Aus dem Polizeiladen wird das Zentrum für polizeiliche Prävention

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    TRIER. Das Polizeipräsidium Trier hat die Präventionsarbeit neu organisiert. Künftig werden alle Präventionsaufgaben vom „Zentrum Polizeiliche Prävention“ organisiert und koordiniert. Am Samstag lädt das Zentrum zum Tag der offenen Tür für alle interessierten Bürger ein. Von Lisa Bergmann

    Kriminalhauptkommissar Elmar Esseln zeigt wie es geht: er setzt den Schraubenzieher an zwei Stellen an und hebelt das Fenster auf. „Das ist eine Sache von zehn Sekunden“, sagt er. Die beliebte und effektive Einbruchstechnik demonstriert er am Vorführfenster im neu geschaffenen Zentrum für Polizeiliche Prävention.  Alle Exponate aus dem früheren Beratungszentrum in der Palaststraße, im Volksmund auch Polizeiladen genannt, sind nun im Präsidium in der Salvianstraße untergebracht. Doch nicht nur die Räumlichkeiten sind neu. Das Zentrum koordiniert künftig alle Präventionsleistungen der Polizei Trier. Dabei soll das Angebot nicht eingeschränkt werden. Polizeipräsident Lothar Schömann versichert: „Wir werden weder im personellen noch im inhaltlichen Bereich einsparen, sondern weiterhin Prävention auf hohem Niveau anbieten.“ Denn Investitionen in die Prävention zahlten sich langfristig aus. Stattdessen soll die Arbeit künftig effizienter organisiert werden. „Kein leichtes Unterfangen, wenn das Personal schon am Anschlag arbeitet“, gibt Schömann zu. Inhaltlich wird in Zukunft vor allem der Opferschutz verstärkt. In allen Dienststellen soll es von jetzt an einen Ansprechpartner für die Opfer der rund 35.000 Straftaten pro Jahr in Trier geben. „Wir wünschen uns, dass der Opferschutz in die Fläche getragen wird“, sagt Polizeirätin Sabrina Kunz, Mitarbeiterin im Führungsstab des Polizeipräsidiums. Die präventive Arbeit in Kindergarten wird ausgeweitet. Den Kindern soll spielerisch beigebracht werden, wie sie sich vor pädophilen Triebtätern schützen können. Schulen und Kindergärten stellen nach wie vor die meisten Anfragen an polizeiliche Präventionsarbeit. In Schulen ist etwa die Aufklärung über Alkohol- und Drogenkonsum ein großes Thema. Reduziert wurde lediglich das Angebot im Bereich der Medienkompetenz. „Wir haben mit unseren Schulungen mittlerweile viele Lehrer ausgebildet, die gegenüber den Schulen wiederum als Multiplikatoren fungieren können. Da sind wir selbst gar nicht mehr so gefragt“, sagt Schömann. Dennoch bleiben die neuen Medien ein Thema in der Präventionsarbeit. So ist zum Beispiel die steigende Internetkriminalität eine Herausforderung, der sich auch die polizeiliche Prävention stellen muss. Dass Vorbeugung wirkt, zeigen die jüngsten Einbruchsstatistiken. 40 Prozent der Einbrüche sind mittlerweile als Versuch, aber gescheitert zu zählen. „Hier zahlt sich vor allem unsere technische Beratung aus. Die Bürger wissen mittlerweile besser, wie sie ihr Haus oder ihre Wohnung schützen können“, sagt Schömann. Künftig soll die polizeiliche Präventionsarbeit auch regelmäßig evaluiert werden. Hierzu ist die Polizei Trier bereits mit der Dienstleistungs- und Aufsichtsdirektion (ADD) in Kontakt treten, auch eine Kooperation mit der Universität Trier ist angedacht. Seit dem Umzug des Beratunsgzentrums aus der Palast- in die Salvianstraße im vergangenen Herbst, ist die Besucherzahl allerdings gesunken – der Weg in die neue Zentrale hat sich noch nicht eingeprägt. Ein Tag der offenen Tür am kommenden Samstag, den 26. Januar soll das ändern. Die Besucher können hier zum Beispiel ihre Fahrkünste am Fahrsimulator testen oder Kriminaltechnikern bei der Spurensuche über die Schulter schauen. Für kleine Besucher wird die Polizeipuppenbühne um 11 Uhr und um 14 Uhr jeweils eine Vorstellung geben. „Wir beraten kostenlos und produktneutral und wünschen uns, das künftig wieder mehr Bürger den Weg ins Beratungszentrum finden“, so Schömann.

    • Tag der offenen Tür im „Zentrum Polizeiliche Prävention“

                Samstag, 26. Januar 2013, 10 Uhr bis 16 Uhr.

                Polizeipräsidium Trier, Salvianstraße 9

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