TBB Trier: Verdiente Niederlage gegen Würzburg

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TRIER. 4090 Zuschauer in der Arena Trier sahen ein Spiel, das vor allem vom Kampf und der Spannung lebte. TBB Trier präsentierte sich offensiv zu ideenlos und verlor gegen starke Gäste verdient mit 66:71. Kleiner Trost: Die Moselstädter gewannen den direkten Vergleich. Bester Trierer an diesem Abend war Mathis Mönninghoff, der Trier noch einmal heranbrachte. Topscorer Barry Stewart (14 Punkte) wirkte gegen Ende verunsichert und seine Wurfauswahl bleibt weiterhin fragwürdig.

Trier begann auch nach der zweiwöchigen Spielpause mit der gewohnten Starting Five. Vor allem Dwayne Anderson bereitete der TBB zu Beginn Probleme, doch auch Trier fand in der Offensive schnell den Rhythmus. Effektives „Pick and Roll“ über Andreas Seiferth und Brian Harper brachte schnell Punkte auf die Habenseite. Es begann ein munteres Auf- und Ab, bei dem die Defensive zunächst eine untergeordnete Rolle spielte. Als Jarrett Howell beim misslungenen Versuch ein Offensivfoul zu forcieren sein zweites Foul kassierte, brachte Anderson mit einem Dreipunktespiel Würzburg wieder in Front (9:12). Die Führung wechselte nun ständig – auf Trierer Seite überragten Jermaine Bucknor und Andreas Seiferth. Bei Würzburg agierten Anderson und Lamont McIntosh am auffälligsten. Am Ende des ersten Viertels leuchtete eine knappe 23:21 Führung für Trier von der Anzeigetafel. Barry Stewart präsentierte sich mit drei Assists teamdienlich.

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Auch im zweiten Viertel ging es gleich munter weiter. Zunächst hielten Rödls Mannen auch mit der zweiten Fünf gut mit, doch die aggressivere Defensive der Würzburger führte zu drei leichten Ballverlusten der TBB in Folge, die allesamt bestraft wurden. Chris McNaughton und Anderson trafen und die Würzburger spielten  einen Vorsprung von fünf Punkten heraus (26:31). Das Spiel entwickelte sich immer mehr zu der Partie, die im Vorfeld erwartet wurde. Starke Defensivreihen gegen ideenlose Offensive. So pendelte sich der Rückstand der Trierer bei sechs Punkten ein. Immer wieder schaffte es Dwayne Anderson auf Gästeseite, Lücken in der Defensive der TBB auszunutzen. Den Moselstädtern fehlte ein Spieler dieses Kalibers – Stewart, dem an einem guten Tag ähnliches zuzutrauen ist, fand gar nicht in die Partie. TBB Trier hatte keinerlei Glück bei den Würfen von jenseits der 6,75-Meter Linie – null der fünf Versuche fanden den Weg durch die Reuse. Die schwache Leistung der drei Unparteiischen tat ihr übriges, so dass die Trierer es nicht schafften, den Rückstand in eine Führung zu drehen. So ging es mit einem 34:40 Rückstand in die Kabine.

Auch in der zweiten Halbzeit wurde die Partie von der ersten Sekunde an intensiv weitergeführt. Brian Harper kam gut in die zweite Hälfte und machte schnell vier Punkte. Auf der Gegenseite konnte sich Jason Boone immer besser in Szene setzen – Andreas Seiferth ließ ihm zuviel Platz in der Zone. Der bullige Centerspieler bestrafte dies mit wuchtigen Dunks. Nach offenem Beginn (38:42), schaffte es Würzburg immer besser sich gegen die Trierer Defensive durchzusetzen, während Trier weiterhin große Probleme hatte. Ein Dreier des stark aufspielenden Courtney Pigram ließ den Vorsprung der Gäste erstmals zweistellig werden (39:50). Die Moselstädter kämpften sich noch einmal auf sieben Punkte heran (45:52), doch die Franken hatten jetzt die Oberhand. Die s.Oliver-Baskets lieferten eine überzeugende Vorstellung gegen erschreckend ideenlose Trierer und gingen mit einem 47:57 in die letzte Viertelpause. Auffällig: Weder Spielmacher Jarrett Howell, noch sein Backup Bastian Doreth verstanden es, ihre Mitspieler in Szene zu setzen. Das Offensivspiel war frei von jeglichen Spielzügen – am Ende folgte meist ein Verzweiflungswurf mit Ablauf der 24-Sekunden-Uhr. Dies lag zum Teil, aber sicherlich nicht nur, an der starken Defensive der Gäste. Mangelnde Bewegung und fehlende Penetration machten es den s.Oliver Baskets aber auch einfach.

