TBB Trier: Riesen eine Nummer zu groß

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LUDWIGSBURG/TRIER. Irgendwann musste der Zeitpunkt kommen, an dem die TBB Trier auch mal ein schlechtes Spiel in der Saison 2012/13 abliefern würde. Bei der verdienten 60:71-Niederlage bei den Neckar Riesen Ludwigsburg war es dann soweit. 20 Turnover, Einfallslosigkeit in der Offensive und insgesamt zu viele Spieler mit einem schwachen Tag – die Mannen von Henrik Rödl fanden über die gesamten 40 Minuten nicht ins Spiel. Bester Trierer an diesem Abend war Barry Stewart mit 17 Punkten. Bei Ludwigsburg überragte Ivan Elliott mit 19 Punkten, darunter zwei wichtige Dreier in der Schlussphase. Von Christoph Witt

Trier startete mit der gewohnten Starting-Five in die Partie und konnte vom nervösen Start der Ludwigsburger profitieren. John Turek, der starke Center der Gäste, sammelte schnell zwei persönliche Fouls. Andi Seiferth nutzte die Chance und machte im Anschluss die ersten Punkte der Partie, Nate Linhart legte nach. Nach knapp drei Minuten konnte Ivan Elliott dann auch die ersten Zähler der Neckar Riesen auf das Scoreboard eintragen. Die Mannen von Henrik Rödl reagierten unverständlich nervös, leisteten sich Ballverluste am Fließband. Auf der Gegenseite hatte Brian Harper große Probleme mit seinem Gegenspieler Elliott, der schnell sieben Punkte sammelte. Beim Stand von 8:10 kam Jermaine Bucknor für Harper in die Partie – die Offensive der TBB brachte das allerdings auch nicht in Schwung. Die Barockstädter steigerten sich, gingen mit einem 15:12 in die erste Viertelpause. Qualitativ war die BEKO BBL Partie mehr als überschaubar.

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Die Moselstädter knüpften im zweiten Viertel leider nahtlos dort an, wo sie im ersten Viertel aufgehört hatten. Ballverluste, überhastete Abschlüsse und Schwächen im Umschalten von Angriff auf Verteidigung – die Ludwigsburger zogen Nutzen aus den Schwächen und erhöhten auf 12:19. Auch die Auszeit von Henrik Rödl brachte keine Besserung – Elliott dunkte den Ball nach einem weiteren Ballverlust zum 21:12 durch die Reuse. Trier war völlig von der Rolle, Punkte waren meist ein Zufallsprodukt. Immer wieder war es Elliott, der die Lücken in der Trierer Defensive fand und die Mannen aus der ältesten Stadt Deutschlands alt aussehen ließ.  Beim 14:23 aus Trierer Sicht sah sich Rödl, aufgrund des konfusen Offensivspiels, zu einer weiteren Auszeit gezwungen. „Wir haben gut trainiert, aber manchmal läuft es einfach nicht wie gewünscht. Der Fokus hat einfach gefehlt“, gab ein enttäuschter Andreas Seiferth zu Protokoll. Doch Trier hatte nicht nur schlechte Phasen.

Nach der Auszeit kam die TBB endlich ins Laufen. Linhart fand zu seinem Spiel und machte sieben Punkte in Folge. Auch Stewart markierte endlich seinen ersten Treffer – von jenseits der 6,75-Meter-Linie. Dass Trier sich nur langsam herantastete, lag am starken Auftritt des jungen Tim Koch, der zwei Treffer von der Dreierlinie im Trierer Korb versenkte. 29:24 stand es zu diesem Zeitpunkt. Einen weiteren Rückschlag mussten Rödls Mannen dann wenig später hinnehmen: Jarrett Howell kassierte binnen kürzester Zeit die persönlichen Fouls Nummer drei und vier.  Stewart verkürzte sogar per Dreier auf 29:27 – doch Brian Harper machte eine unglückliche Figur in der Defensive. Ein unsportliches Foul, das dennoch nicht den Korb verhinderte, brachte Ludwigsburg wieder in die Spur. Mit einem 29:33 ging es in die Halbzeit – die TBB machte ihr bis dato schwächstes Saisonspiel. Die letzten Minuten weckten allerdings Hoffnungen auf eine stärkere zweite Hälfte.

