TBB Trier: Sieg gegen Ludwigsburg – im Pokal zum Vizemeister

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TRIER. John Patrick versicherte schon vor der Partie, dass es unmöglich gewesen sei, den Spielern innerhalb von drei Tagen den gefürchteten „Guard Terror“-Spielstil beizubringen. 3487 Zuschauer in der Arena verfolgten ein Spiel der TBB Trier, das von vielen Fehlern geprägt, aber auch mit zahlreichen Highlights gespickt war. Am Ende setzten sich die Hausherren mit 79:73 gegen die Neckar Riesen Ludwigsburg durch. Bester Spieler auf Trierer Seite war Nate Linhart mit 21 Punkten. Im Pokal blieb das erhoffte Heimspiel leider verwehrt – die TBB muss zum Vizemeister nach Ulm reisen. 

Egal was Patrick vor dem Spiel erzählte: Die Barockstädter legten los wie die Feuerwehr. Dreier von Joshua Jackson und Kammron Taylor brachten die Gäste schnell mit 0:6 in Führung. Trier hatte die Niederlage in Bonn wohl noch nicht so recht verdaut und spielte wieder einmal konfus. Ständig verstrickte man sich in Einzelaktionen. Beim 4:13 sah es wieder einmal nicht gut für die TBB aus. Erst nach der Auszeit von Henrik Rödl kamen die Trierer besser ins Spiel – vor allem über die Defensive.Rödl stellte früh auf Zone um und man begann schon in der gegnerischen Hälfte mit dem Pressing. 

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Die Maßnahme war von Erfolg gekrönt – defensiv lief es nun besser. Meist waren es Steals von Linhart, die Zählbares auf das TBB Punktekonto brachten. Beim Stand von 10:15 und zwei Freiwürfen für die TBB reagierte auch John Patrick und nahm ein Timeout. Doch Trier lief jetzt heiß – ein krachender Dunking von Brian Harper über John Turek riss die Fans von ihren Sitzen. Nate Linhart machte nicht nur defensiv einen herausragenden Job, sondern avancierte nach einem schön herausgespielten Dreier sogar mit elf Punkten zum Mann des ersten Viertels. Mit 25:21 ging es in die erste Viertelpause.

Auch im zweiten Durchgang machte die TBB zunächst eine gute Figur. Fünf Punkte von Jermaine Bucknor brachten die Trierer mit 30:23 in Front. Anschließend kam mal wieder etwas Sand ins Getriebe der TBB Offensive – die Neckar Riesen nutzten dies aus und kämpften sich wieder auf 30:28 heran. Die Gäste verließen sich dabei vordergründig auf ihre Distanzwürfe. Sieben der ersten 14 Versuche fanden ihr Ziel. Doch Bucknor und Co. Waren jetzt drin in der Partie und schlossen hochprozentig ab. Ein Dreipunktspiel von Mathis Mönninghof und ein Korbleger des stark am offensiven Brett reboundenden Andreas Seiferth brachten Trier mit 42:31 in Führung. Ein 8:0 Lauf von Ludwigsburg ließ die Freude über diese Führung allerdings schnell verfliegen. Jetzt war es Lucca Staiger, der meist auf Höhe der Baseline freigespielt wurde und sicher von jenseits der 6,75-Meter-Linie abschloss. Dank eines Korbleger von Andi Seiferth mit der Halbzeitsirene, konnte Trier mit einem knappen 44:39 in die Kabine gehen. Das Spiel verlief, wie Patrick aus auch später in der Pressekonferenz ausdrückte, wie eine Achterbahnfahrt. Höhen und Tiefen bei beiden Teams. 

Leider war die Starting Five zu Beginn der zweiten Hälfte wieder ähnlich schläfrig wie in der Anfangsphase des Spiels. Zu behäbig und zu ideenlos agierten Rödls Mannen in der Offensive, wenn Jarrett Howell das Spiel lenkte. Der Spielmacher machte eine schwache Partie und verschleppte das Tempo. Die von John Patrick gecoachten Gäste schafften es innerhalb von fünf Minuten wieder auszugleichen (48:48). Henrik Rödl reagierte mit einer Auszeit. Besserung ins Trierer Spiel kehrte aber nur langsam ein. Ein Dreier von Barry Stewart beendete eine lange Durststrecke in den Offensivbemühungen der Moselstädter. Das Spiel verlief jetzt augeglichen – die Partie pendelte sich auf überschaubarem Niveau ein. Mit 57:57 ging es in den Schlussabschnitt.

