Die TBB Kolumne

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    Wer die TBB schon mehr oder weniger sicher in den Playoffs wähnte – die Verantwortlichen des Vereins zählten sicherlich nicht dazu – der wurde am Sonntag im Spiel gegen Würzburg unsanft auf den Boden der Tatsachen befördert. Zwischen Platz 6 und 14 ist das Leistungsgefälle so minimal, dass der jeweilige Spielausgang immer nur von der Tagesform abhängt.

    Und zweifellos hatten die Moselaner gegen die Mainfranken einen schwachen Tag erwischt. Der einzige Trost nach der völlig verdienten 66:71-Niederlage ist das Plus beim Direktvergleich. Der Vorsprung der TBB auf Würzburg beträgt nach Punkten zwar nur noch zwei Punkte, de facto aber vier, da das Team von Trainer Henrik Rödl in Würzburg mit 69:62 gewann. Macht im Direktvergleich zwei Korbpunkte mehr und damit den entscheidenden Vorteil, sollte am Ende der Normalsaison beide Vereine punktgleich sein. Denn im Basketball zählt zunächst mal der Direktvergleich, ehe andere Kriterien herangezogen werden. Das Duell mit dem letztjährigen Überraschungsteam zeigte aber auch das Manko auf Trierer Seite auf, ohne die starke Defensivvorstellung der Gäste schmälern zu wollen.

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    Die „Eins“, also die Aufbauposition ist bei der TBB bestenfalls durchschnittlich besetzt. Nimmt man die Leistung vom Sonntag als Maßstab, dann sogar unterdurchschnittlich. Wenn nicht mal einer der wenigen Fastbreaks lief, von denen viele aber entweder nicht zu Ende gespielt oder überhastet abgeschlossen wurden, dauerte es viel zu lange, bis das Set-Play (Positionsspiel) so organisiert war, dass wirklicher Druck auf die gegnerische Verteidigung ausgeübt werden konnte. Angesichts der katastrophalen Trierer Dreierquote – nur ein Wurf hatte bei neun Versuchen bis zum Ende des dritten Viertels sein Ziel gefunden – konnten sich der Gast ganz auf die Verteidigung in Korbnähe konzentrieren. Und da war, abgesehen vom ersten Viertel, alles dicht. Mehrfach schafften es die Hausherren nicht, innerhalb der erlaubten 24 Sekunden zum Abschluss zu kommen.

    Dazu kamen noch einige Notwürfe mit Ablauf der Uhr, die samt und sonders im Nichts endeten. Den Aufbauspielern allein die Schuld zu geben, wäre aber auch zu einfach. Oft war das Trierer Spiel auch zu statisch. Den Schuh müssen sich alle anziehen, die auf dem Feld stehen. Und: Die zuverlässigsten Punktesammler tauchten an diesem Sonntag ab. Zwar kam Barry Stewart auf 14 Zähler, aber für die acht Punkte aus dem Feld benötigte er 13 Versuche und ballerte alle sieben Dreier daneben. Der effektivste von allen war mit Mathis Mönninghoff der jüngste. Ohne seine Distanzwürfe wäre das Spiel noch nicht einmal mehr spannend geworden. Jedem Fan der Trierer muss gestern klar geworden sein, dass die TBB zwar über einen Kader verfügt, der bis zur letzten Sekunde alles gibt, aber auch kaum einen Ausfall eines der Leistungsträger verkraften kann. Und daraus resultiert die Erkenntnis, dass es auch in dieser Saison verdammt schwer werden wird, die Playoffs zu erreichen. (cw)

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