Doch die Barockstädter waren hungrig. Mit vollem Einsatz kamen die Neckar Riesen aus der Kabine und wollten den Negativtrend der letzten fünf Spiele beenden. Trier schlief mehrmals beim Rebound, und Kammron Taylor war es letztendlich, der sich mit einem Dreier für die diversen zweiten Chancen bedankte. Dann kam es knüppeldick – Nate Linhart kassierte binnen kürzester Zeit sein drittes und viertes persönliches Foul, jeweils nach strittigen Entscheidungen. Der bis dato beste Mann im TBB-Trikot war vorerst zum Zuschauen verbannt.

Das Spiel plätscherte vor sich hin, der Trierer Rückstand belief sich stets zwischen vier und acht Punkten. Beim 45:38 für Ludwigsburg kam Bucknor für Harper zurück in die Partie. Am heutigen Abend hatten beide Power-Forwards einen schwachen Tag erwischt. Es war einfach nicht der Abend für das Überraschungsteam der diesjährigen BBL-Saison. Offensiv lethargisch und einfallslos, defensiv nicht mit der gewohnten Sicherheit und ungeschickten Fouls. Folgerichtig wuchs der Rückstand bis zum Ende des dritten Spielabschnitts auf elf Punkte an (42:53). „Wir haben einfach nicht hart genug gespielt und die Intensität hat gefehlt. Das ist einfach inakzeptabel“, fand Linhart nach dem Spiel deutliche Worte im Livestream von basketball-stream.de und fügte hinzu, dass man Ludwigsburg nicht unterschätzt habe. „Solche Ausreden lasse ich nicht gelten.“

Leider ging es aus TBB-Sicht so weiter. Schwache Freiwurfquote, wenig Ideen und viele leichtfertige Ballverluste im Spielaufbau – was in Würzburg noch zum Sieg reichte, wurde in Ludwigsburg gnadenlos bestraft. Die Schützlinge von Trainer Steven Key taten nur das Nötigste. Beim Stand von 42:56 acht Minuten vor Schluss schien das Spiel entschieden zu sein – aufgrund der schwachen Offensivleistung der TBB drohte sogar ein Debakel. Doch man sollte das Kämpferherz dieser Mannschaft nicht unterschätzen. Starke Defensive und der Willen die Partie doch noch umzubiegen leiteten einen 10:0-Lauf für die TBB ein (56:52). Die Ludwigsburger schienen noch einmal nervös zu werden, doch Ivan Elliott hatte die passenden Antworten im Neckar-Riesen-Trikot parat. Zwei Dreier des starken US-Amerikaners schraubten den Vorsprung wieder auf zehn Punkte (64:54) nach oben. Trier versuchte es noch einmal mit taktischen Fouls, doch Ludwigsburg verwandelte die fälligen Freiwürfe sicher. Letztendlich reichte es, auch aufgrund einer schwachen Trierer Leistung, zu einem verdienten 60:71 Sieg.

Der Kampfgeist der Moselstädter stimmte, aber die Fehlerquote war insgesamt einfach zu hoch. „Ludwigsburg wollte den Sieg einfach mehr als wir. Wir kamen zwar noch einmal heran, aber dann fehlte die Kraft für den letzten Schritt“, resümierte Thomas Päch nach der Partie. „Ich erwarte am Sonntag gegen Bayreuth eine Reaktion. Wir haben unfassbare Wettkämpfer im Team, die diese Herausforderung annehmen und zusätzliche Trainingseinheiten während der Woche einlegen werden. Wir müssen den Kampf annehmen.“ (cw)

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1 KOMMENTAR

  1. Macht nichts Jungs kann passieren!!! Mund abwischen und gegen Bayreuth eine Reaktion zeigen, dann seit ihr wieder auf Kurs.

  2. Genau, Kopf hoch, am Sonntag haben wir hoffentlich auch andere Schiedsrichter, deren
    Leistung war ja jenseits von „Gut und Böse“!!! Auch so kann man ein Spiel kaputt pfeifen, bzw. drehen. Was jedoch keine Entschuldigung sein soll, aber es hat einen wesentlichen Beitrag zu der Niederlage beigetragen 🙁
    Also, let´s got TBB 🙂
    Fight and win 🙂

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