Auch dort lief es zunächst nicht nach Plan. John Turek bereitete den Trierer Centern große Probleme und konnte in der Zone schalten und walten, wie er wollte. Weder Chikoko, noch Seiferth fanden ein effektives Mittel gegen den Gästecenter. Ludwigsburg übernahm wieder die Führung (62:59) – auch Kammron Taylor kam bei den Gästen immer besser ins Laufen und traf einen schwierigen Dreier. Trier konnte Dank Jermaine Bucknor wieder ausgleichen, Linhart ließ die Heimfans wenig später jubeln, als er nach einem weiteren Steal mit krachendem Dunking zum 70:67 abschloss. Auszeit Ludwigsburg. Fast fünf nervenaufreibende Minuten warteten noch auf die TBB. Leider verletzt sich Andreas Seiferth kurz vor Schluss, eine genau Diagnose steht noch aus. „Andreas Seiferth hat einen Schlag abbekommen. Die Nase sieht etwas krumm aus. Wir müssen jetzt abwarten“, verkündete Henrik Rödl nach dem Spiel

Wie Trier nach der Auszeit reagierte, zeigte noch einmal eindrucksvoll die diesjährigen Stärken. Angeführt von Stewart und Linhart verteidigte sich Trier immer weiter in Front (74:67). Ludwigsburg gelang offensiv nichts mehr, jeder Passweg schien von einem trierischen Arm gesponsort zu werden. Erst eine Minute vor Schluss war es Elliott, der wieder für die Riesen punktete (75:69). Da war die Partie allerdings bereits vorentschieden. Ludwigsburg musste foulen. Linhart verwandelte auch seine Freiwürfe elf und zwölf sicher, Chikoko brachte den Sieg nur wenig später mit einem weiteren Dunking nach Hause. Am Ende hieß es 79:73 für TBB Trier. Der Siegestanz vor der gut zweieinhalb Wochen langen Pause folgte.

Im Pokal gegen Ulm

Weniger Glück hatten die Trierer bei der Pokalauslosung.Die Losfee, Ruder-Olympiasieger Richard Schmidt, hatte kein glückliches Händchen – die TBB muss zum Vizemeister nach Ulm reisen. Dort hat die TBB erst kürzlich eine schmerzhafte 58:73 Niederlage hinnehmen müssen. Das Spiel war bereits zur Halbzeit gelaufen, als man mit 21:47 in Rückstand lag. Für Rödl kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken: „Wir können ohne jeglichen Druck nach Ulm fahren, außer dem, dass wir unbedingt gewinnen wollen. Überhaupt dabei zu sein, ist schon eine tolle Sache und wir haben noch etwas gutzumachen. Ich freue mich auf das Spiel. Wenn wir dort als Underdog gewinnen, wäre es eine riesige Sensation.“ (cw)

Stimmen zum Spiel

Henrik Rödl:
„Ein ungemein wichtiger Sieg für uns, gerade vor der Pause, in der wir zweieinhalb Wochen lang kein Spiel haben. Die Mannschaft hat sich gefunden und hat gut zusammen gekämpft. Es war ein sehr schweres Spiel gegen eine gute Mannschaft, die jetzt auch einen der besten Trainer der Liga hat. Ich bin froh, dass John Patrick nur zwei Tage Zeit hatte, um seine Mannschaft vorzubereiten. Nach der Niederlage in Bonn haben wir nicht so gut ins Spiel gefunden, Ludwigsburg hat am Anfang sehr gut getroffen. Dann sind wir über die Ganzfeldpresse ins Spiel gekommen. Wir konnten einige Turnover erzwingen und so das Spiel drehen. Das war heute wirklich ein ganz wichtiger Sieg.“

John Patrick (Neckar RIESEN Ludwigsburg):
„Nach nur zwei Tagen Training haben wir alles gegeben gegen eine starke Trierer Mannschaft. Wir haben gut angefangen, dann war es eine ziemliche Achterbahnfahrt. Wir haben gegen eine gute Defense keine guten Antworten gefunden, vor allem im letzten Viertel, als Trier das Momentum hatte. Trier hatte ein paar gute Blocks gegen unsere Korbleger. Aber am Ende bin ich stolz: Wir haben alles gegeben, auch wenn einige Spieler nicht ganz fit waren. Trier war am Ende einfach besser.“

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