Besser lief der Start in den vierten Spielabschnitt. Während sich Würzburg jetzt gegen die aggressive Trierer Defensive schwerer Tat und auch offenere Würfe ihr Ziel verfehlten, lief Mathis Mönninghoff heiß. Zwei Dreier des deutschen Talents und ein Drei-Punkte-Spiel von Jermaine Bucknor sorgten dafür, dass Trier beim 56:59 wieder im Spiel war. Leider nutzte Trier den anschließenden Ballverlust der Franken nicht aus – der Rückstand wuchs wieder auf sieben Punkte an (56:63). Trier hätte noch einmal Morgenluft wittern können, als Bastian Doreth und Barry Stewart beim Stand von 61:65 zwei freie Dreipunktwürfe verfehlten. Doch an diesem Abend sollte es wohl einfach nicht sein. Mike Lenzly sorgte wenig später mit einem spektakulären Korbleger für die 61:67 Führung – die Vorentscheidung. Die Franken blieben cool von der Linie und schaukelten den letztendlich verdienten 66:71 Sieg nach Hause. Für Trier bleibt die Erkenntnis, dass die Offensive zu wenig Überraschungsmomente bereithält, um stark verteidigende Gegner mit leichen Punkten in die Bredouille zu bringen. Sicherlich etwas, an dem man in den kommenden Wochen arbeiten kann. Trotz einer bislang herausragenden Saison des stets aufopferungsvoll kämpfenden Teams. (cw)

Stimmen zum Spiel

Headcoach Henrik Rödl: „Glückwunsch an Marcel Schröder und seine Mannschaft, der Sieg war verdient. Wir haben heute nicht unser bestes Spiel gezeigt, auch bedingt durch die starke Würzburger Verteidigung. Mit hat nicht gefallen, dass ihre Wurfquote in der ersten Halbzeit über 50% lag, Anderson war von uns in dieser Phase nicht zu stoppen. Das lief in der zweiten Halbzeit besser, aber auch unsere Wurfquote war da zu schlecht. Am Ende hatten wir unsere Chancen, das Spiel ganz offen zu machen, haben aber freie Würfe nicht getroffen. Wir haben sehr viel investiert, aber gegen eine Mannschaft die so gut spielt wie Würzburg muss man alles richtig machen. Das ist uns nicht gelungen, und so hat Würzburg das Spiel verdient nach Hause gefahren.“

Headcoach Marcel Schröder (Würzburg): „Großes Kompliment an Henrik Rödl und sein Team, Trier spielt eine hervorragende Saison und hat schon viele hervorragende Leistungen gezeigt. Und sie haben uns auch im Hinspiel sehr viele Probleme gemacht und verdient gewonnen. Wir wussten, dass wir uns für heute extrem steigern mussten. Wie damals gab es auch heute wieder Phasen, wo beide Mannschaften den Ball fast schon gewissenlos behandelt haben. Wir waren mit zehn Punkten weg und hatten den Sieg fast in der Tasche, da kamen die Trierer wieder mit ihrer Verteidigung zurück und haben uns zu Ballverlusten gezwungen. Da ein großes Kompliment an meine Mannschaft, die die Nerven behalten und Lösungen gefunden hat; wir haben die Stops bekommen, die wir wollten. Und in der letzten Minute waren wir cool genug, so dass wir doch verdient gewonnen haben. Ich hoffe, dass wir aus den letzten zwei Siegen das Momentum mitnehmen können und eine bessere Rückrunde spielen.“

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