Mosel-Musik-Festival: Eine Mischung zum Verlieben

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TRIER. Als das Mosel Musikfestival im Jahr 1985 seine Geburtsstunde als „Moselfestwochen“ erlebte, war das bereits für die Region ein kulturelles Highlight, inzwischen, 27 Jahre später, hat der Intendant und Geschäftsführer Hermann Lewen daraus „das Klassik-Flaggschiff des Landes Rheinland-Pfalz“ daraus gemacht. Von Stephanie Schmidt

Bei der Pressekonferenz in den Viehmarktthermen stellte Lewen, flankiert von Triers Kulturdezernent Thomas Egger („Wir werden uns künftig noch stärker einbringen“) und Wolfgang Port, dem Bürgermeister von Bernkastel-Kues, der Heimatstadt Lewens, das Programm des Jahres 2013 vor, das unter dem Motto „Eurovisionen“ steht. Der Startschuss fällt am 5. Juli in der Trierer Konstantin-Basilika.

Das Eröffnungskonzert bestreiten die Deutsche Radiophilharmonie mit dem „War Requiem“, eine Reminiszenz an den vor 100 Jahren geborenen Komponisten Benjamin Britten (+ 1976) mit Startenor Christoph Prégardien. Die Abschlussveranstaltung, oder wie es das „dickste Programmheft aller Zeiten“ (Lewen) benennt, den „Schlussakkord“, setzen am 3. Oktober, dem Tag der deutschen Einheit, zwei Werke von Franz Schubert – die „Unvollendete“ und die „Messe in As-Dur“, ebenfalls in der Konstantin-Basilika.

Dazwischen liegen weitere 54 Aufführungen an Veranstaltungsorten von Saarburg bis vor die Tore von Koblenz. Darunter sind auch die Open-Air-Konzerte der Mnozil Brass am 19. Juli und der Berlin Comedian Harmonists am 27. Juli (beide im Palais-Hof). Unter freiem Himmel schließt man den sorgenvollen Blick gen Himmel immer ein. Bis es soweit ist, werden Lewen und sein Organisationsteam aber die Alternative unter Dach, „St. Maximin“, komfortabler gestalten. Sowohl die Akustik wird bis zum Sommer verbessert werden als auch der Sitz- und Sichtkomfort, für die eine Tribüne mit abgestuften Sichtreihen sorgen wird.

Lewen ist „mehr als zufrieden“ mit der künstlerischen Palette, die er für das MMF 2013 zusammenstellen konnte. „Dass es uns gelungen ist, Simone Kermes zu verpflichten, und dann noch für einen so kleinen Konzertsaal wie das Kloster Machern, kann man ohne Übertreibung als Sensation bezeichnen“, sagt Lewen, der die Koloratur-Sopranistin auf eine Stufe mit Anne Netrebco stellt. Die Leipzigerin, die inzwischen in Vallendar wohnt, ist ein echter Weltstar und wurde vielfach mit renommierten Preisen ausgezeichnet. „Simone Kermes füllt, wo sie auch auftritt, mühelos die größten Konzertsäle“, so Lewen, „und tritt nun im kleinen Kloster Machern auf. Darauf können wir stolz sein.“

Ohne sich dem Verdacht auszusetzen, den Begriff „Sensation“ inflationär zu verwenden, darf, ja, muss er einem besonders spektakulären Augen- und Ohrenschmaus verliehen werden. JTI, Hauptsponsor des Mosel Muiksfestivals (MMF), präsentiert in der Arena Trier am 30. August das Weltereignis „Red Bull Flying Bach“. Es ist die Verbindung der Musik von Johann Sebastian Bach mit der tänzerischen Umsetzung durch die Breakdance-Weltmeister „Flying Steps“. Die Organistoren des MMF bezeichnen die Verbindung der Grenzen zwischen Klassik und Moderne als „Bach in Sneakers“. Mehr als 100.000 Besucher haben das 70-minütige Spektakel, das derzeit in Dubai gastiert, in wenigen Monaten weltweit stürmisch gefeiert.

Ein Glanzlicht ganz anderer Art wird der „Asket und Messias unter den Kabarettisten“ (Die ZEIT) bei seinem zweiten Auftritt in Trier setzen. Schon 2010 wurde Hagen Rether in der ausverkauften Europahalle frenetisch gefeiert, obwohl seine häufig während der Entstaubung seines Konzertflügels wie beiläufig erzählten Episoden so von Sarkasmus triefen, dass dem Zuhörer oft das Lachen im Hals stecken bleibt. Bei seiner Rückkehr 2013 wird Rether am 7. September im Theater der Stadt Trier für volle Ränge sorgen.

Insgesamt kosten Programm und Organisation rund 870.000 Euro, knapp die Hälfte davon müssen durch die Eintrittsgelder abgedeckt werden, 200.000 Euro decken Sponsoren ab, das Land Rheinland-Pfalz (zwei Drittel) und die Region steuern 270.000 Euro bei. Vergleicht man die Bezuschussung dieser renommierten Veranstaltung, die weit über die Grenzen des Bundeslandes bekannt ist und Zuschauer anlockt, mit anderen öffentlich geförderten Maßnahmen gerade der Stadt Trier, dann ist die „Drittelförderung“ im Vergleich geradezu ein Schnäppchen. Schließlich ist das MMF „der einzige Sommerkulturanbieter in dieser Größenordnung“ (Lewen).

Die hochwertig produzierte Festivalbroschüre mit allen Terminen, Informationen zu den Künstlern, den Veranstaltungsorten und den Eintrittspreisen kann telefonisch (06531/3000) oder im Internet (www.moselmusikfestival.de) bestellt werden. Karten zu den Konzerten des Mosel Musikfestivals sind online direkt am PC ohne Versandkosten auf der Veranstalter-Website erhältlich, außerdem an über 400 Vorverkaufsstellen von Ticket Regional und lokalo/Ticket Regional oder telefonisch (0651/979 07 79) und aus Luxemburg zum Ortstarif (20301011). 15 Minuten vor Konzertbeginn gibt es eventuelle Restkarten zum Einheitspreis von zehn Euro an der Abendkasse. Das „Last-Minute-Studi-Azubi-Ticket“ gilt für Schüler, Studenten, Auszubildende, FSJler und Bundesfreiwilligendienstleistende. Der entsprechende Ausweis ist beim Kauf vorzulegen. (sts)

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