Die TBB Kolumne

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    Glück und Pech liegen, wie der Volksmund weiß, oft dicht nebeneinander. So auch am Mittwoch in der Arena Trier, als die TBB Trier das eminent wichtige Meisterschaftsspiel gegen die Neckar Riesen aus Ludwigsburg für sich entscheiden konnte, Ruder-Olympiasieger Richard Schmidt den Trierern im Pokal aber nicht das ersehnte Heimspiel bescherte.

    Das Spiel gegen Ludwigsburg, das die TBB am Ende verdient mit 79:73 gewann, war lange eine Zitterpartie, weil die Schützlinge von Trainer Henrik Rödl in der Anfangsphase alles das vergessen hatten, was ihre Stärke ausmacht: Teamwork und Verteidigung. Erst nach einer Auszeit wurden die Jungs um den überragenden Nate Linhart munter. Manchmal hilft es also doch, den Rhythmus des Gegners mit einer kleinen Pause zu brechen und einige Umstellungen personeller und taktischer Natur vorzunehmen. Gegen die Ludwigsburger Scharfschützen fanden die Hausherren dennoch lange kein probates Mittel.

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    Dafür war aber Verlass auf die Verteidigungskünste Linharts, die Bissigkeit Barry Stewarts und die Abgezocktheit von Jermaine Bucknor, der sein bis dahin bestes Spiel für Trier machte. Zur Halbzeit, als noch alles offen war, blieben mehr Leute auf ihren Plätzen, als üblich. Die Mehrheit des Publikums fieberte der Pokalauslosung entgegen, bei der Trier seit der Reform erstmals mit von der Partie war. So wie sich das Spiel gegen Ludwigsburg erst im vierten Durchgang entschied, war auch bei der Auslosung erst ganz am Ende klar, wo die Reise hingeht: nach Ulm. Als Ruderer ist der Trierer Richard Schmidt hoch dekoriert. Der 25-Jährige zählt als dreifacher Weltmeister und Olympiasieger nicht nur den erfolgreichsten seiner Sportart, sondern auch zu den Besten.

    Als „Glücksfee“ muss er wohl noch üben. Immer dann, wenn die erste Kugel für eine Paarung geöffnet wurde, der Name TBB Trier aber nicht fiel, ging ein enttäuschtes Raunen durch Arena. Bei der Auslosung zum ersten Duell noch dezent, beim zweiten schon lauter und dann, bei der dritten und letzten Möglichkeit, als entschieden wurde, ob Ulm oder Trier zuhause antreten darf, und Ulm zuerst genannt wurde, war es mit „Aahs“ und „Oohs“ nicht mehr getan. „Sch….“ war aus jedem Winkel der Arena zu hören.

    Die Enttäuschung ist doppelt groß. Erstens geht dem Verein eine vor der Saison nicht eingeplante und daher umso willkommenere fette Einnahme verloren, zweitens ist die Chance, beim deutschen Vizemeister vor wohl mehr als 6000 Zuschauern auf den Sprung nach Berlin zum Top Four aufzuspringen, sicherlich gering. Für Depression ist dennoch kein Platz. Auch nicht für Mißfallensbekundungen, wie sie schon am Mittwoch mehrfach zu hören waren, weil die TBB die Neckar Riesen nicht in alle Einzelteile zerlegte.

    Die BBL ist eine sehr ausgeglichen besetzte Liga. Das zeigen die Resultate Spieltag für Spieltag. Dass es das von Henrik Rödl exzellent zusammengestellte und gecoachte Team in dieser Saison überhaupt in dieser Ausgangsposition ist und nach wie vor Chancen auf das Erreichen des Pokalendturniers und der Playoffs hat, kann nicht hoch genug bewertet werden. Wer mit so schmalem Geldbeutel, dafür aber mit umso größerer Begeisterung und nimmermüdem Kampfgeist den Besten Deutschlands die Stirn bietet, der hat keine Nörgelei, sondern rückhaltlose Unterstützung verdient. (cw)

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