TBB Trier: Sieg und Pokalteilnahme – MBC deklassiert

0

TRIER. Die Negativserie wirkte sich nicht negativ auf den Zuschauerzuspruch aus. 4974 Zuschauer wollten das letzte Heimspiel der TBB Trier im Jahr 2012 live miterleben. Den krönenden Abschluss für eine begeisternde erste Halbserie gab es dann auch. Beim 78:59 Erfolg punkteten gleich fünf Trierer Spieler zweistellig, alle zwölf Akteure wurden aufs Parkett geschickt. Den Grundstein für den Erfolg bildete ein bärenstarkes drittes Viertel. Die Pokalteilnahme ist das damit sicher. Bester Punktesammler war Barry Stewart mit 14 Punkten.

Trier startete so ins Spiel, wie man es nach drei Niederlagen in Folge erwarten konnte – aggressiv und bissig. Nach einem schönen Anspiel auf Andreas Seiferth, machte Barry Stewart nach erfolgreichem Steal selbst die Punkte. (4:0). Die TBB hatte das Spiel von Anfang unter Kontrolle, Punkte für den MBC gab es meist nach Nachlässigkeiten der Trierer. So nutzte Kelly Beidler einen „Sterntaler“-Rebound zu einem Dreipunktespiel.  Punkte von Seiferth und Linhart zwangen die Gäste dann zu einer ersten Auszeit. (10:5) Trier knüpfte nahtlos dort an, wo sie vor der Auszeit aufgehört hatten, und setzte sich schnell auf zehn Punkte ab (19:9).

Anzeige

Sparkasse Trier

Besonders stark bei Trier: Nate Linhart, der sieben Punkte verbuchen konnte und auch am Brett über jeden Zweifel erhaben war. Mathis Mönninghoff verwandelte wenig später einen Dreipunktwurf zum 22:11, ehe Sharaud Curry mit zwei Freiwürfen den 22:13 Zwischenstand nach dem ersten Viertel herstellte. Auffällig große Probleme hatten die Wölfe mit der Trierer Defensive. Sechs Turnover forcierten die Schützlinge von Henrik Rödl in den ersten zehn Minuten.

Im zweiten Viertel machten die Mannen von Silvano Poropat zunächst einen besseren Job gegen die Trierer Defensive. Weniger Ballverluste auf Seiten der Weißenfelser und haarsträubende Ballverluste der TBB gegen nun aggressiver zu Werke gehende „Wölfe“ – die Partie verlief jetzt ausgeglichener, der Vorsprung der Moselstädter pendelte sich dennoch bei acht Punkten ein (30:22). Trier hatte mehrfach die Chance, den Vorsprung weiter auszubauen, stellte sich allerdings selbst ein Bein. Immer wieder ließ man die Wurfuhr runterlaufen und verstrickte sich in Einzelaktionen.

Es war also nur eine Frage der Zeit, bis der Aufsteiger Nutzen aus der Trierer Nachlässigkeit ziehen würde. Beim 30:25 und Ballbesitz für den Mitteldeutschen BC war die Partie wieder völlig offen. „Die Ballverluste haben gezeigt, dass wir nicht mehr das gewohnte Selbstvertrauen hatten“, resümierte Henrik Rödl nach dem Spiel. Die Weißenfelser hatten sogar die Möglichkeit, zur Halbzeitpause noch einmal in Führung zu gehen, doch Kelly Beidler hatte zittrige Hände von der Freiwurflinie. Henrik Rödl hatte beim 30:28 Halbzeitstand jede Menge Diskussionsbedarf. Lediglich Nate Linhart erreichte Normalform, zudem spielte man die letzten fünf Minuten kopflos und konnte keine Punkte mehr auf der Habenseite verbuchen.

Henrik Rödl schickte sein Team erst kurz vor dem Start des dritten Spielabschnitts wieder zum Aufwärmen – die lange Ansprache zeigte aber sofort Wirkung. Brian Harper gab den Startschuss mit einem gewohnt spektakulären Alley-Oop nach Anspiel von Jarrett Howell. Trier hatte den Biss der ersten zehn Minuten wiedergefunden. Ein 9:2 Lauf zum Start des dritten Durchgangs beruhigte die Nerven auf den Rängen. Stewart lief heiß und machte sieben Punkte in Serie.

