Polizei widerspricht Vorwürfen der Fans – Maßnahmen waren gerechtfertigt

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TRIER. Nach den schweren Vorwürfen, die einige Fangruppierungen gegen das Verhalten der Polizei während Heimspielen erhoben hatten (lokalo berichtete), liegt mittlerweile eine Stellungnahme der Polizei vor. Die Gruppierung “Insane Ultra“ bekräftigte ihre Anschuldigungen abermals. Von Lisa Bergmann

Die Einsätze der Polizei Trier während der Heimspiele von Eintracht Trier dienten grundsätzlich dem Zweck, allen Besuchern ein sicheres Stadionerlebnis zu ermöglichen, heißt es in einer Stellungnahme, die lokalo vorliegt. Grundsätzlich richteten sich die polizeilichen Maßnahmen nach dem Verhalten der jeweiligen Zielgruppen, der Gefahrenprognose, den örtlichen Gegebenheiten, den Lageentwicklungen im Einsatz und der Frage, wie die Auswirkungen auf Unbeteiligte möglichst gering gehalten werden könnten. “Bedauerlicherweise bestehen zwischen einigen Fanszenen Konflikte, die beim Zusammentreffen der jeweiligen Gruppierungen ein feindseliges und aggressives Verhalten erwarten lassen“, erläutert Edmond Steri, Polizeioberrat und Leiter der Polizeiinspektion Trier. Vor allem das Verhältnis zwischen Teilen der Fanszenen in Worms, Koblenz und Kaiserslautern werde als feindschaftlich bewertet, so Steri. Genau jene Fanszenen also, die bei den drei fraglichen Spielen zugegen waren. Auszüge aus der Einsatzdokumentation erläutern die Situation sowohl im Vorfeld als auch nach den Spielen:

31.08.2012 gegen Wormatia Worms:

Nach dem Spielende (ca. 21.15 Uhr) wurde bei einem Trierer Fan die Personalienfeststellung wegen Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz (Zünden von Pyrotechnik) erforderlich, wozu Polizeikräfte an der Ostkurve die Fans erwarteten und die tatverdächtigte Person kontrollierten. Alle anderen Personen konnten ungehindert passieren. Ein Teil der Fans wollte jedoch zum hinteren Nottor über den Alemannia-Platz hinausgehen, das zunächst ordnungsgemäß geschlossen war und kein Ausgang ist. Dieses Tor wurde durch den Ordnerdienst geöffnet. Die Busse mit den Fans aus Worms fuhren um 21.29 Uhr ab.

21.09.2012 gegen die TuS Koblenz :

Nach dem Spielende (ca. 20.45 Uhr) wurden die Koblenzer Fans durch Polizeikräfte über die Zeughausstraße am Haupteingang Moselstadion vorbei zum Hauptbahnhof begleitet. Um allen Besuchern des Stadions einen störungsfreien Heimweg zu ermöglichen, wurde ein zu erwartendes konfliktträchtiges Zusammentreffen zwischen den verfeindeten Fangruppen verhindert. Ein kleiner Teil der Trierer Anhänger, der als potenzielle Störergruppe bewertet wurde, verließ um 21.17 Uhr mit Polizeibegleitung das Stadion.

12.01.2012 gegen 1. FC Kaiserslautern

Dieses Freundschaftsspiel wurde von der Polizei Trier und der Polizei Kaiserslautern in der Vorauslage als unproblematisch bewertet. In Erwartung einer fußballorientierten (freundschaftlichen) Begegnung wurde ein geringer Kräfteansatz für eine defensive Polizeipräsenz vorgesehen. Hierdurch wurde auch ein Vertrauensvorschuss an die Fanszene(n) gegeben. Bedauerlicherweise zeigte sich schon in der Vorspielphase, dass verschiedene Gruppen beider Fanlager im Stadtgebiet durch Verhalten und konkrete Äußerungen die Annahme begründeten, dass eine Auseinandersetzung zu erwarten war. Eine unerwartet hohe Anzahl von als gewaltbereit oder gewaltsuchend bekannten Personen machte daher während des Einsatzes eine Erhöhung der Kräftezahl Polizei erforderlich. Nach Spielende (15.46 Uhr) wurden die Kaiserslauterner Fangruppen in Richtung Zurmaiener Straße und in Richtung Bahnhof (am Haupteingang vorbei) begleitet. Ein kleiner Teil der Trierer Anhänger, der als potenzielle Störergruppe bewertet wurde, verließ um 16.11 Uhr mit Polizeibegleitung das Stadion.

Als Antwort auf den Vorwurf, man habe die Trierer Fans ungebührlich lange warten lassen, heißt es von Seiten der Polizei: “Gemessen an den ohnehin üblichen Verweilzeiten der Fans nach dem Spiel im Stadion (z.B. Gratulation oder Verabschiedung der Mannschaft) handelte es sich insgesamt um kurzzeitige Verzögerungen, von denen auch nur ein bestimmbarer, kleiner Teil der Trierer Anhängerschaft betroffen war.“  Die Gruppe Insane Ultra bewertet vor allem die Äußerung der Vereinsführung der Eintracht (lokalo berichtete) als nicht ausreichend: „Die Stellungnahme ist für mich auch nur eine “Wischi- Waschi“ Aussage des Vereins. Solange die Polizei Druck macht, wird sich der Verein niemals hinter seine Fans stellen.“, so ein Fan. Die Mitglieder der Gruppe behalten sich vor, einen namentlich noch nicht deklarierten Fananwalt mit der Wahrung ihrer Interessen zu betrauen.

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