TBB Trier: Boxing Day – TBB in Ulm vermöbelt

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TRIER. „Boxing Day“ – so nennen die Briten den zweiten Weihnachtsfeiertag. Ratiopharm Ulm nutzte dies zum Anlass, den Basketballern der TBB Trier die Weihnachtsfeier zu verderben. In der mit 6000 Zuschauern ausverkauften ratiopharm Arena wurde man mit 58:73 nach Hause geschickt. Wieder einmal lief in der ersten Halbzeit defensiv vieles schief, im Rebound zog man mit 31:50 den Kürzeren. Aus einem schwachen Team ragte lediglich Jarrett Howell mit 16 Punkten heraus. Die Ulmer präsentierten sich hingegen mannschaftlich geschlossen, vier Spieler punkteten zweistellig.

Da es mit dem verfrühten Weihnachtsgeschenk nicht geklappt hat, wollten die Trierer Basketballer am zweiten Weihnachtsfeiertag ein verspätetes Geschenk an die Fans verteilen. Jarrett Howell knüpfte an die verbesserte Offensivleistung gegen die Artland Dragons an und steuerte sechs Punkte zur 10:7 Führung bei. Negativ für die TBB: Barry Stewart hatte bereits nach fünf gespielten Minuten zwei persönliche Fouls begangen und musste auf der Bank Platz nehmen. Allan Ray nutzte die erzwungene Auswechslung sofort aus und brachte die Ulmer in Führung (10:11). Ray lief heiß, versenkte wenig später einen Dreipunktewurf und baute den Vorsprung des Vizemeisters weiter aus (10:16). Die Moselstädter hatten vor allem Probleme, ihren Distanzwurf zu finden. Keiner der sechs Wurfversuche von jenseits der 6,75-Meter-Linie fand sein Ziel. Die Schwaben gingen mit einer 12:20 Führung in die erste Viertelpause.Trier hatte das Ende des Viertels komplett verschlafen.

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Im zweiten Durchgang bauten die Ulmer den Vorsprung sogar weiter aus – beim 12:22 lag Trier erstmals zweistellig zurück. Als Vitalis Chikoko sich ebenfalls aus der Distanz versuchte, schien die TBB endgültig den Faden verloren zu haben. Daniel Theis und Lance Jeter nutzten weitere Schwächen im Spiel der TBB gnadenlos aus – beim 12:30 drohte ein Debakel. Henrik Rödl versuchte mit einer Auszeit seine Mannschaft wieder in die Spur zu bringen. Besserung im Aufbauspiel der Trierer kehrte nicht ein – man blieb weiterhin punktlos im zweiten Spielabschnitt. Dreieinhalb Minuten vergingen, bis Jarrett Howell per Dreier wieder Punkte auf die Habenseite der TBB bringen konnte. Ulm konterte mit fünf eigenen Punkten , Stewart kassierte wenig später sein drittes persönliches Foul– beim 15:35 schien die Partie schon vorentschieden zu sein.

Problematisch für Trier, dass es momentan nicht nur offensiv an den nötigen Optionen mangelt – auch defensiv kassiert man in den letzten drei Partien regelmäßig weit über 40 Gegenpunkte. Für ein Team, das sich über die Defensive definiert, viel zu viel. So war die Luft beim Halbzeitstand von 21:47 bereits raus. Die TBB hatte eine Trefferquote von 33 Prozent aus Zweipunktland und 14 Prozent aus dem Dreipunktebereich –  zu wenig gegen ein BBL-Topteam.

Das dritte Viertel konnten die Mannen von Henrik Rödl zumindest ausgeglichen gestalten. Die Schwaben taten nur noch das Nötigste und Stewart, Linhart und Co. konnten die TBB zumindest vor einem noch größeren Rückstand bewahren. Beim 38:63 vor dem letzten Durchgang war die Partie dennoch entschieden. Selbst die kühnsten Optimisten unter den mitgereisten Fans hatten die zwei Punkte zu diesem Zeitpunkt bereits abgehakt. So berechenbar war das Offensivspiel und außer Howell kein Spieler in Normalform.

Im letzten Spielabschnitt dann das erwartete Bild. Die TBB versuchte noch einmal, das Ergebnis etwas freundlicher zu gestalten, während Thorsten Leibenath auch seiner zweiten Garde die Chance gab, sich den Fans zu präsentieren. Zu keiner Phase ließ der Vizemeister etwas anbrennen und schaukelte das Spiel sicher nach Hause. Da störte es die Heimmannschaft auch nicht, dass Trier das letzte Viertel mit 20:10 für sich entschied. Zu dominant war man im Rebound, zu hoch die Überlegenheit in den ersten drei Vierteln. Die Mannschaft aus der ältesten Stadt Deutschlands verstand es auch nicht, Nutzen aus den 22 Ballverlusten des Heimteams zu ziehen.

Am Ende hieß es 58:73 aus Trierer Sicht. Für Rödls Mannen bleibt die bittere Erkenntnis, dass man auch im dritten Spiel hintereinander die erste Halbzeit verschlafen hat. Wieder lief man einem hohen Rückstand zur Pause hinterher und konnte diesen in der zweiten Halbzeit nicht mehr aufholen. Henrik Rödl wird seinen Spielern deutlich machen müssen, dass von Anfang an in der Defensive Vollgas gegeben werden muss.(cw) Trainerstimmen folgen!

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