Beim MBC lagen die Nerven blank – kein Wurf fand sein Ziel, die Spieler haderten mit den Schiedsrichtern. Die Folge: Ein Blackout von Kelly Beidler, der sich zu einem unsportlichen Foul gegen Harper hinreißen ließ. Harper vergab zwar beide Freiwürfe, die Trierer Spielfreude hielt jedoch an. Ein weiterer 11:0 Lauf brachte die Vorentscheidung (50:32). Lediglich sieben Gegenpunkte musste man hinnehmen. Mit 53:35 ging es ins entscheidende Viertel.

Im Schlussabschnitt sah es dann ähnlich aus, wie bei der vorangegangenen Niederlage in Ulm. Einige Ersatzspieler durften sich beweisen und lieferten eine überzeugende Leistung. Bis zu 30 Punkte (74:44) betrug der Vorsprung. Danach wollten Rödls Mannen zaubern – die Weißenfelser nutzten die misslungene Kunststunde für ein wenig Ergebniskosmetik. Den Jubel trüben konnte das allerdings nicht. Am Ende hieß es 78:59 für eine Trierer Mannschaft, die den MBC in der zweiten Hälfte an die Wand spielte.

Auch nach dem Spiel brandete noch einmal Jubel auf, als Hallensprecher Chris Schmidt verkündete, dass die Pokalteilnahme sicher. Durch die gewonnenen direkten Vergleiche gegen Teams, die unmittelbar hinter den Trierern liegen, kann die TBB nicht mehr von Tabellenplatz sieben verdrängt werden. Die BBL gab unter der Woche bekannt, dass man „zeitnah nach Ende der Hauptrunde“ die drei Partien auslosen werde. Sollte Trier auch dort siegreich sein, werden die nach Spielende skandierten „Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin“-Rufe Wirklichkeit. Trier wäre beim Top4-Turnier in der Hauptstadt dabei. Die Teilnahme an sich ist allerdings schon ein großer Erfolg und eine große Auszeichnung für das Basketball-Programm, das Henrik Rödl und Sascha Beitzel langsam und stetig aufbauen. Die Fans danken es von Spiel zu Spiel mit steigenden Zuschauerzahlen. (cw)

Stimmen zum Spiel

Henrik Rödl: „Der MBC ist eine Mannschaft, die unserer sehr ähnelt, beide definieren sich über Energie und Defense und versuchen mit dem Material, was wr haben, diszipliniert zu spielen. Wir haben allergrößten Respekt vor der Saison, die der MBC bisher gespielt hat. Nach unseren verlorenen Spielen waren wir schon unsicher, wie die Mannschaft darauf reagieren würde. Einige Ballverluste haben gezeigt, dass wir nicht das übliche Selbstvertrauen hatten. Aber die Mannschaft hat sich da hervorragend herausgekämpft, über das ganze Spiel. Wir sind sehr froh, dass wir gegen einen so schweren Gegner gewinnen konnten.

Silvano Poropat, Headcoach Mitteldeutscher Basketballclub: „In der ersten Halbzeit waren wir gut, konnten wir dem Trierer Druck noch standhalten; wir haben immer besser die Kontrolle erlangt, aber leider einige Freiwürfe und offene Würfe nicht getroffen. Dann kam die zweite Halbzeit, in die wir voller Optimismus gegangen sind und dann aus unerklärlichen Gründen zusammengebrochen sind. Trier hat usn da wirklich dominiert, man kann es nicht anders sagen, in den letzten zwanzig Minuten waren wir miserabel gegen eine großartige Trierer Mannschaft. Die letzten paar Minuten waren nur noch Kosmetik. Ich gratuliere dem Trierer Team und seinem Trainer Henrik Rödl zu einem souveränen und verdienten Sieg. Wir müssen uns jetzt fragen, wie es passieren konnte, dass wir so auseinander gefallen sind. Und hoffentlich passiert das so nie wieder.”

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here

Die Redaktion behält sich vor, Lesermeinungen zu kürzen. Es besteht kein Anspruch auf die Veröffentlichung Ihrer zugesandten Meinungen. Klarname ist nicht erforderlich. Eine E-Mail-Adresse muss angegeben werden, wird aber nicht veröffentlicht.