuser nicht zusätzlich belastet werden.

Neben der Hauptmarktfeier werden außerdem noch zwei weitere Veranstaltungen im Jugendzentrum Mergenerhof (unter 16 Jahren) und im Ex-Haus (für Jugendliche ab 16 Jahren) stattfinden, um das Geschehen zu entzerren.

Ob das neue Konzept, die Feier mit diesen Maßnahmen sicherer zu machen, seine Bewährungsprobe besteht, zeigt sich spätestens am kommenden Donnerstag, wenn Bilanz gezogen wird. (geo)

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